Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein Walkingpad … Lässt sich das Nützliche mit dem Nützlichen verbinden, indem man während der Arbeit trainiert? Ich habe es ausprobiert.
Wie bei einem grossen Teil der heutigen französischen Bevölkerung findet auch der überwiegende Teil meiner journalistischen Arbeit im Homeoffice vor einem Computer statt. Dazu kommt, dass ich eher ein Mensch bin, der gern zu Hause bleibt – die ideale Kombination also, um gesundheitliche Probleme zu begünstigen. Trotz gelegentlicher Sporteinheiten, die ich irgendwie in meinen Wochenplan quetsche, wurde es deshalb Zeit, mich mehr zu bewegen.
Diese Erkenntnis traf mich mitten im Winter, als ich mich in der dritten Woche in Folge nur widerwillig dazu aufraffen konnte, meine Laufschuhe anzuziehen und ein paar Runden im Stadion zu drehen. Also nahm ich die Sache selbst in die Hand und kontaktierte Hersteller von Laufbändern.
Hürden beseitigen
Wie bei anderen Tätigkeiten, die als anstrengend oder unerquicklich gelten, ist beim Sport der Einstieg oft das Schwierigste. Es fehlt an Motivation, und sich anzuziehen, um bei Kälte nach draussen zu gehen und sich zu bewegen, wirkt selten verlockender als ein Moment unter der Bettdecke oder einer Kuscheldecke. Ist diese Hürde aber erst genommen, fühlen sich die Trainingseinheiten meist lohnend an.
Um diese akute Antriebslosigkeit zu überwinden, hilft es, möglichst viele Hindernisse auszuräumen. Gemeint sind all die kleinen Handgriffe vor dem eigentlichen Training: sich umziehen, das Equipment hervorholen und so weiter. Liegt die Yogamatte beispielsweise griffbereit, nutzt man sie eher, als wenn man erst in den Keller gehen muss, um sie zu holen.
Mit einem Laufband konnte ich daher zwei mögliche Bremsen für meine körperliche Aktivität ausschalten: einen passenden Zeitpunkt für eine Einheit finden und das Haus verlassen. Ich muss weder den Wetterbericht prüfen noch meinen Tag danach ausrichten. Es genügt, den Schreibtisch hochzufahren, auf das Band zu steigen und beim Arbeiten zu gehen. Selbst im Pyjama, barfuss, bei Regen, wenn ich krank bin oder in 20 Minuten ein Meeting habe.
Die Vorteile des Gehens
Bei körperlicher Aktivität denken viele zunächst an Laufen, Radfahren oder Krafttraining im Fitnessstudio. Dabei ist Gehen in jedem Alter ein hervorragender Verbündeter für die Gesundheit.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, täglich mindestens 30 Minuten zügig zu gehen (5-6 km), um Stress abzubauen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck zu senken. Zudem verbessert es die Herz-Lungen-Leistung, die Durchblutung und sogar die Knochenfestigkeit. Als zusätzlicher Vorteil werden Kalorien verbrannt.
Ausserdem muss man sich nicht stundenlang bis zur Erschöpfung verausgaben. Eine 2016 in Lancet veröffentlichte Studie zeigte, dass bereits 15 Minuten Bewegung am Tag das Sterberisiko um 14 % verringern und die Lebenserwartung um drei Jahre erhöhen können. Wer allerdings schon eine Viertelstunde für die Vorbereitung gebraucht hat, möchte selten noch eine Einheit absolvieren, die kaum länger dauert.
Flexispot PortaGo im Überblick
An dieser Stelle kommt Flexispot ins Spiel: Für meinen Test stellte mir das Unternehmen etwas mehr als einen Monat lang ein PortaGo zur Verfügung. Dabei handelt es sich um ein klappbares Walkingpad, das weniger Platz benötigt und sich einfacher verstauen lässt. Wer nicht möchte, dass das Wohn- oder Arbeitszimmer wie ein Basic Fit aussieht, kann es problemlos unter ein Sofa schieben oder hochkant in einer Zimmerecke unterbringen.
