Launch Pad: Live-Updates vom Start des neuen Audi RS5 mit 444 PS und V8. Tom Ford berichtet direkt aus Spanien und prüft, ob der jüngste RS-Audi dem Hype gerecht wird.
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Audi RS5 auf Straße und Rennstrecke
14. April 2010, 14:05 Uhr
Die letzte Ausfahrt liegt hinter mir – und es waren gute zwei Tage. Gerade bin ich in Ascari fertig geworden, und der quattro-Chef hatte recht: Auf der Rennstrecke macht der RS5 deutlich mehr Spaß, als man ihm eigentlich zutrauen würde. Tatsächlich wirkt er leichter, lässt sich bereitwilliger zum Übersteuern verleiten und schiebt erheblich weniger über die Vorderachse, als ich erwartet hatte.
Unterm Strich macht ihn das neue „Kronenrad“-Differenzial vermutlich zum unterhaltsamsten quattro-Audi überhaupt. Zunächst bestand der leise Verdacht, dass der Wagen etwas ungestüm werden könnte, denn Audi hatte bei den Streckenautos die ESP-Aus-Taste deaktiviert. Der RS5 ging zwar ins Übersteuern, wurde aber vom ESP wieder eingefangen, bevor es zu weit ging. Dann entdeckten wir jedoch die geheime Taste im Handschuhfach und fuhren noch einmal los.
Überraschenderweise änderte sich kaum etwas: keine großen Schreckmomente, sondern einfach wunderschön freigesetztes Übersteuern. Dieses Auto ist klasse – nur eben auf eine andere Art schnell als ein M3 oder C63. Gefällt uns.
10:33 Uhr
GrahamV8: Der Gangübersetzung im siebten Gang beträgt 0,617, bei einer Achsübersetzung von 4,375!
9:54 Uhr
Als Antwort auf eure Fragen ...
GTBoy: Nach allem, was mir beim Launch gesagt wurde, ist der britische Markt das einzige Gebiet, in dem das einstellbare hydraulische DRC serienmäßig verbaut wird. Dass frühe Fahrzeuge es nicht hätten, wurde nicht erwähnt – ich würde aber abwarten, bis die regulären Serienautos auftauchen. Es lohnt sich und dürfte speziell in Großbritannien besonders nützlich sein.
Graham v8: Ich prüfe das kurz!
14. April 2010, 6:46 Uhr
Frühstück ist erledigt, jetzt geht es vor Ascari noch für eine Runde auf öffentliche Straßen. Ich wollte eigentlich ein Auto mit serienmäßigen 19-Zoll-Rädern und normalen Stahlbremsen organisieren, doch beim Launch gibt es exakt keines davon. Immerhin bieten die umliegenden Straßen reichlich Qualität, und Ascari ist eine äußerst interessante Rennstrecke. Gleich mehr dazu.
Erste Fahreindrücke vom Audi RS5
13. April 2010, 22:21 Uhr
Gerade war ich mit Stephan Reil, dem Geschäftsführer der quattro GmbH, beim Abendessen – und er ist ein echter Autotyp. Vollkommen begeistert, völlig in sein Produkt vertieft und deshalb ein großartiger Gesprächspartner. Auf das stattliche Gewichtsempfinden des RS5 angesprochen, sagte er, ich solle den Morgen in Ascari abwarten: Auf der Strecke werde sich das Auto ein paar hundert Kilo leichter anfühlen. Eine große Ansage für ein permanent allradgetriebenes Coupé auf einer Rennstrecke – besonders bei 1725 kg Gewicht. Der M3 ist ungefähr 125 kg leichter, beschleunigt aber genauso schnell auf 100 km/h. Meiner Erfahrung nach fühlen sich solche Autos auf einem Rundkurs meist kopflastig an und neigen etwas zum Untersteuern. Dass jemand mit einem RS5 einen Trackday fährt, ist zwar nicht einmal besonders relevant – ich glaube nur, sie wollen uns frei fahren lassen, ohne dass das gesamte Straßennetz von Marbella Gefahr läuft, frontal von einem quer fahrenden RS5 getroffen zu werden. Traktions- und Stabilitätssysteme lassen sich in diesem Auto vollständig abschalten. Wer fordert mich heraus, ihn quer zu stellen?
