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Portugal: Kraftstoffpreise in der EU weiter an der Spitze

Junger Mann tankt an einer zapfsäule an einer Tankstelle bei Tageslicht.

Die 0:1-Niederlage gegen Belgien bedeutete für die portugiesische Nationalmannschaft das Aus bei der Fußball-Europameisterschaft 2020. In der europäischen Kraftstoff-Meisterschaft sorgt Portugals „Form“ jedoch weiterhin dafür, dass das Land in der Spitzengruppe mitspielt.

Laut der jüngsten Ausgabe des wöchentlichen Kraftstoffberichts der Europäischen Kommission hat Portugal das viertteuerste Benzin in der Europäischen Union (EU).

In der vergangenen Woche lag der Durchschnittspreis für Superbenzin 95 in Portugal bei 1,63 Euro je Liter. Höhere Werte wurden nur in den Niederlanden (1,80 €/Liter), Dänemark (1,65 €/Liter) und Finnland (1,64 €/Liter) verzeichnet.

Beim Diesel zeigt sich ein ähnliches Bild: Portugal schloss die vergangene Woche mit einem Durchschnittspreis von 1,43 Euro pro Liter ab und ist damit das sechste EU-Land mit dem teuersten Diesel.

Noch höher lagen lediglich Schweden (1,62 €/Liter), Belgien (1,50 €/Liter), Finnland (1,47 €/Liter), Italien (1,47 €/Liter) und die Niederlande (1,45 €/Liter).

Die Zahlen sind eindeutig: Verglichen mit den Ländern, die vor Portugal liegen, verfügt Portugal klar über die schwächere Wirtschaft.

Und als wäre das nicht schon besorgniserregend genug, dürfte das Land in dieser Woche in diesen Rankings noch einige Plätze aufrücken, denn die Kraftstoffpreise steigen die fünfte Woche in Folge.

Nach Berechnungen von Negócios erreichen die Kraftstoffpreise in Portugal in der nun beginnenden Woche den höchsten Stand seit 2013. Bei Superbenzin 95 wird ein Anstieg um 2 Cent je Liter erwartet, sodass ein Liter dieses Kraftstoffs 1,651 Euro kosten wird. Diesel verteuert sich dagegen um 1 Cent je Liter auf insgesamt 1,44 Euro.

Rechnet man mit diesem Anstieg, dürfte Portugal seine Position unter den EU-Ländern mit den teuersten Kraftstoffen im nächsten wöchentlichen Kraftstoffbericht der Europäischen Kommission weiter festigen.

Ein kurzer Vergleich mit den Werten der Vorwoche zeigt: Nach der aktuellen Erhöhung würde Portugal im Dieselpreis-Ranking auf dem sechsten Platz bleiben, beim durchschnittlichen Benzinpreis jedoch auf Rang zwei vorrücken – nur hinter den Niederlanden.

Steuerlast auf Kraftstoffe gehört zu den höchsten in der EU

Der für Portugal maßgebliche Brent-Preis liegt bei über 75 US-Dollar je Barrel und damit auf dem höchsten Niveau seit 2018. Dies ist allerdings nicht der einzige Grund für die hohen Kraftstoffpreise im Land. Die Steuerbelastung auf Kraftstoffe zählt zu den höchsten in der Europäischen Union und beeinflusst erheblich, was Autofahrer beim Tanken zahlen.

Ausgehend vom durchschnittlichen Preis für Superbenzin 95 in der vergangenen Woche von 1,63 €/Liter und den Angaben des jüngsten wöchentlichen Kraftstoffberichts der Europäischen Kommission entfallen 60 % des Preises in Portugal auf Steuern und Abgaben. Nur die Niederlande, Finnland, Griechenland und Italien besteuern Kraftstoffe stärker als Portugal.

Rechenbeispiele

Um diesen Zahlen mehr „Substanz“ zu geben, hilft folgendes Beispiel: Wer in der vergangenen Woche 45 Liter Superbenzin mit 95 Oktan tankte, zahlte durchschnittlich 73,35 Euro. Davon nahm der Staat 43,65 Euro über Steuern und Abgaben ein.

Wer beispielsweise in Spanien zu einem Preis von 1,37 €/Liter tankte, zahlte 61,65 Euro. Davon entfielen lediglich 31,95 Euro auf staatliche Steuern und Abgaben.

Wohin entwickeln sich die Kraftstoffpreise?

Die nächste Sitzung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) an diesem Donnerstag könnte die Richtung der Kraftstoffpreise in den kommenden Wochen bestimmen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Preise vor einem erneuten Rückgang noch weiter steigen können.

Allein im Jahr 2021 ist es in Portugal bereits 17 % teurer geworden, ein Benzinauto vollzutanken. Das entspricht einem Aufschlag von 23 Cent je Liter. Bei herkömmlichem Diesel beläuft sich der Preisanstieg seit Januar dieses Jahres bereits auf 14 %.

Das sind alarmierende Werte, die in den vergangenen Wochen zwischen den Toren von Cristiano Ronaldo und seinen Teamkollegen bei der EURO 2020 kaum Beachtung fanden. Nun, da die portugiesische Nationalmannschaft wieder zu Hause ist, dürften Portugals Tore, Leistungen und Siege in der europäischen Kraftstoff-Meisterschaft nicht mit derselben Begeisterung aufgenommen werden.

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