Gehen kann einen Teil des aerobischen Trainings im Fitnessstudio ersetzen, sofern es regelmässig und in einem ausreichend zügigen Tempo erfolgt. Rund 30 Minuten bei etwa 5 km/h sind eine praktische Orientierung für eine moderate Trainingseinheit. Diese Werte sind jedoch keine starre Vorgabe: Auch kürzere Bewegungseinheiten wirken sich positiv aus und lassen sich über die Woche hinweg addieren.
Weshalb erhöht Gehen mit 5 km/h die Trainingsintensität?
Für viele Erwachsene ist ein Tempo von ungefähr 5 km/h ein recht zügiger Schritt. Bei dieser Geschwindigkeit wird die Atmung meist schneller, der Puls steigt und die grossen Muskelgruppen der Beine sind während des gesamten Weges aktiv. Wie intensiv die Belastung empfunden wird, unterscheidet sich allerdings je nach Alter und Trainingszustand.
Deshalb sollte die angezeigte Geschwindigkeit auf Uhr oder Smartphone nicht der einzige Massstab sein. Die Atmung bietet eine einfache Einschätzung für moderate Belastung: Während des Gehens kann man sich in der Regel noch unterhalten, ein ganzes Lied zu singen fällt aber bereits schwer.
- Gehen Sie in einem zügigen, aber angenehmen Tempo;
- lassen Sie die Arme den Bewegungsablauf locker mitmachen;
- achten Sie darauf, ob Ihre Atmung schneller geworden ist;
- machen Sie aus dem Gehtempo kein Laufen, wenn das nicht Ihr Ziel ist;
- verringern Sie die Intensität bei Schmerzen, Schwindel oder starker Atemnot.
Muss man wirklich 30 Minuten ohne Unterbrechung gehen?
Nein. Eine durchgehende 30-minütige Gehstrecke ist eine unkomplizierte Möglichkeit, aerobe Aktivität zu sammeln, und eignet sich gut als fest geplante Trainingseinheit. Aktuelle Empfehlungen verlangen jedoch nicht, dass Bewegung in Mindestblöcken von 30 Minuten stattfinden muss. Auch kürzere Einheiten zählen, wenn sie sich über den Tag und die Woche hinweg summieren.
Warum sind viele Pausen bei einer geplanten Einheit ungünstig?
Soll eine Trainingseinheit durchgehend aerob sein, senken wiederholte Stopps die Herz-Kreislauf-Belastung vorübergehend. Ampeln, lange Gespräche und häufige Pausen lassen den Puls absinken und erschweren es, während dieses Trainings eine gleichmässige Anstrengung beizubehalten.
Dadurch wird der Spaziergang nicht wertlos. Entscheidend ist das Ziel: Ein Weg mit Unterbrechungen steigert weiterhin die tägliche Bewegung, während zügiges, ununterbrochenes Gehen mit moderater Intensität den Körper länger belastet. Wer die Strecke als Training nutzen möchte, profitiert von einer Route mit wenigen Unterbrechungen.
- Bevorzugen Sie Parks, Laufbahnen oder Strassen mit wenigen Kreuzungen;
- wählen Sie Wege, deren Gelände zu Ihrem Trainingszustand passt;
- vermeiden Sie es, ständig anzuhalten, um auf das Smartphone zu schauen;
- behalten Sie die Zeit im Blick, ohne sich auf die exakte Geschwindigkeit zu fixieren;
- steigern Sie Dauer und Tempo schrittweise, wenn Sie gerade beginnen.
Kann Gehen das Fitnessstudio tatsächlich ersetzen?
Die aerobe Aktivität im Fitnessstudio lässt sich in vielen Fällen durch zügiges Gehen ersetzen, wenn Dauer, Häufigkeit und Intensität ausreichend sind. Für Erwachsene gilt als weit verbreitete Orientierung, pro Woche 150 bis 300 Minuten aerobe Aktivität mit moderater Intensität zu sammeln und diese über die Woche zu verteilen.
Muskelkräftigung ersetzt Gehen allerdings nicht vollständig. Die Empfehlungen umfassen zudem Übungen für die wichtigsten Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Gehen kann daher das Laufband oder andere Ausdauerübungen ersetzen, bildet aber nicht alle Reize des Krafttrainings allein ab.
- Zügiges Gehen trainiert vor allem die aerobe Fitness;
- Steigungen erhöhen die Belastung für die Beine;
- Krafttraining setzt Kraftreize, die beim Gehen nicht vollständig entstehen;
- eine Kombination verschiedener Aktivitäten ergibt meist ein umfassenderes Programm.
Regelmässiges Gehen ist wichtiger als exakt 5 km/h
30 Minuten bei 5 km/h als praktisches Ziel zu nutzen, kann Menschen helfen, die für ihr Training einen konkreten Anhaltspunkt brauchen. Bei diesem Tempo legt man in einer Einheit ungefähr 2,5 Kilometer zurück; für viele Personen kann dies einer moderaten Aktivität entsprechen. Weniger trainierte Menschen erreichen eine moderate Intensität möglicherweise bereits bei niedrigerem Tempo, während trainierte Personen eventuell schneller gehen müssen.
Wichtig ist vor allem, regelmässiges Gehen ausreichend fordernd zu gestalten und die Bewegung über die Woche hinweg zu sammeln. Es gibt keinen magischen Punkt, an dem 29 Minuten wirkungslos sind und 30 Minuten plötzlich Vorteile bringen. Mehr zu gehen, weniger Zeit im Sitzen zu verbringen und die passende Menge an Bewegung nach und nach zu erreichen, ist wichtiger, als sich starr an eine einzige Geschwindigkeit oder Dauer zu halten.
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