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Peugeot Sport Hypercar: Fahrer für WEC und 24 Stunden von Le Mans 2022

Weißer Peugeot LMH Rennwagen mit grünen Akzenten in moderner Ausstellungshalle.

Im September 2020 fiel der erste Vorhang: Peugeot kündigte über seine Motorsportabteilung Peugeot Sport die Rückkehr in die Langstreckenmeisterschaften an. Ab 2022 soll die Marke sowohl in der WEC, der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft, als auch bei den 24 Stunden von Le Mans in der neuen Hypercar-Kategorie antreten.

Angesichts der bisherigen Le-Mans-Erfolge der französischen Marke sind die Erwartungen entsprechend hoch. Peugeot gewann den Klassiker bereits mit dem 905 in den Jahren 1992 und 1993 sowie 2009 mit dem 908 HDi FAP. Beim angekündigten Comeback kann daher kaum ein anderes Ziel als der Sieg erwartet werden.

Der Hypercar von Peugeot Sport wurde bislang noch nicht präsentiert. Olivier Jansonnie, Technischer Direktor von Peugeot Sport, zufolge ist das Design jedoch bereits zu 95 % abgeschlossen. Bekannt ist außerdem bereits, welcher Antrieb das Fahrzeug bewegen wird.

Es handelt sich um einen reinrassigen Prototypen. Bedauerlicherweise wurde kürzlich bestätigt, dass es kein entsprechendes Straßenfahrzeug geben wird, obwohl dies ursprünglich im Reglement der Kategorie vorgesehen war. Zugleich setzt der Rennwagen auf einen Hybridantrieb.

Einen Namen trägt das Fahrzeug noch nicht. Fest steht aber, dass ein 2,6-Liter-V6-Biturbo mit 90 Grad Zylinderwinkel hinter dem Cockpit eingebaut wird. Er kann bis zu 680 PS leisten und treibt ausschließlich die Hinterachse an. Ergänzt wird er durch eine MGU, eine Motor-Generator-Einheit, mit 272 PS für die Vorderachse. Die gemeinsame Leistung beider Antriebe darf allerdings 680 PS (500 kW) nicht überschreiten. Sobald der Elektromotor arbeitet, muss der 2,6-V6 daher auf 408 PS (300 kW) begrenzt werden. Hier erfahren Sie mehr über die neue Rennmaschine:

Die Fahrer von Peugeot Sport

Neben der Technik braucht es selbstverständlich auch die passenden Fahrer. Peugeot Sport hat heute das Aufgebot bekannt gegeben, das ab 2022 die WEC-Saison und die 24 Stunden von Le Mans bestreiten soll.

Nach Angaben der Verantwortlichen bei Peugeot Sport begann die Fahrerauswahl bereits vor einiger Zeit. Zunächst standen 40 bis 50 Kandidaten auf der Liste. Nach der Auswertung ihrer Statistiken in den Meisterschaften WEC, IMSA und LMS wurde diese Auswahl auf zwölf Fahrer reduziert, bevor die endgültigen sieben Piloten bestimmt wurden.

Der prominenteste Name im Kader dürfte deshalb Kevin Magnussen sein. Der dänische Formel-1-Fahrer startete 2020 für Haas. Trotz seiner Erfahrung in der Königsklasse des Motorsports verfügt er bislang nur über wenig Praxis im Langstreckensport. Diese Lücke möchte Magnussen in diesem Jahr schließen: Er fährt einen Cadillac-Prototypen von Chip Ganassi Racing in der IMSA-Meisterschaft, dem nordamerikanischen Pendant zur WEC. Die übrigen Fahrer sind in der folgenden Galerie zu sehen:

Obwohl die sieben Piloten erst jetzt vorgestellt wurden, beginnt ihre Arbeit in Kürze – noch bevor das Fahrzeug erstmals fährt. Sie werden nicht nur aktiv an der Entwicklung des Peugeot-Sport-Hypercars mitwirken, auch die Arbeit im Simulator hat bereits begonnen.

LMH oder LMDh?

Die neue Hypercar-Kategorie, auch LMH für Le Mans Hypercar genannt, in der Peugeot Sport antreten wird, wurde von ihren Regelhütern FIA und ACO mehrfach angepasst. Ziel war es, die teilnehmenden Fahrzeuge besser an die zweite neue Kategorie LMDh, Le Mans Daytona Hybrid, anzugleichen. Diese Entscheidung war nicht unumstritten und führte beispielsweise dazu, dass Aston Martin die Entwicklung des Valkyrie LMH auf Eis legte.

LMDh-Fahrzeuge bieten gegenüber LMH-Modellen einen Kostenvorteil, da verschiedene Komponenten für alle Teilnehmer standardisiert sind. Die Hersteller dürfen zwar ihren eigenen Motor und ihre eigene Karosserie einsetzen, das Chassis stammt jedoch von ORECA, Ligier, Dallara oder Multimatic. Auch das Hybridsystem ist bei allen Fahrzeugen identisch.

Damit die Leistung auf der Rennstrecke zwischen beiden Kategorien besser ausgeglichen wird, gelten nun ebenfalls dieselben Werte für Mindestgewicht und maximale Systemleistung: 1030 kg beziehungsweise 680 PS (500 kW).

Peugeot Sport entschied sich dennoch, in der Hypercar-Kategorie zu bleiben. Sie verursacht zwar höhere Entwicklungskosten, eröffnet den Herstellern aber mehr Freiheiten. Jean-Marc Finot, Direktor des Programms, erklärte dazu während der Fragerunde nach der Fahrervorstellung: „Die Kategorie Le Mans Hypercar bietet uns mehr Freiheit beim Design im Reglement (Anm. d. Red.: Aerodynamik und Stil) und ermöglicht uns, neue Technologien ‚im eigenen Haus‘ zu entwickeln.“

Dieser Vorteil könnte sich unmittelbarer auf künftige elektrifizierte Straßenmodelle von Peugeot übertragen lassen. Dazu passt auch Total als Entwicklungspartner für den Hypercar. Die Zusammenarbeit soll zudem ab 2023 die Produktion von Batterien in Europa ermöglichen.

Wann ist der Hypercar von Peugeot Sport zu sehen?

Laut Olivier Jansonnie, dem Technischen Direktor von Peugeot Sport, werden noch einige Monate vergehen, bevor das endgültige Fahrzeug vorgestellt wird. Der V6 des Hypercars soll erst Ende April auf dem Prüfstand getestet werden. Die Verbindung mit der MGU im neuen Chassis ist erst für November vorgesehen.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Peugeot-Sport-Hypercar gegen Ende dieses Jahres seine ersten dynamischen Testfahrten absolvieren.

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