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Decathlon verschenkt 2.000 Euro Aktien an 103.000 Beschäftigte

Gruppe von acht Personen in blauen Poloshirts in einem Fahrradgeschäft bei einer Besprechung.

Decathlon schenkt jedem seiner 103.000 Beschäftigten weltweit kostenlose Aktien im Wert von 2.000 Euro. Die großzügige Ankündigung erfolgt zehn Tage nach einem landesweiten Streik, bei dem Gehaltserhöhungen gefordert wurden. Zufall oder Kalkül?

Am Dienstag, den 16. Juni, hat Decathlon ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Händler stellte „The Decathlon Seed“ vor: Dabei erhält jeder der 103.000 Beschäftigten weltweit kostenlos Aktien mit einem durchschnittlichen Wert von 2.000 Euro. Die Maßnahme unterscheidet weder nach Position noch nach langer Betriebszugehörigkeit und richtet sich gleichermaßen an Teams in den Filialen, in der Produktion und in der Logistik.

The Decathlon Seed: Aktien für 103.000 Beschäftigte

Voraussetzung ist lediglich, seit mindestens drei Monaten im Unternehmen tätig zu sein. Die zugeteilten Aktien sind anschließend drei Jahre lang, also bis 2029, gesperrt. In dieser Zeit entwickelt sich ihr Wert entsprechend der gemeinsamen Leistung von Decathlon, das weltweit 1.817 Filialen betreibt. Nach Ablauf der Frist können die Beschäftigten frei entscheiden, ob sie sich den erreichten Wert auszahlen lassen oder erneut investieren wollen.

Eine Familienangelegenheit

Ein Unternehmen ist stärker, wenn diejenigen, die es aufbauen, daran beteiligt sind“, schreibt Javier López, CEO von Decathlon, auf LinkedIn. „Ein Unternehmen engagiert sich stärker, wenn seine Teammitglieder zugleich seine Teilhaber sind“, ergänzt er. Die Initiative setzt die bereits 1987 gestartete Öffnung des Kapitals für Beschäftigte fort. Der Konzern zählt weltweit inzwischen 56.000 Mitarbeiteraktionäre, das sind 54 % der Belegschaft. Diese Zahl soll künftig auf 90.000 steigen.

Zur Erinnerung: Decathlon gehört über die Association Familiale Mulliez (AFM) der Familie Mulliez, einem der bedeutendsten Family Offices Frankreichs. Zu deren Besitz zählen auch Auchan, Adeo als Muttergesellschaft von Leroy Merlin sowie Kiabi. Anders als Adeo, das zugesagt hat, sein Modell der Mitarbeiterbeteiligung jedes Jahr zu erneuern, hat Decathlon jedoch keine Zusage zur Wiederholung seines Programms gemacht. Ob „The Decathlon Seed“ dauerhaft wiederkehrt, ist derzeit offen.

Indem wir unseren Teammitgliedern die Möglichkeit geben, stärker an der künftigen Wertschöpfung des Unternehmens teilzuhaben, entscheiden wir uns dafür, gemeinsam ein nachhaltiges Projekt aufzubauen, das auf Vertrauen, Engagement und gemeinsamem Erfolg basiert“, erklärt Julien Leclercq, Präsident von Decathlon.

Der Streik im Hintergrund

Die Mitteilung kommt zehn Tage nach einem größeren Streik, bei dem rund tausend Beschäftigte unter anderem höhere Löhne verlangten. Denn die Finanzzahlen des Sporthändlers zeigen eine deutliche Aufwärtsentwicklung: 2025 stieg der Nettogewinn um 16 % auf 910 Millionen Euro, während der Umsatz um 4 % auf 16,8 Milliarden Euro zulegte.

Diese Entwicklung ist nicht neu. Wie die Kolleginnen und Kollegen von Les Échos hervorheben, hatte bereits Ende 2024 die Ausschüttung von 1 Milliarde Euro an Dividenden an die Familienaktionäre für Spannungen gesorgt. Decathlon betont seinerseits, dass es sich nicht um „eine unmittelbare Reaktion auf eine lokale Situation, sondern um eine langfristige strukturelle Investition“ handelt, die seit mehr als einem Jahr vorbereitet werde. Nach Angaben des Unternehmens bot der 50. Geburtstag der Firma den passenden Anlass, das Vorhaben vorzustellen.

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