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Goodwood Festival of Speed: Die Höhepunkte 2025

Silberner Supersportwagen auf weißem Podium mit Goodwood25-Kennzeichen in eleganter Ausstellungshalle.

Automobilsalons sind in England seit Jahren Geschichte, doch das Goodwood Festival of Speed lässt jeden Sommer die glanzvollen Zeiten der britischen Automobilindustrie wieder aufleben. Zugleich nutzen die Hersteller die «Bühne», um ihre neuen Modelle ins Rampenlicht zu rücken.

Seit dem Sommer 1993 vereint das „Festival of Speed“ erfolgreich ein Treffen für Fans, eine Schau klassischer Automobile, Rennveranstaltungen und inzwischen auch die Präsentation neuer Fahrzeuge.

Im Mittelpunkt steht die Auffahrt, der Goodwood Hillclimb: ein 1,87 km langer Asphaltkurs, der sich mit einem halben Dutzend Kurven einen begrünten Hügel hinaufwindet.

Rennwagen aus Vergangenheit und Gegenwart, Prototypen, Neuheiten und bemerkenswerte Einzelstücke bewältigen den Hügel in unterschiedlichem Tempo. Manche werden von ihrer Technik oder ihrem Alter gebremst, andere von den Fähigkeiten ihrer Fahrer, die nicht immer Asse am Lenkrad sind. Meist dauert die Fahrt weniger als eine Minute und wird von Zehntausenden Zuschauern bejubelt – besonders bei Verbrennungsmotoren, die Hör- und Geruchssinn stärker ansprechen.

Auf einem anderen Teil des weitläufigen Anwesens von Lord March lassen sich historische Fahrzeuge auf einer benachbarten Rennstrecke oder auf einer kurzen Rallyeprüfung erleben. Das gesamte Gelände gehört ihm, und während der vier Veranstaltungstage ist der Gastgeber stets ausgesprochen gut gelaunt zu sehen, wenn er Marken und Führungskräfte zahlreicher Automobilhersteller um sich versammelt.

Wie alles begann

Obwohl die Veranstaltung seit 32 Jahren ohne Unterbrechung stattfindet, reichen ihre Ursprünge bis ins Jahr 1936 zurück. Freddie March, damals 9. Duke of Richmond, veranstaltete auf seinem Anwesen in West Sussex an der englischen Südküste nahe Brighton für den Lancia Car Club eine private Bergauffahrt. Diese Premiere legte den Grundstein für ein später ikonisches Motorsportereignis, das tief im automobilen Erbe des Vereinigten Königreichs verankert ist.

Nach der durch den Zweiten Weltkrieg verursachten Pause wurde 1948 der Goodwood Motor Circuit eröffnet. Gleichzeitig zeigte sich das enorme Potenzial des Landes für ein umfassenderes Event: eine Art Vergnügungspark für Autoenthusiasten.

Der Goodwood Hillclimb in seiner heutigen Form entstand 1993 unter Charles Gordon-Lennox, dem heutigen Duke of Richmond. Seine Idee war, den Geist des klassischen britischen Motorsports wiederzubeleben und zugleich eine einzigartige Veranstaltung für Fans und ihre Familien zu schaffen.

Von Stirling Moss bis Max Verstappen beim Goodwood Hillclimb

Die größten Motorsportlegenden lockten die Massen an, sobald ihre Teilnahme am Goodwood Hillclimb angekündigt wurde: von Stirling Moss über Max Verstappen bis zu Valentino Rossi, der hier auf vier Rädern unterwegs war. Einen Rekord, der ganze zwei Jahrzehnte Bestand hatte, stellte jedoch der ehemalige Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld auf.

Auch wenn die Zeit nicht im Vordergrund steht, wurde seine Bestmarke von 41,6 s im McLaren MP4/13 erst jüngst zu Beginn der Elektroära unterboten. Dieses Fahrzeug dominierte mit Mika Häkkinen und David Coulthard die Formel-1-Weltmeisterschaft 1998, wobei der Finne den Weltmeistertitel gewann.

Zunächst fuhr der Franzose Romain Dumas 2019 im Volkswagen ID. R 39,9 s. Danach senkte Max Chilton im einzigartigen McMurtry Speirling, einem einsitzigen Prototypen, die Zeit auf 39,08 s.

Roter Teppich auf Gras und Asphalt

Exklusive Hersteller wie Mercedes-Benz, Ferrari, Aston Martin, Koenigsegg, Pagani, Lotus und selbst Rolls-Royce mit seinem imposanten Spectre stellen sich unermüdlich den aufdringlichen Kameralinsen.

Gleichzeitig glänzen auch zugänglichere Marken mit ihrer ruhmreichen Rallye-Vergangenheit und Erfolgsmodellen aus den bedeutendsten Rallyes der Welt. Dazu zählen der Ford Escort RS 1800, Audi Sport Quattro, Subaru Impreza, Toyota Celica ST185 und Peugeot 205 T16 Evo.

Neben der IAA Mobility in München ist das verlängerte Wochenende des Goodwood Festival of Speed, das bei jeder Ausgabe mehr als 100 000 Besucher anzieht, Europas wichtigste Automobilveranstaltung des Jahres.

