Toyota Celica GT-Four: Vom Konzept zur WRC-Hoffnung
Die Geschichte begann 1985, als Toyota auf der Tokyo Motor Show das erste Konzeptfahrzeug des Toyota Celica GT-Four präsentierte. Entgegen seiner Bezeichnung handelte es sich dabei um einen Cabriolet-Prototypen mit Allradantrieb, der nie in Serie ging. Dennoch legte dieses Fahrzeug den Grundstein für den ersten GT-Four, der auf der damals neuen vierten Celica-Generation (T160) basierte.
1986 startete die Produktion des Toyota Celica GT-Four der Baureihe ST165. Er wurde als dreitüriger Liftback angeboten; daneben gab es den Celica auch als zweitüriges Coupé. Als sportlichste Celica-Variante verfolgte er ein klar definiertes Ziel: die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC).
Angetrieben wurde er vom aufgeladenen 3S-GTE-Vierzylinder mit 1998 cm³ Hubraum. Je nach Markt und Ausführung leistete die Straßenversion zwischen 180 und 190 PS. Hinzu kamen AWD-Allradantrieb und ein manuell betätigtes Sperrdifferenzial. Damit schien der Celica die ideale Grundlage für den Rallyesport zu bieten, und 1988 debütierte er bei der Rallye Korsika in der Weltmeisterschaft.
Insgesamt fünf Jahre lang setzte Toyota im WRC auf den Celica. In dieser Zeit erzielte das Modell 13 Siege, die überwiegend der Spanier Carlos Sainz am Steuer einfuhr.
Der Aufstieg des dominanten ST185
1992 führte Toyota die zweite Generation des Toyota Celica GT-Four ein, intern als ST185 bezeichnet. In der Rallye-Weltmeisterschaft wurde sie jedoch vor allem unter dem Namen Toyota Celica Turbo 4WD bekannt. Mit einer weiterentwickelten Variante des 3S-GTE-Motors stellte sich der Erfolg rasch ein – beginnend mit dem Sieg bei der Safari Rally desselben Jahres.
Die Veranstaltung, die damals als schwierigste Rallye der Welt galt, führte durch Kenia, Uganda und Tansania und wurde zugleich zur Bühne für den ST185. Dort demonstrierte er seine Überlegenheit mit vier Siegen in Folge: 1992 gewann Carlos Sainz, 1993 folgte der Finne Juha Kankkunen, 1994 siegte mit Ian Duncan ein kenianischer Lokalmatador, und 1995 fuhr der Japaner Yoshio Fujimoto zum Erfolg.
Mit dem Celica Turbo 4WD schrieb Toyota außerdem Geschichte. Die Marke wurde als erster japanischer und asiatischer Hersteller Konstrukteurs-Weltmeister – 1993 und 1994 – und beendete damit die Dominanz europäischer Konstrukteure in der Rallye-Weltmeisterschaft.
Zu den Konstrukteurstiteln kamen Fahrer-Weltmeisterschaften hinzu. Den ersten Titel sicherte Carlos Sainz bereits 1992, ehe Juha Kankkunen 1993 und Didier Auriol 1994 weitere WM-Titel gewannen.
Toyota Celica Turbo AWD bei der Rallye Portugal
Während der Dominanzjahre des Toyota Celica Turbo AWD war Portugal – genauer gesagt die damalige TAP Rally de Portugal – für das japanische Team alles andere als einfaches Terrain. Die Ausnahme folgte im letzten Jahr dieser Phase, 1994, als das Toyota Castrol Team dank der Leistung von Juha Kankkunen und Nicky Grist erfolgreich war.
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In jenem Jahr beendete der „fliegende Finne“ die portugiesische Rallye auf dem ersten Platz. Sein Vorsprung auf das zweitplatzierte Fahrzeug des Toyota Castrol Teams, pilotiert von Didier Auriol und Bernard Occelli, betrug etwas mehr als eine Minute.
Abgesehen von diesem Erfolg erreichte der Toyota Celica Turbo AWD in Portugal lediglich noch einen dritten Rang: 1992 durch Carlos Sainz und Luis Moya. Tatsächlich hatte der spanische Fahrer die portugiesische Veranstaltung, die damals noch Rally de Portugal Vinho do Porto hieß, bereits ein Jahr zuvor gewonnen – 1991. Der wesentliche Unterschied: Damals saß er im Toyota Celica GT-Four ST165 des Toyota Team Europe. Damit gewann erstmals ein nicht europäisches Auto die Rallye Portugal.
ST205: Das Ende eines Zyklus
Die WRC-Geschichte des Toyota Celica GT-Four endete 1995. Zu diesem Zeitpunkt setzte Toyota bereits die dritte Generation ST205 ein, die ein Jahr zuvor auf den Markt gekommen war. Ihr Ruf wurde jedoch auf denkbar schlechte Weise geprägt: Beim Einsatzfahrzeug für die Rallye Katalonien wurden Turborestriktoren verwendet, deren Abmessungen über den von der FIA erlaubten Grenzen lagen.
Dieser Vorfall führte schließlich zum einjährigen Ausschluss von Toyota aus der Weltmeisterschaft – doch das ist eine Geschichte für einen späteren Abschnitt…
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