18:24 Uhr
Okay, gerade habe ich eine kurze Runde in einem der roten Autos gedreht, die ihr auf dem vorherigen Bild gesehen habt – mit optionalen 20-Zoll-Rädern und Keramikbremsen. Nach dem ersten Eindruck ist der RS5 ein unglaubliches Gerät, um schnell Strecke zu machen, fühlt sich aber etwas digital an. Die Straßen hier sind ernsthaft anspruchsvoll und sehr rutschig, doch solange man kein völliger Grobmotoriker ist, lässt sich der Wagen nur ausgesprochen schwer aus der Ruhe bringen.
Der V8 ist hervorragend: Viel Leistung und Drehmoment genau dort, wo man es im mittleren Drehzahlbereich braucht, und dazu dieses Wummern bis zur Spitzenleistung bei 8.250 U/min. Zwischen 4.000 und 6.000 U/min liegt jedoch ein Bereich, der aus beinahe allem Hackfleisch macht. Außerdem sieht er verdammt gut aus: Die bananenartige Sicke an der Fahrzeugflanke ist verschwunden und durch einen großen, kantigen Kotflügel ersetzt worden. Cool. Aus irgendeinem Grund stelle ich ihn mir ständig in Olivgrün mit schwarzen Rädern vor. Nur ich? Wahrscheinlich ...
Das Siebengang-DSG schaltet extrem schnell, gibt beim Herunterschalten sauber Zwischengas und erledigt grundsätzlich alles, was man von ihm verlangt, ohne besonders intim zu wirken. Die Bremsen – zumindest diese Keramikbremsen – packen wie eine Ziegelwand, doch auch hier geht jedes Gefühl verloren: Acht Kolben liefern enorme Verzögerung, aber kaum echte Feinfühligkeit.
Die schlechten Nachrichten: Der Lenkung fehlt schlicht jedes Feedback. Sie ist präzise, aber es fühlt sich an, als wären die Hände abgestorben. Und obwohl er auf der Straße praktisch gar nicht untersteuert – das neue Differenzial ist großartig –, macht er auch nicht sonderlich viel anderes. Er fräst einfach durch die Kurve. Das ist auf seltsame Weise unbefriedigend. Enorm schnell, aber nicht besonders aufregend. Ich würde ihn liebend gern bei Nässe oder auf Schnee ausprobieren. Oder auf beidem. Gleichzeitig.
Das Interieur ist immerhin in Ordnung. Und wenn es darum ginge, auf einem unbekannten Straßenabschnitt herauszufinden, wer am schnellsten ist, wäre dieser Wagen wie der RS4 bis zu 90 Prozent der zugänglichste. Mit einem M3 oder C63 hätte man bislang jedoch zweifellos mehr leicht beängstigenden Spaß.
Audi-Modelle haben sich allerdings oft als echte Langzeitgewinner erwiesen, deshalb schreibe ich diesen noch nicht ab. Morgen steht die Freude des Ascari Circuit an – mal sehen, ob ich im Namen der Wissenschaft etwas kaputtmachen kann.
16:30 Uhr
Sieht nach Spaß aus, oder nicht?
Anreise zum Audi-RS5-Launch in Spanien
15:30 Uhr
Gerade in Málaga gelandet, nun muss ich einen A8 schnappen und nach Marbella fahren. Danach versuche ich, mir die Schlüssel zu einem RS5 zu sichern ... Übrigens ist es hier nicht ganz so sonnig wie in Großbritannien. Drückt mir die Daumen!
12:30 Uhr
Ich sitze gerade am Flughafen und warte auf den Einstieg in den Audi-Jet zum Launch des neuen RS5. Auf dem Programm stehen 444 PS, ein neues dynamisches Differenzial für den Allradantrieb und Fahrleistungen, die den M3 schlagen sollen.
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Vielleicht kann ich heute Abend noch eine kurze Runde drehen, bevor es morgen zum Ascari Circuit geht. Bei diesen Updates könnten Reifen zu Schaden kommen. Gibt es etwas, das ich fotografieren oder über das ich euch berichten soll?
Tom Ford
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