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Jorge Jesus muss Portugal bis zur WM 2030 erneuern

Fußballtrainer erklärt Jugendlichen auf Spielfeld Taktik an Whiteboard mit bunten Markierungen.

Jorge Jesus muss mehrere Positionen in der Seleção das Quinas neu besetzen, um den lang ersehnten WM-Titel 2030 anzugreifen.

Jorge Jesus und der Umbruch bis zur WM 2030

Das Scheitern der portugiesischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft hat bei der Federação Portuguesa de Futebol einen neuen Zyklus eingeläutet. Fest steht bereits, dass Cristiano Ronaldo bei der nächsten WM, die 2030 von Portugal, Spanien und Marokko ausgerichtet wird, nicht mehr dabei sein kann. Nélson Semedo und João Cancelo sind beide 32 Jahre alt, Bruno Fernandes und Bernardo Silva jeweils 31. Damit würden diese vier Spieler die nächste Weltmeisterschaft im Alter von 35 beziehungsweise 36 Jahren erreichen und dürften für den neuen Nationaltrainer Jorge Jesus kaum noch infrage kommen.

Der Nachfolger von Roberto Martínez muss folglich die rechte Abwehrseite sowie zwei zentrale Schlüsselrollen im Mittelfeld erneuern. Zudem gilt es, die Lücke im Angriff zu schließen, die CR7 hinterlässt. Der 41-Jährige hatte bestätigt, dass die WM 2026 seine letzte als Profi gewesen ist. Darüber hinaus braucht der Trainer einen linksfüßigen Linksverteidiger, der Nuno Mendes herausfordern kann – auch auf dieser Position scheinen die Alternativen rar zu sein.

Innenverteidigung und Sturm als Sorgenfelder Portugals

Der von Jorge Jesus angeführte Umbruch muss sich jedoch auf weitere Mannschaftsteile erstrecken, damit das Team ausgewogener wird. „Im Zentrum der Abwehr gibt es Qualität, aber nicht mehr Spieler von der Stärke, die wir früher hatten. Man muss herausfinden, wie diese Position verstärkt werden kann“, warnte Manuel Machado gegenüber JN. Dabei erinnerte er daran, dass Portugal einst über Akteure wie Pepe, Bruno Alves und Ricardo Carvalho verfügte. „Noch beunruhigender ist der Mangel an Torjägern. Wir haben Gonçalo Ramos und kaum mehr, deshalb muss diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gelten. Aus meiner Sicht sind das die problematischsten Bereiche“, erklärte der Trainer.

Paulinho vom Toluca kann keine Option sein, da er bei der WM 2030 bereits 37 Jahre alt sein wird. „Bei den Innenverteidigern könnte es trotz der guten Leistungen von Renato Veiga, der eine hervorragende Weltmeisterschaft gespielt hat, einen gewissen Bedarf geben. Ich schaue eher auf die rechte Außenverteidigerposition, die in einigen Jahren ebenfalls besetzt werden muss. Auf der Mittelstürmerposition werden wir aber große Schwierigkeiten haben, denn portugiesische Teams besetzen diese Rollen normalerweise mit Ausländern. Das hindert uns daran, die ausgebildeten Spieler weiterzuentwickeln“, sagte José Gomes, Trainer von Al-Khaleej, dem JN.

Chancen für neue Talente und eine klare Spielidee

Bis zur WM 2030 bestreitet Portugal zwei Ausgaben der Nations League, 2026/27 und 2028/29, sowie die Qualifikation für die Europameisterschaft 2028, die England und die Republik Irland gemeinsam veranstalten. Nationaltrainer Jorge Jesus darf die sich bietenden Gelegenheiten deshalb nicht ungenutzt lassen, um neue Talente einzubauen. „Es wäre sinnvoll, die technische Leitung des Verbandes zu verändern. Sie hat ihre Amtszeit hinter sich, mal erfolgreich, mal nicht, und mit dem Abgang von Roberto Martínez endet ebenfalls ein Zyklus“, sagte Manuel Machado. Nur auf diesem Weg könne Portugal den notwendigen Umbruch vollziehen.

Die Verpflichtung von Jesus könnte allerdings frischen Wind bringen: „Für mich ist es entscheidend, diesen Wechsel zu nutzen, um eine Spielidee festzulegen, denn in diesem Zyklus war keine erkennbar. Individuell haben wir Spieler, die Woche für Woche beweisen, dass sie große Klasse besitzen, in der Nationalmannschaft aber gerade deshalb nicht ihre Leistung abrufen konnten.“ Bruno Fernandes gab selbst einen Hinweis auf dieses Problem, als er sich nach dem Achtelfinal-Aus gegen Spanien verabschiedete. Portugal müsse mehr „auf seine eigene Art“ spielen und sich an seiner fußballerischen Identität orientieren.

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