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Gordon Murray präsentiert den S1 LM und GTR Le Mans

Oranger McLaren S1 LM GTR Supersportwagen in moderner Ausstellungshalle mit Rennwagen im Hintergrund.

Wenn bei der diesjährigen Monterey Car Week jemand alle anderen überstrahlte, dann war es Gordon Murray. Auf einen Schlag präsentierte er zwei neue, klar unterschiedliche Fahrzeuge, die jedoch beide von derselben Automobillegende inspiriert sind: dem McLaren F1, insbesondere dessen Rennversion GTR.

Der GMA GTR Le Mans interpretiert den T.50 radikal neu, während der S1 LM pure Nostalgie verkörpert – eine hervorragende Hommage an den McLaren F1 GTR, der die 24 Stunden von Le Mans gewann.

Mit dieser doppelten Premiere stellte Murray zugleich seine neue Sparte Gordon Murray Special Vehicles (GMSV) vor, deren Zweck etwa mit der Ad-Personam-Abteilung von Lamborghini vergleichbar ist. Kurz gesagt: einzigartige Traumautos oder Modelle in extrem geringer Stückzahl, massgeschneidert für Menschen, die sich den Himmel wünschen können und die Schlüssel dazu erhalten.

Der S1 LM als Wiedergeburt des F1 GTR

Der S1 LM ist das seltenere der beiden Modelle. Von ihm entstehen lediglich fünf Exemplare, deren Auslieferung 2026 beginnt. Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass alle Fahrzeuge von nur einem einzigen Kunden bestellt wurden (!). Den Preis können wir uns nur ausmalen.

Man muss ihn nur ansehen: Er ist eine unverhohlene – im besten Sinne – Verbeugung vor dem McLaren F1 GTR LM, der 1995 die 24 Stunden von Le Mans gewann. Seine Proportionen, die doppelten runden Rückleuchten und der Lufteinlass auf dem Dach erinnern in sämtlichen Details an den F1.

Zum Glück beschränkt sich die Hommage nicht auf die Optik. Im S1 LM wuchs der Cosworth-V12 des T.50 von 3,9 auf 4,3 Liter Hubraum; seine Leistung liegt bei über 700 PS … bei 12.100 U/min. Klanglich soll er mindestens ebenso beeindruckend sein wie der T.50: Dafür sorgt eine exklusive Inconel-Abgasanlage, die mit 18-karätiger Goldfolie als Hitzeschild umhüllt ist.

Das Sechsgang-Handschaltgetriebe bleibt erhalten – sein Gehäuse stammt vom T.50s, die Innenteile vom T.50 – und das gesamte Chassis wurde für den Rundstreckeneinsatz optimiert. Dennoch besitzt der S1 LM eine Strassenzulassung. Besonders komfortabel dürfte er allerdings nicht sein, denn beim Innenraum wurden kaum Zugeständnisse an Luxus gemacht. Kopfhörer sind daher notwendig …

Als Randnotiz: S1 steht für „Special One“. Trotz der unsterblichen Worte von José Mourinho scheint allerdings nicht er die fünf Exemplare dieser fantastischen Maschine bestellt zu haben.

GTR Le Mans: Hommage an die Longtails

Der GTR Le Mans ist eine kompromisslosere, für die Rennstrecke optimierte Ausführung des T.50 und wirkt, als wäre er bereit, dem McLaren F1 nachzueifern und in Le Mans anzutreten. Vom T.50 übernimmt er die zentrale Sitzposition des Fahrers, den Cosworth-Saugmotor-V12 sowie das Sechsgang-Handschaltgetriebe.

Fast alles andere wurde umfassend verändert. Die Karosserie ist neu und orientiert sich an den Longtails der 1960er- und 1970er-Jahre, etwa dem Porsche 917. Auch der F1 GTR erhielt bekanntlich eine Longtail-Variante. Das Prinzip dahinter ist einfach: weniger Luftwiderstand und mehr Abtrieb.

Entsprechend umfangreich fallen die aerodynamischen Anpassungen aus. Am Heck stechen vor allem ein riesiger feststehender Heckflügel und ein monumentaler Heckdiffusor hervor. Das neue Aerodynamikpaket arbeitet so effizient, dass der GTR Le Mans auf den Hecklüfter des T.50 verzichten konnte.

Zwischen den beiden Diffusorkanälen sitzen zwei Auspuffendrohre, die eher an Bazookas erinnern. GMA verspricht dazu einen „tiefen und harmonischen V12-Sound“ … selbst bei 12.100 U/min.

Auch das Chassis wurde auf den Einsatz auf der Rennstrecke zugeschnitten: Es ist steifer und leichter, der V12 ist nun fest mit der Struktur verbunden, zudem wurden Spurweite und Reifen verbreitert.

Die Produktion? Nur 24 Exemplare – als Verweis auf die 24 Stunden von Le Mans. Der Preis? Vermutlich höher als die 3,1 Millionen Pfund Sterling (ca. 3,6 Millionen Euro) des T.50s Niki Lauda. Die Verfügbarkeit? Daran sollte man besser nicht denken, denn sämtliche Fahrzeuge sind bereits verkauft.

Die neue Abteilung für unmögliche Träume

Dies sind die ersten beiden Projekte von GMSV, die in drei Bereichen tätig sein wird: SV Design für limitierte Editionen wie den GTR, Bespoke für Einzelanfertigungen wie den S1 LM sowie Heritage für Fortsetzungen und Neuauflagen klassischer, von Murray entworfener Modelle.

Was hier entsteht, ist eine Manufaktur für motorisierte Träume unter der Leitung des über achtzigjährigen Gordon Murray. Wenn dies erst die ersten beiden Kapitel waren, lässt sich nur erahnen, was als Nächstes folgen könnte.

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