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Olympische Winterspiele 2026: Frankreichs Montag mit Foubert, Cizeron und Fournier Beaudry

Eiskunstlauf-Paar in eleganter Pose auf Eisfläche vor großem Publikum bei Milano 2026 Wettkampf.

Der zweite volle Montag der Olympischen Winterspiele 2026 verlief für Frankreich keineswegs nach Plan. Eine neue Alpin-Disziplin entglitt dem Team, ein Skispringer rückte überraschend nahe an einen historischen Podestplatz heran, und die Rückkehr eines Eiskunstlauf-Superstars sorgte auf dem Eis für eine veränderte Stimmung.

Französischer Frust in der neuen Team-Alpin-Kombination

Nach zwei Medaillen am Vortag im Skilanglauf und Biathlon reiste die französische Delegation am Montag mit spürbarem Schwung an. Als wichtiges Ziel galt die Mixed-Team-Alpin-Kombination auf der anspruchsvollen Stelvio-Piste in Bormio, einer der prominentesten Neuzugänge im Programm 2026.

Das Format vereinte Tempo- und Technik-Spezialisten in einer gemeinsamen Wertung: Zunächst stand eine Abfahrt an, anschliessend entschieden Slalomläufe über die Medaillen. Für Frankreich schien diese Mischprüfung ideal, weil das Land im Weltcup über eine grosse Breite verfügt.

Die französische Mannschaft reiste mit Podesthoffnungen nach Bormio und fuhr mit dem Gefühl ab, eine seltene Gelegenheit vergeben zu haben.

Kleine Fehler in der Abfahrt kosteten entscheidende Zehntelsekunden, und im Slalom am Nachmittag gelang keine vollständige Aufholjagd mehr. Auf einer Strecke, die jede Ungenauigkeit bestrafte, fiel Frankreich aus dem Medaillenkampf, während Konkurrenten aus den klassischen Alpin-Nationen sauberere Läufe zeigten.

Die Trainer hatten vorab von „einer starken Chance“ gesprochen, die frühe Medaillenbilanz auszubauen. Dabei verwiesen sie insbesondere auf die Erfahrung einiger Fahrerinnen und Fahrer, die den Stelvio in den vergangenen Saisons gesammelt hatten. Nun analysierte das französische Lager Zwischenzeiten und verpasste Tore – im Bewusstsein, dass dieses neue olympische Format möglicherweise so bald kein derart offenes Podest mehr bieten wird.

Warum die Team-Alpin-Kombination wichtig ist

Die Team-Alpin-Kombination gehört zu den deutlichsten Versuchen des Internationalen Olympischen Komitees, den Skisport für das Fernsehen und ein jüngeres Publikum zu modernisieren. Sie bündelt die Spannung zweier Disziplinen an einem Tag und verbindet sie mit einer nationalen Erzählung.

  • Vormittag: Rasante Abfahrtsläufe legen die erste Rangfolge fest.
  • Nachmittag: Technische Slalomläufe können die Reihenfolge grundlegend verändern.
  • Endergebnis: Addierte Zeiten oder Punkte entscheiden über die Team-Medaillen.

Für die Fans bedeutet das anhaltende Spannung: Ein Team mit Rückstand am Morgen kann später noch zurückkommen, während ein Favorit nach einem einzigen Fehler aus dem Medaillenrennen fliegt. Für die Athletinnen und Athleten steigt dagegen die Belastung, ebenso wie die taktischen Fragen: Wer übernimmt welchen Lauf, wie offensiv wird gefahren und welches Risiko ist vertretbar?

Valentin Fouberts knapper Rückstand im Skispringen

Während die Enttäuschung im alpinen Skisport schmerzte, erzählte das Skispringen eine eher bittersüsse Geschichte. Frankreichs Valentin Foubert kam im Einzelwettbewerb einem historischen Podestplatz deutlich näher, als viele erwartet hatten.

Auf der Schanze, auf der die Weiten über 100 Meter hinausgingen, sprang Foubert zweimal 102,5 Meter und erreichte insgesamt 263,3 Punkte. Damit belegte er Rang fünf, unmittelbar hinter einem dicht gedrängten Podest, das durch geringe Unterschiede bei Stilnoten und Windkompensation entschieden wurde.

Foubert wurde mit 263,3 Punkten Fünfter und war nur wenige Meter sowie Stilpunkte von der ersten französischen Olympia-Medaille im Skispringen entfernt.