Kurz gesagt: Das PortaGo fällt eher wenig auf, bringt mit seinen knapp 20 kg aber dennoch ordentlich Gewicht auf die Waage. Genau darin liegt ein weiteres mögliches Hindernis. Zwar muss man nicht nach draussen, aber das Gerät muss trotzdem aufgebaut werden. Bei mir bedeutet das, den Stuhl zur Seite zu stellen und das Walkingpad unter den Schreibtisch zu schieben. Das dauert insgesamt nur wenige Sekunden, doch gerade für ältere Menschen kann das Bewegen dieser Masse eine erhebliche Anstrengung sein – was den Vorteil eines so kompakten Geräts wiederum schmälert.
Ansonsten erfüllt es genau meine Erwartungen. Es steht stabil, lässt sich von 1 bis 6 km/h einstellen, pausiert automatisch, sobald man absteigt, und zeigt die wichtigsten Informationen gut lesbar in grosser Schrift an. Vor allem liegt eine Fernbedienung bei. Mit ihr lässt sich die Geschwindigkeit regulieren oder das Band nach einer Pause wieder starten.
Mit 55 dB ist es zudem relativ leise, was ungefähr der Lautstärke eines Gesprächs entspricht. Allerdings fiel mir auf, dass es etwas lauter wird, wenn der Fuss auf Höhe der Klappstelle aufsetzt.
Der Flexispot PortaGo wird zu einem empfohlenen Preis von 310 Euro angeboten und ist regelmässig reduziert erhältlich. Auf der offiziellen Website ist er beispielsweise vom 15. bis 30. Juni 2026 für 260 Euro verfügbar.
Vor dem Computer gehen
Mein ursprünglicher Plan war schlicht: Ich wollte immer dann gehen, wenn meine Smartwatch mir mitteilte, dass ich meine stündlichen Schrittziele noch nicht erreicht hatte. Schnell merkte ich jedoch, dass sich die wiederholte Vorbereitung insgesamt zu sehr summierte. Deshalb wählte ich schliesslich einen anderen Ansatz: mindestens eine Stunde gehen, sobald ich längere Zeit an meinem Schreibtisch bleibe.
Zunächst muss man sich daran gewöhnen, beim Arbeiten zu gehen. Man beginnt langsam, findet das Gleichgewicht und kann sich bei Bedarf mit den Handgelenken am Schreibtisch abstützen, um einen festen Orientierungspunkt zu haben. Später wird es zur Routine, und bei niedriger Geschwindigkeit vergisst man fast, dass man überhaupt läuft.
Mein ideales Tempo lag zwischen 1,5 und 2 km/h. In diesem Bereich kann ich das Gleichgewicht halten, ohne bewusst darüber nachzudenken, und mich auf meine Artikel konzentrieren. Vielleicht war es ein Placeboeffekt, doch während der Gehphasen hatte ich den Eindruck, produktiver zu sein. Besonders überraschend ist das nicht: Es ist allgemein bekannt, dass Gehen die Konzentration fördert, insbesondere weil der schnellere Herzschlag den Körper besser mit Sauerstoff versorgt. Oberhalb von 2 km/h fiel es mir dagegen schwerer, stabil zu bleiben und mich bei der Arbeit nicht stören zu lassen.
Natürlich kann man auch beim Gehen andere Dinge tun, etwa spielen. Bei vielen Titeln funktioniert das durchaus, insbesondere bei ruhigeren Spielen. In kompetitiven Modi oder wenn hohe Präzision gefragt ist, sieht es allerdings anders aus. Nach mehreren Dutzend Stunden, in denen ich Japan am Steuer meines Ford Fiesta in Forza Horizon 6 erkundet habe, neige ich in zu engen Kurven noch immer dazu, meinen Oberkörper mitzudrehen. In Haarnadelkurven spannt sich sogar mein ganzer Körper an. Unter solchen Bedingungen einen gleichmässigen Schritt zu halten, wird ausgesprochen schwierig; daraus könnte man eine eigene E-Sport-Disziplin machen … oder einen Wettbewerb bei Intervilles.
