Die FIA hat das neue Technische Reglement veröffentlicht, das ab 2026 weitreichende Änderungen für die Formel 1 vorsieht.
Die Überarbeitung soll die Einsitzer kompakter, leichter und leistungsstärker machen. Zugleich wird der Einsatz von zu 100 % nachhaltigen Kraftstoffen verpflichtend. Damit bekräftigt die Formel 1 ihr Ziel, bis 2030 CO₂-Neutralität zu erreichen.
Darüber hinaus steht eine weitere Neuerung fest: Das 2011 eingeführte DRS-System (Drag Reduction System), das Überholmanöver erleichtern sollte, wird ab 2026 abgeschafft.
Was ändert sich bei den Formel-1-Autos?
Eine der größten Neuerungen des künftigen Formel-1-Reglements betrifft die Abmessungen der Einsitzer. Sie werden kürzer und schmaler als die aktuellen Fahrzeuge und zugleich um 30 kg leichter.
Der Radstand sinkt von 3600 mm auf 3400 mm, während die Gesamtbreite von 2000 mm auf 1900 mm reduziert wird. Auch die maximale Breite des Unterbodens fällt um 150 mm geringer aus.
Bei den Reifen behält die Formel 1 zwar 18-Zoll-Felgen bei, doch die Pneus selbst werden schmaler. Vorn verringert sich ihre Breite um 25 mm, hinten um 30 mm.
„Alles, was du über die großen Veränderungen in der F1 2026 wissen musst. #F1 @fia pic.twitter.com/HWF4pWmEaK“
- Formula 1 (@F1), 6. Juni 2024
Neu gestaltete Aerodynamik
Eine weitere zentrale Änderung betrifft die vollständig überarbeitete Aerodynamik: Der Abtrieb wird um 30 % gesenkt, der Luftwiderstand sogar um 55 %.
Die Front- und Heckflügel, die neben den Fahrzeugböden zu den wichtigsten aerodynamischen Bauteilen der heutigen Einsitzer zählen, werden beweglich ausgeführt. Ihre Konstruktion zielt darauf ab, die sogenannte schmutzige Luft zu verringern.
Zusätzlich wird der Frontflügel mit seinen zwei aktiven Klappen deutlich schmaler, während die Radabdeckungen über den Vorderrädern wegfallen. Am Heck fällt vor allem der aktive Flügel mit drei Elementen auf, dessen Gestaltung wesentlich einfacher gehalten ist.
Die Fahrzeuge sollen dadurch agiler werden und auf der Strecke mehr direkte Zweikämpfe Rad an Rad ermöglichen. Dafür stehen den Fahrern zwei unterschiedliche Konfigurationen – gewissermaßen zwei neue „Waffen“ – zur Verfügung: der Standardmodus „Z-Mode“, der in Kurven den Abtrieb erhöht, sowie der „X-Mode“ für eine höhere Höchstgeschwindigkeit auf Geraden.
Dieser zweite Modus, der auf die beweglichen Front- und Heckflügel einwirkt, kann als Nachfolger des DRS-Systems angesehen werden.
Mehr Leistung für die Formel 1 2026
Damit die Rennen weiterhin spannend und umkämpft bleiben, steigt auch die Leistung der Einsitzer gegenüber der aktuellen Fahrzeuggeneration.
Interessanterweise wird die Leistung des Verbrennungsmotors – eines 1,6-Liter-V6-Turbos im Hybridsystem – von 550–560 kW (748–761 PS) auf 400 kW (544 PS) reduziert. Die elektrische Maschine MGU-K legt dagegen von 120 kW (163 PS) auf 350 kW (476 PS) zu, was einem Anstieg von nahezu 300 % entspricht.
Außerdem verdoppelt sich die Energiemenge, die beim Bremsen zurückgewonnen werden kann. Dadurch stehen pro Runde insgesamt 8,5 MJ rekuperierbare Energie zur Verfügung.
Um die Chancen auf Überholmanöver zu erhöhen, führt die FIA den sogenannten Manual Override Mode ein. Anders als beim DRS gibt es dafür keine festgelegten Aktivierungszonen, allerdings muss der überholwillige Fahrer höchstens 1 s hinter dem vorausfahrenden Auto liegen.
Wie funktioniert der Manual Override Mode?
Der verfolgende Fahrer entscheidet selbst, wann er diese „Hilfe“ aktiviert. Sie ermöglicht die vollständige Nutzung der MGU-K, also des elektrischen Teils des Hybridsystems.
Bei Geschwindigkeiten von mehr als 290 km/h nimmt die elektrische Leistung des führenden Fahrzeugs schrittweise ab und erreicht bei 355 km/h null.
Der hinterherfahrende Pilot, der zum Überholen ansetzt, kann die kompletten 350 kW (476 PS) der MGU-K dagegen bis 337 km/h nutzen.
Jan Monchaux, Technischer Direktor der FIA, betont die Parallelen zum DRS-System: „Die Logik wird dieselbe sein: Wenn ich nah genug an einem anderen Auto bin, bekomme ich für diese Runde eine zusätzliche Energiemenge, die ich nach Belieben verteilen kann“, erklärte er.
Das neue Technische Reglement der Formel 1 soll bei der nächsten Sitzung des FIA-Weltautomobilrats am 28. Juni ratifiziert werden.
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