Gold gewann Deutschlands Philipp Raimund mit 274,1 Punkten. Der 18-jährige Pole Kacper Tomasiak sprang dank eines Satzes auf 107 Meter im zweiten Durchgang zu Silber und kam auf 270,7 Punkte. Noch enger fiel der Kampf um Bronze aus: Japans Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden teilten sich mit 266 Punkten den dritten Platz.

Für eine Nation ohne tief verwurzelte Tradition auf den grossen Schanzen wird Fouberts Auftritt zugleich als verpasste Chance und als Durchbruch gelten. Seine Konstanz bei Sprüngen über 100 Meter in einem Olympia-Finale unter hohem Druck lässt für den weiteren Verlauf der zwei Wochen und künftige Spiele auf echtes Potenzial schliessen.

So funktioniert die Punktewertung im Skispringen

Ohne Einordnung wirkt Fouberts fünfter Platz möglicherweise abstrakt. Die Punktzahl im Skispringen setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

Bestandteil Was er bewertet
Weitenpunkte Wie weit der Springer im Verhältnis zum K-Punkt der Schanze fliegt.
Stilpunkte Fünf Kampfrichter bewerten Körperhaltung, Landung und Stabilität.
Windkompensation Passt die Punkte an Vor- oder Rückenwindvorteile an.
Gate-Faktor Korrigiert Veränderungen der Höhe des Startbalkens.

Eine Gesamtwertung aus zwei Sprüngen wie Raimunds 274,1 oder Fouberts 263,3 ergibt sich aus all diesen Faktoren. Schon ein leichtes Wackeln bei der Landung oder etwas Rückenwind kann den Unterschied zwischen Platz fünf und Bronze ausmachen.

Cizeron und Fournier Beaudry begeistern auf dem Eis

Der Abend in Mailand stand ganz im Zeichen des Eiskunstlaufs. Frankreichs Star-Duo Guillaume Cizeron und Laurence Fournier Beaudry eröffnete seine olympische Kampagne im Rhythmustanz mit einer Präzision, die eine nervöse Arena verstummen lassen kann.

Mit 90.18 Punkten erzielten sie ihre Saisonbestleistung im Rhythmustanz und steigerten sich klar gegenüber den 89.98 aus dem Teamwettbewerb. Nach 11 Paaren lagen sie mit dieser Wertung zunächst deutlich an der Spitze, vor Georgiens Diana Davis und Gleb Smolkin (77.15) sowie dem tschechischen Duo Natalie Taschlerova und Filip Taschler (75.33). Erst später am Abend griffen die grossen Favoriten ein.

Das französisch-kanadische Paar steigerte seine Saisonbestleistung im Rhythmustanz auf 90.18 Punkte und setzte vor dem Kürtanz am Mittwoch ein deutliches Signal.

Für Fans, die den Kampf an der Spitze verfolgen, war der Vergleich aufschlussreich. Das US-Paar Madison Chock und Evan Bates, das zu den Goldfavoriten zählt, hatte im Rhythmustanz des Teamwettbewerbs mit 91.06 eine Saisonbestleistung aufgestellt. Cizeron und Fournier Beaudry sind ihnen nun unmittelbar auf den Fersen.

„Goldschmiedearbeit“ auf dem Mailänder Eis

Beide Läufer beschrieben das Programm als eine Darbietung, die keinerlei Zögern zulässt. Sie beruht auf komplizierten Kanten, exakt getakteten Schrittfolgen und engen Haltungen, die ihre Verbindung sichtbar machen. Jedes Element kann bei falschem Timing zu einem Abzug führen; deshalb bezeichnete Cizeron es in weiteren Aussagen gegenüber Sendern als „Goldschmiedearbeit“.

Auch die Wertung spiegelte diese Komplexität wider. Die 90.18 Punkte bestanden aus zwei Komponenten:

  • Technische Wertung: 51.94 Punkte für ausgeführte Elemente wie Twizzles, Hebungen und Schrittfolgen.
  • Programmkomponenten: 38.24 Punkte für Lauftechnik, Übergänge, Darbietung, Komposition und Interpretation.

Diese Zahlen sind für den Kürtanz am Mittwoch mehr als nur eine Zwischenbilanz. Die olympische Endplatzierung im Eistanz ergibt sich aus den addierten Punkten von Rhythmustanz und Kürtanz. Jedes Zehntel, das am Montag bereits gesichert wurde, könnte in einem engen Medaillenduell entscheidend sein.

