Wenn von Rekorden für Serienfahrzeuge die Rede ist, führt der Weg normalerweise zu einer bestimmten deutschen Rennstrecke. Dieses Mal steht jedoch ein Kurs in den USA im Mittelpunkt: Der Ferrari SF90 Stradale ist nun das schnellste Serienauto in der Geschichte des Indianapolis Motor Speedway.
Die Rennstrecke von Indianapolis zählt zu den ältesten und bekanntesten der Welt. Besonders ihre Oval-Konfiguration mit 4 km Länge ist berühmt, vor allem als Austragungsort der legendären 500 Meilen (800 km) von Indianapolis, des Indy 500.
Seit dem Jahr 2000 verfügt der Indianapolis Motor Speedway allerdings auch über einen konventionellen, innerhalb des Ovals angelegten Kurs, der Teile davon nutzt und die Rückkehr der Formel 1 in die USA markierte. Auf genau diesem „Road Course“ von Indianapolis erzielte der SF90 Stradale seinen Rekord.
Der Ferrari SF90 Stradale absolvierte die Runde in lediglich 1min29,625s und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 280,9 km/h. Die Bestzeit wurde am vergangenen 15. Juli beim Ferrari-Racing-Days-Event auf der Strecke aufgestellt.
Anders als etwa auf dem Nürburgring gibt es aus Indianapolis nur wenige dokumentierte Rekordversuche. In den USA ist vielmehr die Rundenzeit auf dem Laguna Seca Raceway die Marke, die alle unterbieten wollen. 2015 fuhr jedoch ein Porsche 918 Spyder, ebenfalls ein Hybridmodell, dort eine Zeit von 1min34,4s.
Ferrari SF90 Stradale mit Assetto Fiorano
Der Ferrari SF90 Stradale ist mit einer maximalen Leistung von 1000 cv das stärkste Serienmodell, das je in Maranello gebaut wurde. Damit übertrifft er sogar einen seiner älteren und besonders begehrten Brüder, den Ferrari LaFerrari. Dieser verfügt über einen V12, der „leicht“ größer ist als der Motor des SF90.
Hinter dem Fahrer arbeitet im SF90 Stradale ein 4.0-l-V8-Biturbo mit 780 cv bei 7500 rpm sowie 800 Nm Drehmoment bei 6000 rpm. Aber … woher kommen die 1000 cv? Für den Sprung auf 1000 cv sorgen drei Elektromotoren, die dieses Modell zugleich zum ersten Ferrari-Plug-in-Hybrid in der Geschichte der Marke mit dem „Cavallino“ machen. An der Vorderachse sitzen zwei Elektromotoren, je einer pro Rad; der dritte befindet sich an der Hinterachse zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe.
Damit wird verständlich, dass die erzeugte Kraft an alle vier Räder gelangt. Das Doppelkupplungsgetriebe bedient dabei ausschließlich die Hinterachse. Wie bei anderen elektrifizierten Fahrzeugen besteht keine mechanische Verbindung zwischen den beiden angetriebenen Achsen.
Leichtbau und Aerodynamik des Pakets
Dieser Ferrari SF90 Stradale war mit dem Assetto-Fiorano-Paket ausgestattet. Gegenüber einem normalen SF90 Stradale umfasst es wesentliche, auf die Performance ausgerichtete Verbesserungen: Multimatic-Stoßdämpfer aus dem GT-Rennsport sowie zusätzliche Leichtbaumaterialien wie Kohlefaser für Türverkleidungen und Fahrzeugboden und Titan für Abgasanlage und Federn. Dadurch sinkt die Gesamtmasse um 30 kg.
Zum Assetto-Fiorano-Paket gehörten außerdem die optionalen, besonders haftstarken Michelin Pilot Sport Cup 2R Reifen, die den Superwagen noch stärker auf den Asphalt drücken. Hinzu kam ein Spoiler aus Kohlefaser, der bei 250 km/h zusätzlich 390 kg Abtrieb erzeugt.
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