Der Toyota APM – die Abkürzung steht für Accessible People Mover – wird in Portugal gebaut und erfüllt eine grosse Aufgabe: Während der Olympischen und Paralympischen Spiele Paris 2024 bringt er Fans und Sportler an ihr Ziel.
Der von Toyota Motor Europe in Belgien entwickelte APM wird ausschliesslich bei Toyota Caetano Portugal in Ovar gefertigt. Damit verkörpert er einmal mehr die Vision „Mobilität für alle“, für die sich die japanische Marke seit jeher einsetzt.
Eine Medaille wird er zwar nicht gewinnen, doch bei den Olympischen Spielen dieses Sommers zählt er zu den wichtigen Akteuren. Wir sind nach Paris gereist, um ihn kennenzulernen und herauszufinden, wie er sich fährt. Sehen Sie sich das Video an:
In Rekordzeit entwickelt
Zwischen den ersten Entwürfen und der Fertigung des ersten Fahrzeugs lagen lediglich zwei Jahre. Damit ist dies der Toyota mit der kürzesten Entwicklungszeit in der Geschichte des Herstellers.
Möglich wurde dies durch das Know-how von Toyota Caetano Portugal im Omnibusbau. Der Hilfsrahmen dieses kleinen Elektrofahrzeugs entspricht nämlich in allen wesentlichen Punkten dem eines Fahrzeugs dieser Art.
Dies war zugleich einer der Gründe, warum die portugiesische Fabrik für das Projekt ausgewählt wurde. Sie produziert 260 Toyota APM: 250 „konventionelle“ Einheiten sowie 10 Exemplare, die für den Einsatz als Krankenwagen umgerüstet sind.
Toyota APM mit einer besonders wichtigen Aufgabe
Während der Olympischen Spiele in Paris, die im vergangenen Monat endeten, sowie der laufenden Paralympischen Spiele kommt der Toyota APM zum Einsatz, um Athleten, Besucher und Mitarbeitende an verschiedenen Orten zu befördern. Dazu zählen insbesondere Veranstaltungs- und Wettkampfstätten ebenso wie das Olympische Dorf der Athleten.
Der APM ist jedoch nicht das einzige Fahrzeug, das Toyota in die französische Hauptstadt entsandt hat. Insgesamt sind mehr als 3000 Fahrzeuge im Einsatz – von Wasserstoffbussen, von denen einige ebenfalls in Portugal gebaut wurden, bis zu kompakten Mikromobilitätslösungen. Darunter befinden sich mehrere Fahrzeuge für den Individualverkehr, die ich ebenfalls testen konnte.
Der eigentliche „Star des Unternehmens“ ist allerdings der Toyota APM, denn er wurde von Grund auf genau für diesen Zweck entwickelt. Es bleibt abzuwarten, ob die japanische Marke nach diesem Einsatz und der Auswertung aller gesammelten Daten die Erkenntnisse des APM für ein kleines Elektro-Stadtauto in Serienproduktion nutzen wird.
Wie fährt sich der Toyota APM?
Zunächst zu den Abmessungen: Mit 3,73 Metern Länge, 1,65 Metern Breite und 1,97 Metern Höhe liegt der APM eher in der Grössenordnung eines herkömmlichen Autos als in jener eines Leichtfahrzeugs.
Der Citroën AMI liefert einen guten Vergleich: Gegenüber diesem elektrischen Leichtfahrzeug ist der APM 1,32m länger, 27cm breiter und 45cm höher.
Trotz seiner Dimensionen hinterlässt der Toyota APM zunächst einen sehr agilen Eindruck. Weil die Achsen weit aussen positioniert sind und die Lenkung so leichtgängig ist, lässt er sich ausgesprochen einfach fahren.
Mit einer auf 20 km/h begrenzten Höchstgeschwindigkeit – Toyota nennt keine Daten zum Elektromotor – ist der APM gewiss nicht schnell. Für seine Aufgabe ist er jedoch ausreichend flott unterwegs. Dabei fährt er stets sehr sanft, auch wenn früh deutlich wird, dass Komfort keineswegs oberste Priorität hatte.
Bei der Reichweite, wobei Toyota erneut weder Kapazität noch Chemie der Batterie angibt, liegt der Wert bei 100 Kilometern. Das ist für den vorgesehenen Einsatzzweck mehr als ausreichend. Ist die Batterie leer, genügt eine Haushaltssteckdose und 5 Stunden Ladezeit, um sie vollständig aufzuladen.
Der Toyota APM ist äusserst schlicht gehalten: Es gibt nur Pedale, ein Lenkrad aus einem Toyota Aygo und die Bedienelemente des Antriebs. Dafür steht er ganz im Zeichen der Vielseitigkeit. Die fehlenden Türen und der variable Innenraum unterstreichen dies: Zwischen den beiden hinteren Sitzreihen ist genug Platz für den Transport einer Europalette.
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