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Cabo Verde empfängt die Tubarões Azuis und Vozinha nach der Weltmeisterschaft

Kapverdische Fußballmannschaft mit Fans bei Ankunft am Flughafen, Flaggen werden geschwenkt, jubelnde Menge.

Tausende erwarten die Tubarões Azuis am Flughafen von Santiago

Die neuen Botschafter von Cabo Verde in der Welt wurden heute am Flughafen auf der Insel Santiago von Tausenden Menschen jubelnd empfangen.

Nicht einmal die Tubarões Azuis waren auf die Welle der Begeisterung vorbereitet, die sie bei ihrer Ankunft am internationalen Flughafen Praia überrollte. Die Hauptstadt eines Landes, das sich wie eine Atlantikwelle aufgerichtet hatte, feierte die kreolische Stärke, die sich jedes Mal zeigte, wenn Vozinha bei Cabo Verdes WM-Debüt den Ball mit sicheren Händen festhielt. Nach dem Erfolg gegen die USA hatte die Nationalmannschaft Argentinien in einem kräftezehrenden Duell über die gesamten 120 Minuten gefordert. Am Sonntagvormittag zählte eine dunkelblau gekleidete Menschenmenge vor den Toren der Insel Santiago die Minuten bis zur Ankunft ihrer neuen Helden.

Tausende warteten rund um den Flughafen Nelson Mandela auf die Nationalstars. Das kapverdische Volk möge dem historischen Friedensnobelpreisträger verzeihen, dem dieser Ort gewidmet ist: An diesem Tag trug die Legende einen anderen Namen. Er hatte weder Freiheit noch Menschenrechte verteidigt, doch in diesen Tagen wollte Cabo Verde vor allem von anderen Paraden sprechen. Der Name des Torhüters, der mit 40 Jahren zum Helden wurde, prangte auf Trikotrücken und hallte aus allen Richtungen wider.

Menschen standen auf den freien Flächen neben dem Flughafen, oben auf den seitlichen Mauern und auf den Erdhängen dahinter. Weitere Fans hatten auf Autodächern und Geländewagen Platz genommen, standen auf Motorradsitzen oder kletterten auf das Eugénio-Tavares-Denkmal am Kreisverkehr vor dem Flughafen. Auch dieses formte eine blaue Welle – allerdings klein im Vergleich zu jener, die sich seit dem frühen Morgen ringsum erhoben hatte: Fahnen, T-Shirts, Kleider und Hüte mit dem Aufdruck Cabo Verde.

Carnaval-Stimmung vor der Rückkehr der Nationalmannschaft

„So etwas hat es hier noch nie gegeben“, war von einem der Hänge mit bester Sicht auf das Spektakel des Jahres zu hören. Unten an den Flughafentoren zog Jéssica Pires von der Sambagruppe „Vindos do Mar“ bereits vor der Ankunft der Tubarões Azuis alle Blicke auf sich. Sie trug einen blauen Badeanzug mit Perlen und Federn, hochhackige Schuhe sowie ein kronenartiges Haarband, passend zu ihrem Titel als Königin der Carnaval-Batterie von Praia. Bei ihr standen ein halbes Dutzend Batuque-Musiker der Gruppe „Pó di Terra“. Einer hatte eine Flagge von Cabo Verde auf dem Rücken und das Emblem des F. C. Porto auf der Brust: Blau gleich doppelt.

Um halb zwölf brannte die Sonne, und auch das Gedränge nahm zu. Die Spieler, die bereits Stunden zuvor gelandet waren, sollten den Flughafen jeden Moment verlassen. Die Menge drängte sich an die Absperrungen, in der Hoffnung auf ein Foto, einen Händedruck oder ein Autogramm. Durch den Mittelgang, den eine ruhige Polizeikette von den Massen freihielt, kam Nadine, die Schwester des früheren Sporting-Spielers Jovane Cabral, mit ihren beiden Nichten. Alle drei platzten vor Stolz über den Weg ihres Idols aus der eigenen Familie.

Vozinha im Mittelpunkt des Triumphzugs von Cabo Verde

„Ahhhhhhh!!!“ Endlich war es so weit. Laute Jubelrufe, Pfeifen, Vuvuzelas und Batuque-Rhythmen brachen los. Da waren sie: die ungekrönten Könige eines präsidialen Landes, das sich vom Nationalstadion Tubarões Azuis wenige Kilometer entfernt für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatte. „Nos voz, nos forsa, nos orgulho“ stand auf dem Trio Elétrico, der durch die Flughafentore fuhr und die Spieler zurück nach Hause brachte.

Links und rechts des Lastwagens feierten die Fans die Ballkünstler, doch hinten strahlte der größte Star. Vozinha stand am Heck, trug eine Sonnenbrille und filmte den triumphalen Empfang, während die Menschen seinen Namen immer wieder riefen. Weil er nicht allen Anwesenden persönlich danken konnte, legte er die geschlossene Hand auf die Brust und winkte wie der Papst aus seinem Papamobil.

„Das Volk ist stolz und sehr bewegt“, sagte Bidião – ein Fischname mit der Seele eines Hais –, während er mit einer riesigen Fahne an seinen Landsleuten vorbeizog. Der Mann aus Praia zeigte sich gerührt von der WM-Leistung: „Wir sind ein kleines Land und im Sport nicht besonders stark.“ Zugleich bedauerte er das aus seiner Sicht „ungerechte“ Ergebnis im Spiel, das das Aus bedeutete. „Messis erstes Tor war Abseits“, warf er ein. Als er am Flughafen ankam, sei dort noch fast niemand gewesen. „Ich war praktisch der Erste.“

Obwohl der begeisterte Empfang den Rest des Tages über die wichtigsten Straßen der Stadt bis zum Strand von Quebra Canela weitergehen sollte, blieb die Atmosphäre unter Kontrolle. Ein entschlossenes, aber tolerantes Polizeiaufgebot respektierte die Emotionen der Menschen bei einem beispiellosen Moment in der Geschichte von Cabo Verde. Es gab weder Beleidigungen noch Auseinandersetzungen, weder Chaos noch Ärger. Der einzige erwähnenswerte Zwischenfall ereignete sich, als ein Kapverdier neben der Flagge seines Landes eine kleinere brasilianische Fahne zeigte – sehr zum Unmut einer Frau, die sofort protestierte. „Das ist Cabo Verde, hey!“ Ansonsten gab es nichts weiter zu vermelden.

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