Die Empfehlungen der WHO erreichen
Oft ist zu hören, man müsse 10.000 Schritte am Tag schaffen. Tatsächlich ist das eine Vereinfachung, die vor allem darauf beruht, dass sich eine runde Zahl leichter merken lässt. Bereits ab 7000 Schritten halbiert sich jedoch das Gesundheitsrisiko im Vergleich zu einer sitzenden Lebensweise, und das Herz-Kreislauf-Risiko sinkt schon ab etwa 3500 Schritten.
Also rechnen wir nach. Bei einem Mann mit einer Körpergrösse von 1,75 m entsprechen 1,5 km ungefähr 2100 Schritten. 2 km ergeben 2800 Schritte. Das ist somit die ungefähre Anzahl an Beinbewegungen, die ich in einer Stunde mache. Besser als nichts – doch mit einer Stunde Gehen unter diesen Bedingungen lassen sich die Empfehlungen nicht erreichen. Bei 1,5 km/h müsste ich folglich 3h20 gehen, um auf 7000 Schritte zu kommen. Bei 2 km/h wären es ungefähr 2h30.
Damit habe ich mehrere Möglichkeiten: eine lange Geheinheit, um das Ziel zu erreichen, oder die Zeit auf mehrere kurze Einheiten aufzuteilen. Die erste Variante empfand ich als ermüdend, nicht wegen der Bewegung selbst, sondern wegen des ununterbrochenen Stehens. Bei der zweiten muss ich den Arbeitsplatz dagegen mehrfach umorganisieren, den Stuhl verschieben und das Walkingpad verrücken. Kurz: Das erfordert ein wenig Logistik. Nicht viel, aber genug, damit die zusätzliche Hürde abschrecken kann.
Was bringt Gehen während der Arbeit?
Nach einem Monat mit dieser Routine bin ich beim Einsatz eines Walkingpads in Verbindung mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch durchaus zwiegespalten. Ohne Frage hat es mir ermöglicht, Sport zu machen, für den ich mir sonst keine Zeit genommen hätte. Noch mehr überrascht hat mich jedoch, dass die körperliche Aktivität meine Konzentration spürbar unterstützte.
Bei den Vorteilen fällt das Urteil dennoch etwas differenzierter aus. Es ist eindeutig ein Pluspunkt, weil ich in diesem Zeitraum mehr Bewegung hatte, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Die ultimative Lösung ist es aber nicht. Einige Einschränkungen bleiben bestehen, mindern den Nutzen und verhinderten in meinem konkreten Fall einen wirklich grossen Unterschied, da ich ohnehin regelmässig Sport treibe.
Abgesehen von meiner persönlichen Situation lässt sich jedoch festhalten: Ein Walkingpad zu Hause erleichtert die Bewegung und schafft Gelegenheit für zusätzliche Aktivität. Manche behaupten zwar, unter einer Stunde Training gebe es keine Ergebnisse. Tatsächlich ist aber jede Bewegung ein zusätzlicher Einsatz, den der Körper gern nutzt, um Energie zu verbrauchen. In diesem Sinn erfüllt das Gerät seine Aufgabe vollkommen.
Flexispot PortaGo
310 €
Gesamtbewertung
8.5/10
Das gefällt uns
- Gehen fördert die Konzentration
- Sport treiben, ohne das Zuhause zu verlassen
- PortaGo: praktische Fernbedienung
- PortaGo: zusammengeklappt leicht zu verstauen
Das gefällt uns weniger
- Muss dennoch aufgebaut werden
- Um bei anderen Tätigkeiten das Gleichgewicht zu halten, ist eine niedrige Geschwindigkeit nötig
- PortaGo: schwer zu bewegen
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