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Champions League, TV-Rechte und Spielerwerte im portugiesischen Fußball

Mann steht am Schreibtisch mit Laptop und Daten, im Hintergrund Fußballstadion und Europakarte auf Bildschirm.

Der europäische Einfluss auf die Marktwerte der Spieler und die Unterschiede bei den TV-Rechten.

Der 33. Spieltag wird wesentliche Weichen für die kommende Saison stellen. Das beginnt beim zweiten Platz: Er sichert nicht nur Einnahmen von rund 50 Millionen Euro durch die mögliche Teilnahme an der Champions League, sondern ist auch entscheidend für die Marktwertsteigerung von Spielern auf dem Transfermarkt. Für die Klubs am Tabellenende bedeutet der Klassenerhalt dagegen, dass sie einen erheblichen Teil ihrer Budgets behalten können, die von TV-Übertragungsrechten im Wert von rund 3,5 Millionen Euro getragen werden.

Der Reihe nach: Noch wichtiger als die Prämie für die Teilnahme an der Champions League ist die Chance, sich auf der größten UEFA-Bühne für Vereinsfußball zu präsentieren und damit Spielerwerte zu steigern. „Dass Sporting das Viertelfinale der Champions League erreicht hat, ist für die Aufwertung der Spieler, die zu höheren Summen transferiert werden, wichtiger als der zweite Platz. Über den zweiten Rang erhält der Klub aber auch wieder Zugang zu diesem Wettbewerb“, erklärte Carlos Vieira, Universitätsprofessor und ehemaliger Geschäftsführer der Sporting-SAD, gegenüber JN.

Die Finanzen ausgleichen

Erreicht ein Klub die Champions League, kassiert mindestens 50 Millionen Euro an Teilnahmeprämie, steigert zudem den Wert seiner Spieler auf einer großen Bühne und gelingt anschließend ein lukrativer Transfer, kann er rund 100 Millionen Euro umsetzen. Diese Summe reicht aus, um im Geschäftsbericht einen guten Gewinn auszuweisen und sogar Verbindlichkeiten zu senken. Andernfalls müssen weitere Spieler abgegeben werden, was die Qualität des Kaders schwächt und die sportliche Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Allein die Champions-League-Einnahmen können 60 % des Budgets eines Klubs abdecken.

Dieser Effekt übertrifft die Erlöse aus Ticketing und Sponsoring deutlich und erklärt, weshalb Benfica und Sporting um den zweiten Platz kämpfen, der zur dritten Qualifikationsrunde der Champions League berechtigt. Bei den Stadionbesuchen verkaufen die meisten Klubs ihre Dauerkarten bereits zu Saisonbeginn. Damit ist ein beträchtlicher Teil dieser Einnahmen unabhängig von einer bestimmten Europapokalteilnahme gesichert.

Auch für Sponsoren ist die Teilnahme an der Champions League ein positives Signal. „Einige Verträge enthalten Sichtbarkeitsklauseln, die an die Teilnahme an europäischen Wettbewerben gekoppelt sind, weil mehr Spiele auch mehr Sichtbarkeit bedeuten“, erläutert Carlos Vieira. Allerdings müsse ein wichtiger Aspekt berücksichtigt werden: „Im portugiesischen Fußball sind die Sponsoren Wettanbieter, von denen einige nicht international tätig sind, und die Klubs dürfen mit dieser Werbung in Europa nicht spielen. Die Trikotsponsoren sind fast alle nationale Marken, deren Wirkung begrenzt ist, weil sie im Ausland nicht verkaufen“, betont der frühere Sporting-Geschäftsführer.

Das Geld aus TV-Rechten

Im Kampf um den Klassenerhalt sind die Einnahmen aus TV-Übertragungen für Klubs, die finanziell gesund bleiben müssen, von zentraler Bedeutung. Nach dem feststehenden Abstieg von AVS sind Tondela und Casa Pia die Teams, die einem Abschied aus der Liga am nächsten stehen. Das würde den Verlust von rund 3,5 Millionen Euro aus TV-Rechten bedeuten. Wie groß die Folgen wären, zeigt ein Blick auf die Liga 2: Dort liegen die durchschnittlich ausgezahlten Beträge bei rund 500.000 Euro. Darüber hinaus verlieren die Klubs nach Informationen von JN schätzungsweise rund 60 % ihrer Einnahmequellen.

Ohne TV-Rechte beschränken sich die Finanzierungsmöglichkeiten in der Liga 2 auf Transfers mit geringeren Ablösesummen. Daher bleibt als Alternative eine Kapitalspritze der Investoren, um die Voraussetzungen für die Rückkehr in die höchste Spielklasse zu schaffen. Dafür sind mindestens acht bis zehn Millionen Euro erforderlich.

Zudem fällt der Großteil der Sponsoren weg, und sämtliche kommerziellen Tauschgeschäfte brechen ein. Ein Klub profitiert dann beispielsweise nicht mehr von Fahrzeugen, die Sponsoren bereitstellen, oder von Kleidung und Schuhen. Er muss die Verwaltung anpassen oder sogar Personal abbauen. Auch beim Ticketing wird eine Saison in der unteren Liga zu einer Durststrecke.

Die Entscheidungen

2. Platz

Benfica – Sichert sich den zweiten Platz mit einem Sieg, falls Sporting verliert.
Sporting – Ein Sieg ist Pflicht, da bei Punktgleichheit Benfica im Vorteil ist. Der Erfolg muss mit einem Ausrutscher von Benfica in den verbleibenden Partien zusammentreffen.

Europa

Braga – Bleibt Vierter, wenn das Team punktet oder verliert und Famalicão nicht gewinnt.
Famalicão – Sichert den fünften Platz mit einem Sieg, sofern Gil Vicente nicht gewinnt.
Gil Vicente – Muss gewinnen, während Famalicão verliert oder unentschieden spielt, um auf den fünften Platz vorzurücken.

Klassenerhalt

Nacional – Braucht einen Punktgewinn. Bei einer Niederlage bleibt das Team ebenfalls in der Liga, wenn E. Amadora verliert oder Casa Pia nicht gewinnt.
E. Amadora – Bleibt in der Liga, wenn das Ergebnis besser ist als jenes von Casa Pia und Tondela.
Casa Pia – Entgeht der Relegation mit einem Sieg und einer Niederlage von E. Amadora. Das Relegationsspiel ist jedoch sicher, wenn Casa Pia gewinnt, Tondela verliert und E. Amadora gewinnt.
Tondela – Steigt ab, wenn das Team verliert, Casa Pia gewinnt und E. Amadora punktet.

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