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Neue Glasfroschart *Nymphargus dajomesae* in Ecuador entdeckt

Jugendliche untersucht im Regenwald einen grünen Frosch nahe einer Orchideenblüte bei Tageslicht.

Forscher haben in Ecuador eine neue Glasfroschart entdeckt und sie zu Ehren der Olympiasiegerin Neisi Dajomes Nymphargus dajomesae genannt. Dajomes war die erste Frau, die für Ecuador olympisches Gold gewann.

Der Fund lenkt den Blick auf eine Gebirgsregion, in der die meisten Amphibien noch nicht erfasst sind, und verändert die Einschätzung darüber, wie viel Biodiversität dort weiterhin verborgen sein könnte.

Hinweise von einem abgelegenen Plateau

Auf Blättern über langsam fließenden Schwarzwasserbächen in El Quimi – einem Naturschutzgebiet im südöstlichen Teil der Cordillera del Cóndor in Ecuador – wurden die Frösche als auffällige grüne Tiere in einem isolierten Waldökosystem entdeckt.

Anhand der dort gesammelten Exemplare hielt Mylena Masache-Sarango von der Päpstlichen Katholischen Universität Ecuadors (PUCE) Merkmale fest, durch die sie sich von sämtlichen bekannten Arten unterscheiden.

Detaillierte Untersuchungen der Hautstruktur und der inneren Membranen bestätigten, dass es sich bei dieser Population um eine eigenständige Abstammungslinie und nicht um eine Variante einer bereits bekannten Art handelt.

Damit ist der Status als neue Art begründet; zugleich wächst die Wahrscheinlichkeit, dass im umliegenden Lebensraum zahlreiche weitere Arten leben, die noch nicht wissenschaftlich beschrieben wurden.

Bedeutung von Nymphargus dajomesae

Mit der Benennung Nymphargus dajomesae nach Neisi Dajomes verknüpften die Forschenden einen unauffälligen Waldfrosch mit einem der bekanntesten sportlichen Meilensteine des Landes.

„Es ist besonders bedeutsam, dass diese Entdeckung von einer jungen Wissenschaftlerin geleitet wird und eine ecuadorianische Olympiasiegerin ehrt – diese Art wird zu einem Symbol dafür, wie Wissenschaft und Gesellschaft Frauen anerkennen und würdigen können, die die Zukunft gestalten“, sagte Dr. Diego F. Cisneros-Heredia, Zoologe an der PUCE.

Indem sie eine nationale Sportpersönlichkeit mit dem Artnamen verbanden, machten die Wissenschaftler die Namensgebung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

Ein besonderer Körperbau

Die meisten Glasfrösche sind kleine, baumbewohnende Frösche Mittel- und Südamerikas, die für ihre durchsichtige Bauchseite bekannt sind, durch welche einige innere Organe sichtbar werden.

Bei dieser Art werden mehrere Organe jedoch von leuchtend weißem Gewebe verdeckt.

Diese reflektierenden Zellen heißen Iridophoren – winzige, lichtreflektierende Strukturen – und umhüllen Herz, Speiseröhre, Magen und Nieren.

Über der hellen Unterseite ist der Frosch einfarbig grün. Seine körnige Haut und gelben Finger heben ihn von nah verwandten Arten ab.

Da viele Glasfrösche einander täuschend ähnlich sehen, entscheiden solche kleinen körperlichen Merkmale häufig darüber, ob es sich um unterschiedliche Arten handelt.

Abstammungslinie von Nymphargus dajomesae

Genetische Daten des neuen Frosches ordneten ihn in eine Phylogenie, also einen Stammbaum der Arten, ein. Dort steht er einer noch unbenannten verwandten Form aus dem Südwesten Ecuadors nahe.

Dieser Vergleich deutet darauf hin, dass sich die Linien vor etwa 4,5 Millionen Jahren auseinanderzuentwickeln begannen, wahrscheinlich weil Gebirgsbarrieren feuchte Lebensräume voneinander trennten.

Eine weitere nahe verwandte Linie könnte nur rund 45 Kilometer entfernt vorkommen, doch ein tiefer gelegenes Tal könnte den Austausch zwischen beiden Populationen verhindert haben.

Dieser Zeitraum belegt, dass die Frösche keine lokale Variante darstellen, sondern einen seit Langem getrennten evolutionären Zweig.

