Die Logik legt nahe, dass ein Rennwagen schneller sein müsste als sein straßenzugelassenes Pendant. In der Welt besonders extremer Supersportwagen wie dem Adamastor Furia gelten jedoch andere Regeln: Die Straßenversion erzielt auf der Rennstrecke die niedrigeren Rundenzeiten.
Wie das möglich ist und weshalb es dazu kommt, haben wir Ricardo Quintas, Gründer und CEO von Adamastor, gefragt.
In einer weiteren Ausgabe von Auto Talks, dem neuen redaktionellen Format von Razão Automóvel, das auf der ECAR Show Premiere feierte, erläutert Ricardo Quintas die Gründe und nennt Zahlen, welche diesen Leistungsunterschied verständlich machen.
„Das Straßenauto wird deutlich leistungsfähiger sein als das Wettbewerbsauto“
Zunächst muss klar sein, um welche Art Auto es sich handelt. Der Adamastor Furia wurde nicht als Straßenfahrzeug entwickelt, das später für die Rennstrecke angepasst wurde – vielmehr verlief die Entwicklung genau umgekehrt. „Was wir dem Markt anbieten wollen, sind Vollblüter, echte Rennwagen mit Straßenzulassung“, erklärte Ricardo Quintas bei Auto Talks.
Das macht die Frage noch spannender: Wenn er ursprünglich als Rennwagen konzipiert wurde, weshalb soll dann die Straßenausführung schneller sein?
Adamastor Furia: Die Zahlen sprechen für sich
Die Erklärung ist unkompliziert. Der straßenzugelassene Furia muss keine Reglements erfüllen, welche die Leistung des Rennwagens begrenzen. Er darf leichter und stärker ausfallen, während Ricardo Quintas versichert: „Aerodynamisch wird er gleich sein. Exakt gleich.“
Der 3,5-Liter-V6-Biturbo von Ford Performance liefert heute beispielsweise 100 PS mehr und nahezu das doppelte Drehmoment gegenüber der ursprünglichen Ankündigung. Serienmäßig wird der Furia mehr als 750 PS und mehr als 1000 Nm leisten – wie diese Werte gesteigert wurden, erfahren Sie im untenstehenden Artikel.
Damit beschleunigt der Furia selbst auf kalter Strecke in nur 2,4s von 0 auf 100 km/h. Das Ziel liegt allerdings noch höher: exakt zwei Sekunden. Die Rennversion des Furia wird kaum mehr als 500 PS haben und unterliegt darüber hinaus weiteren Einschränkungen:
„Die Straßenversionen werden besser sein, weil ihre Leistung praktisch keinen Begrenzungen unterliegt. Im Wettbewerb darf ich keine Carbon-Keramik-Bremsen einsetzen, werde voraussichtlich auf 500 PS beschränkt sein und für die Straße kann ich meinem Kunden bereits mindestens 750 PS liefern.“
Ricardo Quintas, CEO von Adamastor
Die Unterschiede beschränken sich nicht auf die Leistung. Laut Ricardo Quintas soll die Straßenversion alltagstauglicher werden. Größere Türen – ermöglicht durch einen spezifischen Überrollkäfig –, andere Materialien im Innenraum und sogar ein Infotainmentsystem gehören dazu; Letzteres wird selbstverständlich von portugiesischen Unternehmen entwickelt.
Auch an Bodenschwellen sowie Zufahrten zu Garagen und Parkhäusern wurde gedacht: Ein System wird die Bodenfreiheit anheben. All das soll die Zusage eines auf der Rennstrecke verheerend schnellen Autos nicht beeinträchtigen.
In dieser Auto Talks-Ausgabe mit Ricardo Quintas gibt es noch viel mehr über den Adamastor Furia zu erfahren. Themen reichen von den Gründen für den zu 100 % verbrennungsmotorischen Antrieb – eine vollständige oder teilweise Elektrifizierung stand nie zur Debatte – bis zur intensiven Erfahrung als Beifahrer im Furia: „An den beiden folgenden Tagen hatte ich Nackenschmerzen, und ich bin nur drei Runden gefahren“, gab er zu.
Termin für die nächste Auto Talks-Ausgabe
Es gibt also reichlich Gründe, die jüngste Auto Talks-Ausgabe, das neue redaktionelle Format von Razão Automóvel, auf den üblichen Plattformen anzusehen oder anzuhören: YouTube, Apple Podcasts und Spotify.
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