Die vierte Etappe der Tour de France Femmes 2026 wird als Einzelzeitfahren ausgetragen. Der Radsportweltverband UCI will die Kontrolle der Kleidung der Fahrerinnen aus einem konkreten Grund verschärfen: Manipulationen mit gepolsterten BHs sollen verhindert werden. Auch im Männerradsport gibt es vergleichbare Methoden, insbesondere die Technik mit einer Trinkflasche unter dem Rennanzug.
Nach der Etappe von Genf nach Poligny am Montag, 3. August, folgt am Dienstag die vierte Etappe der Tour de France Femmes 2026: ein Zeitfahren zwischen Gevrey-Chambertin und Dijon. Die 21 Kilometer lange Strecke wird vom Veranstalter besonders genau überwacht, denn es beginnt eine regelrechte Jagd auf gepolsterte BHs. In einer Pressemitteilung erklärte die UCI (Union Cycliste Internationale), dass „besondere Aufmerksamkeit der Einhaltung von Artikel 1.3.032 des UCI-Reglements gelten wird, der nicht wesentliche Elemente sowie Kleidung oder andere Gegenstände/Accessoires betrifft, die von einem Fahrer getragen werden und die Körperform verändern könnten“.
Tour de France Femmes 2026: Aerodynamischer Vorteil durch gepolsterte BHs
Hintergrund ist ein möglicher Betrug mit gepolsterten BHs, der Radfahrerinnen einen aerodynamischen Vorteil verschaffen könnte. Indem sie die Brustfläche der Sportlerinnen vergrößern, sollen diese BHs den Luftwiderstand senken und höhere Geschwindigkeiten bei geringerem Kraftaufwand ermöglichen. „Wir reden nur über ein paar Watt Unterschied, doch ein paar Watt sind in einem Zeitfahren sehr viel. Vor allem, wenn man das bei dieser Hitze mit Eis erreichen kann. Das ist wirklich interessant für den Körper“, erklärte Stijn Steels, Sportdirektor des Teams AG Insurance Soudal, gegenüber dem belgischen Medium HLN.
Vor ihrem Start müssen die Fahrerinnen eine Kontrolle in einem eigens dafür vorgesehenen Zelt durchlaufen. Auf dieser vierten Etappe könnten sich die Abstände zwischen den Anwärterinnen auf den Gesamtsieg der Frauen-Grand-Boucle vergrößern. Das Rennen ist deutlich kürzer als die Männerausgabe: Der Start erfolgte am Samstag, 1. August, in Lausanne, das Finale findet am 9. August in Nizza statt. Derzeit führt die Norwegerin Sigrid Haugset mit ihrem Team Uno-X Mobility die Tour de France Femmes 2026 an. Am Vortag gewann sie die dritte Etappe nach einer 85 Kilometer langen Soloflucht.
Mehrere Fahrerinnen der Tour de France Femmes 2026 bestätigen den Betrug
Unklar ist, wer während der ersten drei Etappen der Tour de France Femmes 2026 möglicherweise betrogen hat. Nach Angaben des niederländischen Mediums WielerFlits sollen jedoch mehrere Fahrerinnen aus dem Peloton die Organisation um Kontrollen gebeten haben, nachdem sie erklärt hatten, dass der Betrug seit Beginn des Rennens tatsächlich stattgefunden habe. Auch bei den Männern gelten spezielle Regeln zur Kontrolle von Veränderungen der Körperform. Verboten ist unter anderem eine bekannte Methode: eine Trinkflasche unter dem Rennanzug auf Bauchhöhe zu platzieren, um eine Schwachstelle bei der Steuerung des Luftstroms auszugleichen.
Kontrollen gegen Manipulationen und Doping im Radsport
Natürlich lassen sich solche Techniken vergleichsweise einfach kontrollieren und damit unterbinden. Wo der Wettbewerb möglicherweise weiterhin an seine Grenzen stößt, ist jedoch das Doping. Bei der Tour de France 2026 wurden mitten in der Nacht Dopingtests nach „schwerwiegenden und übereinstimmenden Verdachtsmomenten“ durchgeführt.
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