Ein Schutzgebiet voller Entdeckungen

El Quimi barg nicht nur eine Überraschung: Mehr als 85 % der dort nachgewiesenen Amphibien sind weiterhin unbeschrieben.

Während lediglich 22 Erhebungstagen beschrieben Wissenschaftler auf dem Plateau bereits mehrere Frösche, eine Echse und sogar Pflanzen.

Eine Amphibiengemeinschaft in den höher gelegenen Bereichen des Plateaus wirkte nahezu vollständig neu, während in den angrenzenden tieferen Tälern bekannte Arten vorkamen.

Diese Trennung lässt vermuten, dass die kalten, isolierten Hochlagen besonders viele Abstammungslinien verbergen können, obwohl sie scheinbar offen zutage liegen.

Nächtliches Verhalten der Frösche

Die Tiere sind überwiegend nachts aktiv und sitzen dann auf Blättern in 0,6 bis 1,8 Metern Höhe über den Bächen.

Ein beobachtetes Männchen stieß einen scharfen einzelnen Klick aus, der ungefähr alle zwei Sekunden wiederholt wurde und vermutlich Weibchen bei der Ortung des Rufers hilft.

Mehrere Frösche riefen aus Bromelien und von feuchten Blättern, wodurch ihre Fortpflanzungsaktivität eng mit den kleinen Wasserläufen darunter verbunden ist.

Diese Lebensweise macht die Wasserqualität entscheidend, denn verschmutztes Wasser oder abgeholzter Wald könnten gleichzeitig Schutzplätze, Paarung und Eier beeinträchtigen.

Gefahr an der Grenze

Derzeit gilt für den Frosch nach den Schutzkriterien die Kategorie „Datenlage unzureichend“, die angewendet wird, wenn die Belege für eine eindeutige Einschätzung des Aussterberisikos nicht ausreichen.

Der einzige bekannte Fundort befindet sich etwa 4,8 Kilometer von landwirtschaftlich genutzten Flächen und 6,4 Kilometer von einem großen Bergwerk entfernt.

In anderen Teilen des Verbreitungsgebiets wurde großflächiger Bergbau bereits mit verheerenden Auswirkungen auf rund 20 Amphibienarten in Verbindung gebracht.

Eine Art, die nur von einem einzigen Standort bekannt ist, kann rasch verschwinden – insbesondere, wenn zusätzliche Daten zu ihren Populationen fehlen.

Arten korrekt einordnen

Die Zuordnung dieser Frösche ist schwierig, weil viele Arten dieselbe grüne Färbung und eine Lebensweise auf Blättern teilen.

In den Museumssammlungen der PUCE kann diese Verwechslung über Jahre bestehen bleiben, besonders wenn weit voneinander entfernte Populationen nahezu identische Farben tragen.

Durch die Klärung dieses Falls korrigierten die Autoren zugleich die Einordnung eines anderen ecuadorianischen Glasfrosches, dessen Verwandtschaftsverhältnis bislang ungewiss war.

Eine präzise Klassifikation ist unverzichtbar, da Schutzkonzepte scheitern können, wenn eigenständige Arten zusammengefasst werden.

Nächste Schritte für Nymphargus dajomesae

Die Forschenden betrachten den Südosten Ecuadors und das angrenzende Nordosten Perus nun als besonders aussichtsreiche Gebiete für weitere Entdeckungen, nicht als abschließend erfasste Region.

Hochplateaus oberhalb von etwa 1.800 Metern fielen besonders auf, weil sich dort nicht benannte Arten neben Nymphargus dajomesae stärker häuften als in den tieferen Tälern.

Grenzüberschreitende Erhebungen könnten zeigen, ob El Quimi eine Ausnahme darstellt oder zu einem weitaus größeren verborgenen Netzwerk gehört.

Bis diese Untersuchungen erfolgen, verändert jeder neue Nachweis aus der Cordillera del Cóndor an Ecuadors Grenze zu Peru die Karte stärker als erwartet.

Ein Frosch, ein Plateau und der Name einer Athletin weisen nun auf eine Grenzregion hin, in der die Wissenschaft noch aufholen muss.

Ob künftige Entdeckungen in wissenschaftlichen Aufzeichnungen erscheinen oder nur als Verluste sichtbar werden, könnte davon abhängen, ob diese Hochlandwälder geschützt werden, während die Untersuchungen fortgesetzt werden.

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