Was der Montag für Frankreichs weitere Olympische Spiele bedeutet

Obwohl Frankreich den Tag ohne Medaille abschloss, bleibt das Gesamtbild positiv. Die Zweifel an der Team-Alpin-Kombination bestehen, doch zwei Lichtblicke sind klar: Foubert hat gezeigt, dass er die etablierten Skisprung-Nationen herausfordern kann, und Cizeron–Fournier Beaudry scheinen für das direkte Duell mit den US-Favoriten bereit.

Der Zeitplan richtet sich nun wieder stärker auf französische Kernkompetenzen aus. Am Dienstag kehrt der Biathlon mit dem 20-km-Einzel der Männer zurück, in dem Eric Perrot, Quentin Fillon Maillet, Fabien Claude und Emilien Jacquelin antreten. Fans rechnen bereits mit der Chance auf mehrere Medaillen in einem Rennen – ein Szenario, das statistisch selten, bei einer gemeinsam starken Mannschaft aber keineswegs ausgeschlossen ist.

Zudem steht Perrine Laffont auf der Buckelpiste im Fokus, dazu kommen weitere Wettbewerbe im alpinen Skisport, Freestyle, Curling, Skilanglauf und Shorttrack. Wer die Wettkämpfe während der Arbeit verfolgen möchte, muss sich beeilen: Das Biathlon-Einzel beginnt um 13:30 Uhr Ortszeit und dauert üblicherweise etwas mehr als eine Stunde – keine einfache Planung für alle, die mitten in einer Video-Konferenz am Nachmittag sitzen.

Die Bedeutung verstehen: Medaillen, Schwung und mentale Belastung

Olympische Kampagnen werden häufig weniger durch Einzelergebnisse geprägt als durch den psychologischen Effekt, den sie innerhalb eines Teams auslösen. Ein knapper Ausgang wie Fouberts fünfter Platz kann ebenso Vertrauen wie Bedauern erzeugen, vor allem in einer Disziplin, in der französische Springer noch an einer leistungsfähigen Kultur arbeiten.

Im Eiskunstlauf ist die mentale Dimension noch ausgeprägter. Auftritte im Rhythmustanz wie am Montag geben die Richtung vor und erinnern das Paar daran, dass es unter Druck Saisonbestleistungen erreichen kann. Diese Erfahrung wird zum Werkzeug, wenn zwei Tage später im Kürtanz die Medaillen vergeben werden.

Am 9. Februar erhöhte das französische Team seine Medaillenzahl nicht, verstärkte aber den Eindruck, dass weitere Edelmetalle in Reichweite sind.

Wichtige Begriffe, die Fans die ganze Woche hören werden

Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die nur Zusammenfassungen sehen, kann manche Fachsprache schwer verständlich sein. Einige wiederkehrende Begriffe aus den Wettbewerben vom Montag erleichtern das Verständnis der Berichterstattung:

  • Rhythmustanz: Der kürzere, stärker strukturierte Teil im Eistanz mit vorgeschriebenem Musikstil und festgelegten Elementen.
  • Kürtanz: Das längere, ausdrucksstärkere Programm mit grösserer choreografischer Freiheit; die Medaillen werden anhand der Gesamtpunktzahl beider Segmente vergeben.
  • Stilpunkte (Skispringen): Von Kampfrichtern vergebene Noten für stabilen Flug, eine ausgewogene Körperposition und saubere Telemark-Landungen.
  • Einzel (Biathlon): Ein Rennformat, bei dem jeder Fehlschuss mit einer festen Zeitstrafe statt mit einer Strafrunde geahndet wird, wodurch Präzision noch wertvoller ist.
  • Mixed-Team-Wettbewerbe: Wettbewerbe, bei denen Frauen und Männer gemeinsam zu einem nationalen Ergebnis beitragen und die zunehmend in verschiedenen Wintersportarten eingesetzt werden.

Während Mailand-Cortina in die entscheidende Mittelphase geht, wirken Tage wie der 9. Februar in der Medaillentabelle oft weniger spektakulär, können aber grossen Einfluss haben. Sie legen Schwächen offen, bestätigen Stärken und zeigen im Fall von Cizeron und Fournier Beaudry, dass sich einige der grössten französischen Hoffnungen in genau die richtige Richtung bewegen.

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