Am Samstag, dem 17. Januar, erreichten die Gebirgstruppen der Heere Argentiniens und Chiles im Rahmen einer binationalen Andenexpedition erfolgreich den Gipfel des Aconcagua auf 6.961 Metern über dem Meeresspiegel. Dem Erfolg ging ein anspruchsvoller finaler Aufstiegstag voraus. Organisiert wurde die Unternehmung durch die Seilschaft „Armee der Anden“, der 33 Soldatinnen und Soldaten beider Länder angehörten.
Der Meilenstein wurde um 13:20 Uhr erreicht und markierte den Abschluss einer entscheidenden Phase der Argentinisch-Chilenischen Andenexpedition. Der Aufstieg besitzt historische wie symbolische Bedeutung: Er erfolgte 25 Jahre nach der letzten binationalen Gipfelbesteigung des als „Koloss Amerikas“ bezeichneten Berges durch Truppen beider Heere.
Zudem fiel das Datum auf den 209. Jahrestag des Beginns der von General José de San Martín angeführten Andenüberquerung. Diese historische Tat verband argentinische und chilenische Soldaten im südamerikanischen Unabhängigkeitsprozess.
Aufstieg unter extremen Hochgebirgsbedingungen
Der finale Gipfelangriff begann im Hochlager Cólera und führte über technische Passagen wie La Canaleta und den Filo del Guanaco. Die Patrouillen arbeiteten unter den für das Hochgebirge typischen extremen Wetterbedingungen, bis sie am höchsten Punkt des amerikanischen Kontinents den Gipfelerfolg dokumentierten.
In technischer, operativer und medizinischer Hinsicht bestätigte der Aufstieg die vorgesehenen Verfahren. Dazu zählten die Protokolle für Risikomanagement, Höhenmedizin, sicheres Fortbewegen und Entscheidungen unter extremen Belastungen. Das Militärpersonal beider Länder bewies die hohe psychophysische und technische Eignung, die erforderlich ist, um Hypoxie, niedrigen Temperaturen und lang anhaltender Anstrengung zu begegnen. Dabei wurden die von der Expeditionsleitung festgelegten Sicherheitsstandards eingehalten.
Beginn der Expedition und operative Ziele
Der gemeinsame Aufstieg hatte bereits einige Tage zuvor im Zuge des sommerlichen Ausbildungsprogramms der VIII. Gebirgsbrigade des Argentinischen Heeres begonnen. Die Eröffnungszeremonie der Expedition fand in der Militärunterkunft „Christus der Erlöser“ in den Anden statt und brachte jene Angehörigen zusammen, die die kombinierte Seilschaft für den Aufstieg bildeten.
Die Aktivität stand im Zeichen des 25. Jahrestags der letzten binationalen Aconcagua-Besteigung. Diesmal trugen die Soldatinnen und Soldaten die Bezeichnung „Armee der Anden“ für ihre Seilschaft – als Bezug auf den Unabhängigkeitsfeldzug unter General José de San Martín und General Bernardo O’Higgins.
Während der Auftaktzeremonie wurde der gemeinsame Charakter der Expedition ebenso betont wie ihre zentralen Ziele. Dazu gehörten die Stärkung der Interoperabilität, der Erfahrungsaustausch sowie die operative Abstimmung zwischen den Gebirgstruppen Argentiniens und Chiles. Gleichzeitig wurde die Bedeutung der Anden als Raum für Ausbildung und operative Zusammenarbeit hervorgehoben, in dem Planung und koordiniertes Handeln für die Auftragserfüllung entscheidend sind.
Abstieg und Abschluss der Expedition
Nachdem die Seilschaft ihr Hauptziel erreicht hatte, begannen die Patrouillen wie geplant den geordneten Abstieg zu den tiefer gelegenen Lagern. In den kommenden Tagen wird das Militärpersonal in den Ort Puente del Inca zurückkehren, wo die Expedition offiziell abgeschlossen wird.
Die Aktivität stärkt die Zusammenarbeit, die Kameradschaft und das gegenseitige Vertrauen zwischen den Heeren Argentiniens und Chiles im Rahmen einer gemeinsamen Operation in einer der anspruchsvollsten geografischen Umgebungen des Kontinents.
Bilder: Argentinisches Heer.
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