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Audi in der Formel 1: Mehr als nur Rennen gewinnen

Audi Formel-1-Rennwagen in rot-silberner Lackierung, ausgestellt in modernem Showroom mit großen Fenstern.

Audi kehrt an die Spitze des Motorsports zurück. Nach Erfolgen im Langstreckensport – insbesondere in Le Mans –, im Rallyesport und zuletzt bei der Dakar richtet die deutsche Marke ihren Blick nun auf die anspruchsvollste und aufmerksamkeitsstärkste Bühne des Rennsports.

Dabei handelt es sich nicht nur um einen sportlichen Schritt, sondern ebenso um eine strategische Entscheidung. Audi will die Formel 1 zwar gewinnen, doch das eigentliche Ziel liegt abseits der Rennstrecke.

In der jüngsten Folge von Auto Rádio, einem Podcast von Razão Automóvel mit Unterstützung von PiscaPisca.pt, haben wir mit Marília Machado dos Santos, Generaldirektorin von Audi Portugal, gesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage, worum es in dieser neuen Phase der deutschen Marke tatsächlich geht.

Mehr als nur Rennen gewinnen

Der Einstieg von Audi in die Formel 1 fällt in eine Phase des Wandels innerhalb der Rennserie. Seit diesem Jahr wurde der elektrische Anteil der Antriebseinheiten in den Einsitzern weiter ausgebaut.

Zusätzlich schreibt das neue FIA-Reglement den Einsatz von zu 100 % nachhaltigen Kraftstoffen vor. Diese werden synthetisch aus Siedlungsabfällen, nicht für Lebensmittel genutzter Biomasse und abgeschiedenem Kohlenstoff hergestellt.

Dieses neue Umfeld war ausschlaggebend für Audis Engagement in der Formel 1. Die Rennserie steht nicht mehr ausschliesslich für reine Leistung, sondern wird zu einem Technologielabor, dessen Erkenntnisse unmittelbar in Serienfahrzeuge einfliessen können. Genau darin erkennt Audi ihren Nutzen.

Eine Audi-Formel-1-Offensive nach eigenen Regeln

Der deutsche Hersteller hat sich bewusst nicht für den einfachsten Weg entschieden. Statt die wichtigsten Komponenten seines Einsitzers auf dem Markt einzukaufen, entwickelt Audi auf Basis der früheren Sauber-Struktur die eigene Antriebseinheit und auch das Getriebe von Grund auf selbst.

Das steigert zwar das Risiko, doch ein möglicher Erfolg wäre damit vollständig Audi zuzuschreiben.

Zugleich unterstreicht dieser Entschluss das langfristige Bekenntnis der Marke zur Formel 1. Sie bietet eine Plattform, auf der sich Konzepte, Technologien und die Positionierung der Marke erproben lassen.

Marília Machado dos Santos verwies in diesem Zusammenhang auf die grosse Beliebtheit der Formel 1 bei einem jüngeren Publikum. Dieses „Segment“ potenzieller Kundinnen und Kunden – heute oder in Zukunft – möchten alle Marken erreichen. Audi bildet dabei selbstverständlich keine Ausnahme.

Mehrere Saisons im Blick

Audi ist nun in die Formel 1 eingestiegen, doch das Engagement ist bis zum Ende des Jahrzehnts angelegt. Das Ziel der Marke besteht darin, spätestens bis 2030 zumindest einen Platz auf dem Podium der Konstrukteurswertung zu erreichen.

Bis dahin soll – insbesondere nach den Rückschritten der Europäischen Kommission bei den Emissionsvorgaben – der Fokus auf elektrifizierten Modellen weiter verstärkt werden. Das betrifft sowohl vollelektrische Fahrzeuge als auch Plug-in-Hybride.

Die auf der Rennstrecke gewonnenen Erkenntnisse werden dafür entscheidend sein: von Software zur Steuerung des Energieeinsatzes über die Kühlung der Batterien bis hin zur Leistungsabgabe.

In der goldenen NASCAR-Ära in den USA prägte Bob Tasca vor mehreren Jahrzehnten den Satz „Am Sonntag gewinnen, am Montag verkaufen“. Zeiten und Herausforderungen der Branche haben sich verändert, doch dieses Prinzip ist heute aktueller denn je.

Auto Rádio: Die nächste Folge in der kommenden Woche

Es gibt also genügend Gründe, die jüngste Folge von Auto Rádio anzusehen oder anzuhören. Sie ist in der kommenden Woche wieder auf den üblichen Plattformen verfügbar: YouTube, Apple Podcasts und Spotify.

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