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Plastikflaschen in Fußballstadien: Mehrwegbecher statt Pfandrückgabe

Jugendlicher im Fußballstadion erhält Flasche Wasser von Mann an Kasse mit vielen Münzen auf Tablett.

Plastikflaschen werden künftig in Fußballstadien und an anderen Verkaufsstellen, an denen sie ohne Deckel ausgegeben werden, nicht mehr verkauft. Ohne Verschluss kann das Pfand von zehn Cent im Pfand- und Rückgabesystem nicht erstattet werden, denn die Automaten nehmen nur vollständige Verpackungen an. Nach Informationen des JN sollen Getränke deshalb in Mehrweg-Kunststoffbechern verkauft werden, die nach der Veranstaltung zurückzugeben sind.

Mit dem Start des Pfandsystems gelten Plastikflaschen und Dosen bis zu drei Litern nicht mehr als Abfall, sondern als Wertstoff mit einem Pfand von zehn Cent je Einheit. Allerdings müssen noch einige Einzelheiten geklärt werden, und wichtige Informationen sind noch nicht bei allen Beteiligten angekommen. Wie der JN bei den zuständigen Stellen erfuhr, wird das System an Orten, an denen Flaschen ohne Deckel verkauft werden, zu veränderten Gewohnheiten führen. Andernfalls werden sowohl die festgelegten Recyclingziele als auch die Rückerstattung des Pfandbetrags erschwert. Besonders deutlich zeigt sich das in Fußballstadien: Dort sollen Getränke künftig in ebenfalls kostenpflichtigen Mehrwegbehältern ausgeschenkt werden.

Mehrwegbecher in Fußballstadien

Das Modell orientiert sich an der Praxis, die in einigen Veranstaltungsstätten bereits für bestimmte Getränke gilt, und soll nun auch auf Wasserflaschen ausgeweitet werden. In den größten Stadien des Landes, etwa im Estádio da Luz oder im Estádio do Dragão, werden Erfrischungsgetränke schon heute in Mehrwegbechern ausgegeben. Fans erhalten den dafür gezahlten Betrag zurück, wenn sie die Becher an den vorgesehenen Rückgabestellen abgeben. Auch bei Konzerten und Festivals wird dieses Verfahren angewandt.

Weitere Optionen für das Pfandsystem

Wie in anderen europäischen Ländern mit vergleichbaren Systemen werden noch weitere Möglichkeiten geprüft. Dazu zählen eine Umrüstung der Automaten an diesen Orten, damit sie Verpackungen ohne Deckel annehmen können, manuelle Rückgabestellen oder Sammelbehälter für Pfandspenden. Der JN weiß, dass SDR Portugal Gespräche mit den für Veranstaltungen verantwortlichen Stellen führt; in der vergangenen Woche fand bereits ein Treffen mit Liga Portugal statt. Die Generaldirektion für Wirtschaft und die Portugiesische Umweltagentur legen die Regeln fest.

Ein aktuelles Rundschreiben der Portugiesischen Umweltagentur (APA) stellt klar: „Bei Einzelveranstaltungen, Messen, traditionellen Festen, Konzerten, Sportveranstaltungen, Festivals und mobiler Gastronomie kann der Verbraucher das Pfand durch die Rückgabe der leeren Verpackung an einem auf dem Veranstaltungsgelände bereitgestellten Volta-Rückgabepunkt, an Volta-Punkten und -Kiosken im Sammelnetz des SDR oder durch die Spende des Pfandbetrags zurückerhalten, sofern diese Lösung von der Organisation der jeweiligen Veranstaltung umgesetzt wird, wenn am Verkaufsort nachweislich keine Bedingungen für die Annahme von Verpackungen bestehen.“ Werden Flaschen jedoch ohne Deckel verkauft, können sie nicht an den „Volta“-Automaten zurückgegeben werden.

Für Susana Fonseca von der Umweltorganisation Zero ist diese Lösung nur sinnvoll, wenn die Becher wiederverwendbar sind und der gezahlte Betrag erstattet wird. Andernfalls sei sie „schlechter als eine Einwegverpackung“. „Ein Mehrwegbecher enthält mehr Material und soll wiederverwendet werden, nicht nur ein- oder zweimal. Entscheidend ist eine gemeinsame Arbeit zwischen denjenigen, die das Pfandsystem einführen, und den für die Veranstaltungen zuständigen Stellen. Beide Seiten müssen sich bemühen, die beste Lösung zu finden – sei es der Verkauf über Mehrwegbecher, um zusätzliche Verpackungen zu vermeiden, sei es ein Bereich für Pfandspenden oder die Anpassung der Automaten.“

Wissenswertes

Alles recyceln
Die Automaten des „Volta“-Systems akzeptieren Flaschen nur mit Deckel, weil die vorgegebenen Ziele verlangen, dass die Verpackung vollständig recycelt wird. Außerdem müssen die Verpackungen leer sein und einen gut sichtbaren Barcode aufweisen.

Zahlung am Ende
In Restaurants, in denen die Rechnung erst nach dem Essen bezahlt wird, werden den Gästen die zehn Cent Pfand ebenfalls nicht berechnet. Die Betriebe sind dafür verantwortlich, das Pfand zurückzuerhalten.

Was unterscheidet Mehrwegbecher von Einwegbechern?

Ein Mehrwegbecher besteht aus robustem Kunststoff, Metall oder Glas. Er lässt sich mehrfach spülen und erneut verwenden. Wer ihn an Verbraucher verkauft, muss stets die Rückzahlung des Pfandbetrags ermöglichen. Einwegbecher hingegen sind nur für eine Nutzung bestimmt, leicht, günstig und einfach zu entsorgen. Sie verursachen große Mengen an Abfall, landen häufig auf Deponien und belasten die Umwelt.

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