Viele Marken mit dynamischen Ambitionen und ebenso dynamischen Träumen folgen dem Ruf des Duke. Auf den prachtvollen Rasenflächen errichten sie eindrucksvolle Bauten, um sich bei den höchsten Sommertemperaturen unter freiem Himmel stilvoll in Szene zu setzen.

Höhepunkte der Ausgabe 2025

Hyundai scheute nicht davor zurück, einen großen Teil des Reifenabriebs seines neuen elektrischen Sportwagens IONIQ 6 N auf dem Asphalt der Auffahrt zu lassen. Er leistet 650 PS und erreicht 257 km/h.

Bentley tat es mit dem Bentayga Speed gleich, der bei seinem Debüt in diesem Jahr einen neuen Rekord für SUV auf der Bergauffahrt aufstellte.

Die neue Bentayga-Version absolvierte die Strecke in 55,8 s. Dabei helfen die gleichen – oder ähnlichen, denn sie sind nicht elektrisch – 650 PS seines nochmals kräftigeren und klangvolleren V8-Motors, der eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h ermöglicht.

Noch schneller ist der 1275 PS starke McLaren W1, der schon bald Formel-1-Hybridtechnologie auf öffentliche Straßen bringen wird. Daneben stand im McLaren-Bereich der ebenfalls beeindruckende Solus GT: ein Einsitzer mit weniger als einer Tonne Gewicht, der dank seines 5,2-Liter-V10 mit 840 PS besonders tief fliegen kann.

BMW beschränkte sich nicht auf spektakuläre Klassiker in „Kriegsbemalung“, sondern brachte in diesem Jahr auch das Konzept Vision Driving Experience nach Goodwood sowie einen nahezu serienreifen Ausblick auf den künftigen iX3. Bei Elektroautos blieb es aber nicht: Der BMW M2 CS und der M3 CS Touring steigerten beim Hinauffahren ebenfalls die Emotionen – ganz im Zeichen von fünf Jahrzehnten 3er-Reihe.

Bei Mercedes-Benz rückte der neue elektrische CLA in den Mittelpunkt, doch die Formel-1-Einsitzer der vergangenen Jahrzehnte erhielten noch mehr Applaus.

Hollywood in Goodwood

Porsche fiel mit einer Wohltätigkeitsaktion auf und bat Popstar Dua Lipa, die Hülle von einem Porsche 911 GT3 RS zu ziehen. Das Fahrzeug wurde zugunsten der Sunny Hill Foundation versteigert, einer von Dua Lipa gegründeten Wohltätigkeitsorganisation, die die kosovarische Gesellschaft in verschiedenen Bereichen unterstützt, insbesondere in Kunst und Kultur.

Fast nebenan feierte der zweifache Oscar-Preisträger Adrien Brody die Premiere seines Dokumentarfilms „The Intern“. Darin schlüpft er in die Rolle eines Praktikanten, um Einblicke hinter die Kulissen der Porsche-Produktion zu geben. Wer sich besonders für die Zukunft der deutschen Marke interessierte, konnte zudem einen ersten dynamischen Eindruck vom bevorstehenden elektrischen Cayenne gewinnen.

An den vier Tagen in den sanften Hügeln von Sussex präsentierte Lamborghini nicht nur den neuen Temerario, sondern auch dessen sportliche GT3-Ausführung. Ab dem kommenden Jahr wird sie als erstes Turboauto gemeinsam mit ihrem Vorgänger Huracán an einem Rennen zur Jagd nach Weltrekorden teilnehmen.

„Nach den sportlichen und kommerziellen Erfolgen des Huracán GT3, mit dem wir 96 Meisterschaften gewonnen und mehr als 200 Autos verkauft haben, entwickelten wir bereits vom Start des Temerario-Projekts an Rennversionen“, erläuterte Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann.

Blick in die Zukunft

Weil ihr Einfluss auf die Automobilindustrie zunehmend allgegenwärtig ist, haben sich die Marken chinesischer Konzerne in den vergangenen Jahren beim Goodwood Festival of Speed immer weiter nach vorn geschoben.

Besonders gilt das für die ursprünglich britische Marke MG. Nachdem sie im vergangenen Jahr in Goodwood ihr hundertjähriges Bestehen gefeiert hatte, kehrte sie mit dem Cyberster X und dem markanten Cyber X sowie den neuen IM5 und IM6 zurück.

„MG hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit uns sein hundertjähriges Bestehen gefeiert. Nun ist die Marke mit zwei neuen Serienmodellen und außergewöhnlichen Konzeptfahrzeugen zum Festival zurückgekehrt“, erklärte Zeremonienmeister Charles Gordon-Lennox, bevor er abschloss: „Die Möglichkeit, einen ersten Eindruck von künftigen Entwicklungen und technischen Innovationen zu erhalten, ist zunehmend ein wichtiger Bestandteil des Goodwood Festival of Speed, das der Vergangenheit Tribut zollt und zugleich die Zukunft entwirft.“

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