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The Crew Motorfest: Gründe, 2026 neben Forza Horizon 6 weiterzuspielen

Blick von einer Rennbahn mit Autos auf fliegende Haie, Delfine und eine Landschaft mit Wasser und Brücken.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ein kleines Spiel namens Forza Horizon 6 erschienen ist. Darauf deuten die unheimlich stillen Kommentarspalten unter den jüngsten schrillen Restomod-Enthüllungen hin, das auffällige Ausbleiben von Zubehör-Auspuffklang in der Nachtluft und, nun ja, die riesige Marketingkampagne für eben dieses Spiel. Na gut, dann war es das wohl. The Crew Motorfest hatte seinen Augenblick unter der Sonne von Oahu. Oder?

Wir haben jedoch wieder bei Ubisoft Ivory Towers verrückter Interpretation hawaiianischen Tourismus vorbeigeschaut – und einen Spielplatz mit ferngesteuerten Autos, NASCAR, selbst gebauten Strecken mit magenverstimmenden Loopings sowie einer allgegenwärtigen Skurrilität entdeckt, die Horizon offen gesagt fehlt.

Natürlich war die Reihe von Playground Games ganz offensichtlich eine wichtige Inspiration für The Crew Motorfest. Seit der Veröffentlichung 2023 geht Motorfest jedoch immer wieder kreative Risiken ein und sucht Wege, sich von der bekannten Formel abzusetzen. Drei Jahre später ist das gelungen. Mit dem Start von Horizon 6 stellt sich daher keine Entweder-oder-Frage. Sie entscheiden nicht, ob Sie Counter-Strike 2 oder Valorant spielen. Vielmehr fragen Sie sich, ob Ihnen gerade nach Touge-Fahrten zwischen Kirschblüten oder einer Stunt-Session mit RC-Autos ist.

The Crew Motorfest: NASCAR auf Playground Island

Erstes Ziel: NASCAR. Die in Saison neun hinzugefügte offizielle Kooperation bringt neue Oval-Rennstrecken auf Playground Island sowie den Ford Mustang Dark Horse, Chevrolet Camaro ZL1 und Toyota Camry XSE Cup Series in ihren offiziellen Lackierungen ins Spiel.

Wer irgendeine Liste der unwahrscheinlichsten Markenkooperationen im Motorsport führt, sollte sie jetzt ergänzen: Stock-Car-Ovalrennen und Ubisofts leichtfüssige, rutschfreudige Arcade-Open-World mit Fahrzeugen wirken nicht gerade wie eine naheliegende Verbindung. Entsprechend waren Anpassungen nötig: Das Starterfeld mit 40 Autos wurde auf acht reduziert, während die Langstreckenrennen vom Erlöschen der Ampeln bis zur Zielflagge ungefähr 15 Minuten dauern. Schade, dass sich das Chaos der Grand Races mit 28 Spielern nicht auf diese Veranstaltungen übertragen liess.

Trotzdem sorgen Kraftstoff- und Reifenmanagement dafür, dass sich NASCAR-Rennen von praktisch allem anderen im Spiel unterscheiden – und, ohne das Thema überstrapazieren zu wollen, auch von allem in Forza Horizon 6.

RC-Rennen und Track Forge

Zweites Ziel: RC-Rennen. Diese über den Year Three Pass ergänzte neue Event-Playlist zeigt Motorfest von seiner verspieltsten, experimentierfreudigsten und, dürfen wir sagen, französischsten Seite. Zwei Dinge machen sie lohnenswert: An erster Stelle steht, sehr klein zu sein und die Weltkarte dadurch aus einer neuen Perspektive zu erleben; danach folgt, das sehr kleine eigene Fahrzeug durch die Luft zu katapultieren, um Stunts auszuführen.

Es ist faszinierend, dieselbe hawaiianische Umgebung mit anderen Augen zu sehen und die Flächen zwischen den Strassen auf ihr RC-Potenzial abzuklopfen. Bei allem Respekt für die Inselbewohner: Wenn sie nicht wollten, dass kleine Autos ihre Gärten im Hinterhof erobern und Einfahrten als Stuntrampen verwenden, hätten sie höhere Mauern bauen müssen.

Drittes Ziel: Track Forge. Diese weitere grosse Ergänzung für das dritte Jahr von Motorfest ist ein Satz ziemlich leistungsstarker Kreativwerkzeuge, bei dem aufmerksame Beobachter dem Namen bereits entnommen haben dürften, worum es geht: Strecken bauen. Eine Schmiede für Strecken. Eine Track Forge.

Mit der Track Forge können Nutzer alle Arten ausgefallener Layouts oder Nachbauten realer Rennstrecken erstellen und sie anschliessend in die Datenbank hochladen. Dort kann jeder andere Spieler darauf Rennen fahren und um Bestzeiten in den Bestenlisten kämpfen.

Was verrät die Track Forge über die Crew Motorfest-Community? Dass Spieler ausgesprochen gern sehr, sehr schnell geradeaus fahren. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bestehen drei der fünf am stärksten positiv bewerteten Strecken aus sehr schnellen Geraden, die genau das ermöglichen.

Das erfüllt natürlich einen Zweck. Auf solchen Strecken lässt sich herausfinden, welche Autos jeder Kategorie die höchste Endgeschwindigkeit besitzen und welche Pro-Tuning-Einstellungen diese Höchstgeschwindigkeit weiter steigern. Und das ist alles enorm wichtig, wenn man Grand Races unbedingt gewinnen will.

Zwischen diesen zweckmässigen Asphaltbändern finden sich jedoch wesentlich interessantere und charaktervollere Kreationen: Achterbahn-artige Wellen und Loopings, Hindernisparcours über mehrere Untergründe, bodenständige realistische Rennstrecken sowie physikalisch unmögliche Layouts mit gewaltigen Sprüngen, die den Haftungsalgorithmus einer Versicherung beim ersten Blick zum Absturz bringen würden. Unsere eigene Schöpfung, eine 1:1-Nachbildung des Goiania-Kurses in Brasilien, befindet sich derzeit in Arbeit. Aktualisierungen folgen.

Zwei Arcade-Open-World-Rennspiele für 2026

Wer durch FH6 zuletzt wieder in die überaus polierte, meisterhafte und unglaublich sichere Formel für Open-World-Rennen von Forza Horizon eingetaucht ist, wird diesen Geist von „Probieren wir diese Idee aus und sehen, ob sie Spass macht“ in Motorfest als meilenweit von Playground Games’ Ansatz entfernt empfinden.

Deshalb ergibt es auch keinen Sinn, darüber zu diskutieren, welches Spiel besser ist. Das wäre, als würde man die englische Nationalmannschaft mit Pizza bewerten. Die entscheidende Erkenntnis nach dem Wiedersehen mit dem erfreulich seltsamen und beständig fesselnden Motorfest lautet: Es gibt 2026 sehr überzeugende Gründe, weiterhin zwei Arcade-Open-World-Rennspiele zu spielen.

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