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Chevrolet Corvette ZR1X: 6min49,275s auf dem Nürburgring

Blauer Sportwagen Chevrolet Corvette C8 mit schwarzem Spoiler in modernem Showroom mit reflektierendem Boden.

Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden – und dieser hielt nicht lange. Der Chevrolet Corvette ZR1X ist kürzlich mit einer Rundenzeit von 6min49,275s zum schnellsten amerikanischen Auto aller Zeiten auf dem Nürburgring geworden.

Damit war er 2,8s schneller als der Ford Mustang GTD, der vor rund drei Monaten mit 6min52,072s die Bestmarke gesetzt hatte. Der Mustang GTD ist mit seinen 800 PS ein „Monster“, doch der Corvette ZR1X hebt diese „Monstrosität“ auf eine neue Stufe.

Chevrolet Corvette ZR1X: 1267 PS und Allradantrieb

Als Basis dient der alles andere als schwach motorisierte Corvette ZR1 mit 1078 PS starkem V8-Biturbo. Beim ZR1X kommt eine elektrifizierte Vorderachse hinzu, die vom E-Ray, dem Hybrid-Corvette, übernommen wurde und weitere 138 kW (188 PS) beisteuert. Das Ergebnis sind Allradantrieb und eine kombinierte Höchstleistung von 1267 PS.

Obwohl der ZR1X der leistungsstärkste Corvette aller Zeiten und nun auch der schnellste auf der „grünen Hölle“ ist, dürfte die Rundenzeit die Verantwortlichen in Stuttgart kaum beeindruckt haben: Der Porsche 911 GT3 RS mit lediglich 525 PS war zwar langsamer, doch der Abstand beträgt weniger als … eine Zehntelsekunde. Seine Zeit liegt bei 6min49,328s.

Der 911 GT3 RS ist zudem deutlich leichter: 1450 kg (DIN) stehen geschätzten 1860 kg beim Corvette ZR1X gegenüber. Außerdem erzeugt der Porsche enormen Abtrieb, maximal 860 kg. Der ZR1X kommt mit dem ZTK-Paket auf 544 kg.

Wie entscheidend das Gewicht sein kann, zeigt auch die beim gleichen Termin gefahrene Zeit von 6min50,763s des Corvette ZR1. Er war ungefähr anderthalb Sekunden langsamer, verfügt aber nur über Hinterradantrieb, 188 PS weniger und ist schätzungsweise auch 115 kg leichter.

Corvette ZR1 könnte 10 Sekunden schneller sein

Unterm Strich erzielte der Corvette ZR1X trotz seiner ausgezeichneten Rundenzeit – unter sieben Minuten auf dem Nürburgring bleiben eine bemerkenswerte Leistung – nicht das, was möglich gewesen wäre. Das unterstreicht lediglich, dass auf der „grünen Hölle“ weit mehr als reine Leistung nötig ist, um schnell zu sein. Ja, ich schaue dich an, Rimac Nevera …

Diese Geschichte könnte allerdings noch weitere Kapitel bekommen. Misha Charoudin, der bekannte YouTuber und Pilot mit umfangreicher Erfahrung auf der Nürburgring-Nordschleife, hat die Runde des Corvette ZR1 analysiert – nicht jene des ZR1X. Seiner Ansicht nach besitzt der ZR1 als Rennstreckenfahrzeug mehr Potenzial.

In einer ausführlichen Videoanalyse der Runde (unten zu sehen) kam er zu dem Schluss: Der Corvette ZR1 könnte 10 Sekunden schneller sein – ungefähr eine halbe Sekunde pro Kilometer.

Misha Charoudin kritisiert den Fahrer, nicht das Auto

Seinen Vorwurf richtet er dabei nicht gegen das Fahrzeug, sondern gegen Brian Wallace, den Fahrer der Runde. Wallace ist bei General Motors auch Ingenieur für das Fahrverhalten der Fahrzeuge. Als Mitglied des Entwicklungsteams dürfte er den Wagen zwar in- und auswendig kennen, ist aber, wie Charoudin betont, kein professioneller Rennfahrer mit Erfahrung auf der deutschen Rennstrecke.

Bei seiner Analyse erklärt Charoudin, dass der Fahrer in vielen Kurven vorsichtig gewesen sei. Dies leite er aus der Art ab, wie der Corvette ZR1 einige Kurven verlässt: Er nutzt nicht die gesamte Streckenbreite. Zudem habe er einige Randsteine gemieden.

Laut Charoudin liegt die Kurvengeschwindigkeit in manchen Passagen unter jener eines 911 GT3 – und damit nicht einmal eines RS. Wenn der Fahrer nicht so schnell unterwegs war, wie es möglich gewesen wäre, beeinträchtigt das nahezu alles andere, etwa die auf den Geraden erzielten Geschwindigkeiten.

Deshalb hält Misha Charoudin einen Zeitgewinn von weiteren 10 Sekunden für möglich. Ob das Gleiche auch für den ZR1X gilt?

Sollte seine Analyse zutreffen, würde die geschätzte Zeit den amerikanischen Supersportwagen zum zweitschnellsten Serienauto auf der Strecke machen, nur noch übertroffen vom AMG One. Nun liegt der Ball bei Chevrolet: ein weiterer Versuch mit professionellen Rennfahrern?

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