Ich hatte die Gelegenheit, einen Prototyp zu testen – und zwar keinen gewöhnlichen: Der CUPRA UrbanRebel Racing Concept wurde zum Fahren gebaut, nicht als Ausstellungsstück für einen Messestand.
Dabei handelt es sich um die Rennversion des Jahre zuvor enthüllten UrbanRebel Concept, der einen Vorgeschmack auf das Serienmodell Raval gibt. Dieser wird das kleinste und günstigste Elektroauto der spanischen Marke. Abgesehen von Name und Gestaltung haben die beiden UrbanRebel jedoch kaum etwas gemeinsam.
Um diesen Prototypen fahren zu können, reiste ich nach Piteå in Schweden, weniger als 100 km südlich des Polarkreises. Dort bot sich mir – wenn auch nur sehr kurz – die Gelegenheit, ihn auf einer Rallycross-Strecke auszuprobieren. Anschnallen und besser die Ohren schützen: Leise ist dieses Elektroauto ganz sicher nicht.
Die technischen Daten des CUPRA UrbanRebel Racing
Unter der aggressiv gezeichneten Karosserie des CUPRA UrbanRebel Racing steckt ein echter, rein elektrischer Rallycross-Rennwagen. Das von dem spanischen Unternehmen QEV gebaute Fahrzeug verfügt über zwei Elektromotoren und Allradantrieb. Zusammen liefern sie 320 kW (435 PS) sowie 510 Nm … bei 12.500 U/min.
Die Motoren müssen lediglich 1.230 kg bewegen. Deshalb sprintet der Wagen unabhängig vom Untergrund in nur 3,2 s auf 100 km/h. Zum niedrigen Gewicht trägt auch die lediglich 30 kWh große Batterie bei. Mehr Kapazität ist nicht erforderlich, denn Rallycross-Rennen in der WRX sind sehr kurz.
Die Aufhängung nutzt ein Pushrod-System, die Bremsanlage ist mit Bremssätteln von AP Racing ausgerüstet, und die 17-Zoll-Räder stammen von Braid. Die markanten Carbonflächen des UrbanRebel und seine übertriebenen Anbauteile passen perfekt zu seinem Einsatzzweck: jede Kurve anzugreifen, als wäre es die letzte – und dabei sogar alle vier Räder vom Boden abheben zu lassen.
Viel zu kurze Fahrerfahrung
Leider beschränkte sich meine Zeit am Steuer des CUPRA UrbanRebel Racing auf nur zwei Runden. Ich hätte gern deutlich mehr davon gehabt.
Trotzdem blieb der Wagen in mehrfacher Hinsicht im Gedächtnis. Zunächst wegen der schwierigen Sitzposition, die auf einen CUPRA-Fahrer abgestimmt war, der kleiner ist als ich. Dann wegen des großen Fahrspaßes, den diese trotz allem sehr ernsthafte Maschine bietet. Und natürlich wegen … ihres Geräuschs.
Ja, Elektroautos sollen eigentlich leise sein, doch dieses ist es nicht. Die Elektromotoren des UrbanRebel erzeugen einen lauten, schrillen und unangenehmen Klang. Von den mechanischen Melodien eines Verbrennungsmotors keine Spur. Dennoch ist das Geräusch nützlich – und zum Glück durch den Helm gedämpft.
Natürlich ist der UrbanRebel Racing nur ein Prototyp – noch dazu ein Rennfahrzeug. Dennoch macht er neugierig auf den Charakter, den der Raval als Serienversion haben wird. Wir werden da sein, wenn es so weit ist.
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