Stunden vor der Partie gegen den F. C. Alverca, in der der F. C. Porto den Titel perfekt machen kann, hat Borja Sainz erneut seine persönliche Seite gezeigt. In einem Beitrag in den sozialen Netzwerken teilte der spanische Flügelspieler ein Bild, auf dem er kniend auf dem Rasen zu sehen ist und die Hände zum Himmel richtet. Dazu schrieb er: „Möge Gott uns segnen und beschützen. Das ist für dich, Mama.“
Borja Sainz zwischen Trauer und sportlicher Herausforderung
Die symbolträchtige Geste erfolgt in einer anspruchsvollen Phase – auf und neben dem Platz. Der Spieler erreicht derzeit nicht die Form vom Saisonbeginn und auch nicht die Klasse, die er in England gezeigt hatte. Stattdessen erlebt er seine unauffälligste Phase der Spielzeit: In den jüngsten drei Begegnungen gegen Tondela, Sporting und Estrela da Amadora kam er keine einzige Minute zum Einsatz.
Obwohl er körperlich fit ist, beruht seine Abwesenheit auf einer taktischen Entscheidung von Francesco Farioli. Der Trainer verteilt in dieser Phase die Belastung im Kader und schafft Raum für neue Optionen. Dass sich Oskar Pietuszewski in der Startelf etabliert hat, trug dazu bei, dass der Spanier an Bedeutung verlor.
Bis zum Spiel gegen Tondela hatte Borja Sainz, mit 2395 Minuten der neuntmeist eingesetzte Akteur unter Farioli, lediglich drei Partien verpasst: gegen Aves SAD wegen einer Sperre sowie gegen Arouca und Sporting im Pokal, nachdem seine Mutter gestorben war. Vom 8. März, dem Klassiker gegen Benfica, bis zur Auswärtsreise nach Nottingham am 16. April wurde er durchgehend eingesetzt.
Gute Erinnerungen an Alverca für den F. C. Porto
Der jüngste Rückgang seiner Einsatzzeit wird jedoch nicht als Vertrauensverlust durch das Trainerteam gewertet. Der kommende Gegner weckt zudem positive Erinnerungen: Gegen Alverca erzielte der Flügelspieler zuletzt einen Doppelpack für die Drachen.
Anfang März hatte Borja Sainz die Fans bereits bewegt, als er sich öffentlich von seiner Mutter Maria Begoña Egusquiza verabschiedete. Seine Nachricht war vom Schmerz über den plötzlichen Verlust geprägt. „Es fällt mir immer noch schwer zu akzeptieren, dass ich deine Stimme nicht mehr hören werde“, schrieb er damals in einem emotionalen Beitrag, der bei Mitspielern, Fans und im Umfeld des F. C. Porto eine Welle der Anteilnahme auslöste.
Nun, unmittelbar vor einem möglicherweise entscheidenden Moment für den Verein, richtet der Spieler den Blick erneut zum Himmel – in einer Geste, in der Glaube, Erinnerung und Fußball zusammenkommen.
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