Jorge Jesus wird an diesem Freitag als Nationaltrainer vorgestellt und soll jährlich rund vier Millionen Euro brutto erhalten. Für sein Trainerteam sind weitere 500.000 Euro vorgesehen. Damit liegt sein Gehalt unter dem Betrag, den er 2015 bei Sporting bezog.
Nach einer morgendlichen Sitzung in der Cidade do Futebol in Oeiras erzielte der Portugiesische Fußballverband (FPF) eine Einigung mit dem Berater von Jorge Jesus. Der Trainer soll die Nationalmannschaft in den kommenden vier Jahren übernehmen und nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026 eine neue Ära einleiten. Nach Informationen von JN stellt die FPF für Jesus und seine Assistenten insgesamt 4,5 Millionen Euro brutto pro Jahr bereit. Auf den neuen Cheftrainer entfallen demnach etwa vier Millionen Euro jährlich.
Jorge Jesus: Gehalt beim portugiesischen Nationalteam
Konkret entspricht diese Vergütung dem Salär, das Jesus nach seiner zweiten Vertragsverlängerung bei Benfica zwischen 2013 und 2015 erhielt. Sie liegt jedoch unter den sechs Millionen Euro brutto jährlich, die ihm Präsident Bruno de Carvalho bei Sporting zahlte. Auch das Angebot, das er bei seiner zweiten Amtszeit bei Benfica in der Saison 2020/21 unterzeichnete, war höher: Damals verdiente er sieben Millionen Euro brutto pro Jahr und hatte mit Flamengo bereits die Copa Libertadores gewonnen.
Der Gehaltsrückgang erklärt sich durch die Vergütungsstrukturen der FPF und anderer Verbände, deren finanzielle Möglichkeiten deutlich hinter denen der Vereine zurückbleiben. Deshalb enthalten die Verträge vieler Nationaltrainer Erfolgsprämien für Titelgewinne bei Europa- und Weltmeisterschaften, um die Unterschiede bei den festen Bezügen abzufedern. Auch Jesus kann von solchen Bonuszahlungen profitieren. Bei seinem jüngsten Engagement bei Al Nassr in Saudi-Arabien bezog er steuerfrei zwölf Millionen Euro – dreimal so viel wie im nun mit der FPF vereinbarten Vertrag.
Wie JN zu Beginn der Weltmeisterschaft berichtete, bestand zwischen dem Trainer und Verbandspräsident Pedro Proença bereits grundsätzlich Einvernehmen. Roberto Martínez sollte wegen seines auslaufenden Vertrags nicht weitermachen. Die Gespräche nahmen vorgestern Fahrt auf, als die Delegation nach dem Achtelfinal-Aus gegen Spanien nach Portugal zurückkehrte. Gestern klärte der Berater des Trainers die Vertragsdetails, sodass der neue Nationaltrainer heute um 15 Uhr präsentiert wird.
Der 71-jährige Jesus übernimmt erstmals eine Nationalmannschaft, nachdem er 2024 kurz davorstand, die brasilianische Auswahl zu führen. Seine Aufgabe besteht nun darin, Portugal zur Titelverteidigung in der Nations League zu führen und beim EURO 2028 sowie bei der Weltmeisterschaft 2030 überzeugende Leistungen zu erreichen. Gerade die Weltmeisterschaft 2030 besitzt besondere Bedeutung, da die FPF sie gemeinsam mit den spanischen und marokkanischen Verbänden ausrichtet.
Beim Verband trifft Jesus auf Lourenço Coelho, den geschäftsführenden Direktor für die Nationalmannschaften. Coelho verantwortete bei Benfica den Fußballbereich, als der Trainer dort tätig war. Zwischenzeitlich wurde über eine Verpflichtung von Pepe als Co-Trainer nachgedacht, der den früheren Innenverteidiger Ricardo Carvalho ersetzen sollte. Der ehemalige Spieler des F. C. Porto lehnte die Anfrage allerdings ab.
Ziele
Attraktiver Fußball
Neben dem frühen Ausscheiden im Achtelfinale der Weltmeisterschaft zeigte die Nationalmannschaft einen lustlosen, ideenarmen Fußball ohne Tiefe. Jesus muss den Spielstil verändern und neue Abläufe entwickeln, vor allem im Mittelfeld. Dort wurde das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft, was sich in den Schwierigkeiten beim Herausspielen von Torchancen bemerkbar machte.
Die Ronaldo-Frage
Eine weitere Herausforderung für den neuen Nationaltrainer ist der Umgang mit Cristiano Ronaldo. Der Kapitän ist unumstrittener Stammspieler, aber weit von seinen besten Zeiten entfernt. Die bedingungslose Setzung durch Roberto Martínez nahm der Mannschaft häufig Intensität im Pressing und rückte Gonçalo Ramos in den Hintergrund.
Titel gewinnen
Zu den größten Aufgaben zählt, die Nationalmannschaft zu einem bedeutenden Titel zu führen. Portugal gewann in den vergangenen Jahren zwei Ausgaben der Nations League, doch es fehlte die Klasse, erneut die Europameisterschaft zu gewinnen oder erstmals Weltmeister zu werden.
Ressourcen sinnvoll einsetzen
Der neue Nationaltrainer muss seinen Kader ausgeglichener einsetzen. Das gelang seinem Vorgänger bei der Weltmeisterschaft nicht: Spieler außerhalb des festen Kerns, darunter Trincão, Gonçalo Inácio, Matheus Nunes, Gonçalo Guedes und Gonçalo Ramos, kamen kaum zum Zug.
Auf junge Spieler setzen
Ein Ziel wird es sein, jungen Spielern Einsatzpraxis mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2030 zu verschaffen. Mit Quenda, Rodrigo Mora und Mateus Fernandes stehen beispielsweise wertvolle Talente bereit. Hinzu kommt ein Jahrgang, der sowohl die U17-Europameisterschaft als auch die U17-Weltmeisterschaft gewann und gezielt eingebunden werden kann.
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