Die Zukunft des Autódromo do Estoril steht erneut auf dem Spiel, und die Fans des Motorsports haben bereits reagiert. Eine öffentliche Petition wurde ins Leben gerufen, um den Autódromo do Estoril zu retten und sicherzustellen, dass er weiterhin Austragungsort für Trackdays, Tests und unterschiedlichste Wettbewerbe bleibt.
Die Initiative wurde Anfang September gestartet, nachdem mehrfach vor einer möglichen Schließung der Strecke für sportliche Aktivitäten gewarnt worden war. Ihre Initiatoren argumentieren, Estoril sei ein „wesentlicher Teil der Geschichte des nationalen Motorsports“, und Portugal „braucht zwei betriebsbereite Rennstrecken“, um seine Fahrer weiterzuentwickeln.
Historische Bedeutung des Autódromo do Estoril
In der Petition wird außerdem daran erinnert, dass der 1972 eröffnete Autódromo do Estoril Schauplatz zahlreicher wahrhaft historischer Momente war – etwa in der Formel 1 und der MotoGP. Viele erinnern sich noch an den Tag mit extrem starkem Regen am 21. April 1985, als ein gewisser Ayrton Senna da Silva seinen ersten Sieg bei einem Formel-1-Grand-Prix errang.
Deshalb fordert die Petition eine „endgültige Lösung“, welche die Zukunft der Anlage absichert. Nach Ansicht der Antragsteller lassen sich der Motorsportbetrieb und das umliegende Stadtgebiet „durch geeignete Minderungsmaßnahmen“ miteinander vereinbaren.
Vorrang haben soll dabei die Modernisierung der Anlage, eine bessere Schalldämmung sowie ein ausgewogener Kalender mit Veranstaltungen und Lärmpausen.
Petition für den Erhalt der Rennstrecke
Die Petition entwickelt sich zunehmend zu einer öffentlichen Druckbewegung gegenüber den zuständigen Stellen. Sie fordert, dass „eine ausgewogene und transparente Lösung für alle Beteiligten“ gefunden wird. Auch die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hat die Petition bereits fast 5000 Unterschriften.
Cascais will die Rückkehr der Formel 1
Die Stadtverwaltung von Cascais hat bestätigt, dass sie mit Parpública über den Kauf des Autódromo do Estoril verhandelt. Ziel ist es, die Anlage zu modernisieren und ihr den internationalen Status zurückzugeben, den sie in den 1980er- und 1990er-Jahren hatte.
Der stellvertretende Bürgermeister Nuno Piteira Lopes erklärte, die Gemeinde sei „vollständig bereit, gemeinsam mit privaten Partnern Bauarbeiten und Verbesserungen voranzutreiben“. Der Plan umfasst neben dem Erwerb der Anlage auch eine Bewerbung für die Rückkehr der Formel 1 im Jahr 2028 sowie die Rückkehr der MotoGP bereits 2027.
Damit dies möglich wird, muss die Rennstrecke erneut von FIA und FIM homologiert werden. Dafür wären erhebliche Investitionen in Sicherheit, Tribünen, Boxenanlagen und Entwässerungssysteme erforderlich.
Die Stadtverwaltung ist überzeugt, dass die Rückkehr großer internationaler Veranstaltungen den finanziellen Aufwand rechtfertigen, die lokale Wirtschaft beleben und Cascais wieder auf die Landkarte des weltweiten Motorsports setzen könnte.
Während sich Absichtserklärungen und Versprechen häufen, hoffen die Anhänger darauf, dass die Petition genug Gewicht erhält, damit der Autódromo do Estoril weiterlebt – mit laufenden Motoren statt der Stille, die so viele fürchten.
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