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IPTV: Neue Echtzeit-Sperren bedrohen Piratenangebote in Frankreich

Junger Mann auf Sofa steuert TV mit "blocked"-Sperre, Laptop und Smartphone mit Sportseite auf Tisch vor ihm.

Eine große Bedrohung für alle Nutzer von Piratenangeboten.

Wie angekündigt, wurde während der Weltmeisterschaft in Frankreich eine neue, besonders wirksame Waffe gegen IPTV eingesetzt. Dabei handelt es sich um die Echtzeit-Sperrung von IP-Adressen, über die illegale Übertragungen verbreitet werden. Dieses Verfahren wurde während des gesamten Turniers erprobt.

Wie Clubic berichtet, hat das französische Parlament am 21. Juli den Gesetzesvorschlag zur Organisation und Finanzierung des Profisports endgültig verabschiedet. Damit wird dieses Instrument gesetzlich gebilligt.

IPTV-Sperren in Echtzeit: Inkrafttreten steht noch aus

Unmittelbar aktiviert wird das neue System jedoch nicht. Zunächst muss das Gesetz verkündet werden. Anschließend soll die Arcom einen Beschluss verabschieden, der die technischen Vorgaben, Kontrollen und Verfahren zur Datenübermittlung festlegt, berichten unsere Kollegen.

Eine weitere Neuerung des Gesetzes: Ausländische juristische Personen, die einen Wettbewerb veranstalten oder audiovisuelle Rechte verwerten, dürfen künftig die Gerichte anrufen. Damit könnten auch LaLiga, die Serie A oder die Premier League rechtlich gegen Piraterie vorgehen.

Zur Erinnerung: Illegale IPTV-Server und Streaming-Websites mit Raubkopien sollen umgehend gesperrt werden. Die Sender M6 und beIN Sports, die Internetanbieter sowie die Regulierungsbehörde für audiovisuelle und digitale Kommunikation Arcom testen das neue Werkzeug bereits.

Im Einzelnen sollen die Rechteinhaber illegale Angebote aufspüren. Anschließend müssen die Internetanbieter auf deren Antrag die jeweilige IP-Adresse blockieren. Die Arcom überwacht das gesamte Verfahren. Abonnenten von Piratendiensten könnten dadurch erleben, dass eine Spielübertragung mitten im Live-Stream abbricht.

Die stellvertretende Generaldirektorin der Arcom, Pauline Combredet-Blassel, beschreibt das neue Verfahren bei Radio France so: „Der Vorteil der IP-Sperrung besteht darin, die Server zu treffen. Sobald man die Quelle trifft, wird es deutlich schwieriger, neue Plattformen zu schaffen.“ Ihrer Ansicht nach ist es zwar vergleichsweise leicht, „so viele Internetadressen zu erstellen, wie man möchte; sobald die Server jedoch nicht mehr erreichbar sind, ist es wesentlich schwieriger, sich zu vervielfältigen.“

beIN Sports fordert automatisierte Blockierungen

beIN begrüßt die Maßnahmen offenbar, würde aber noch weiter gehen. Sarah D’Arifat, die Justiziarin des Senders, betont hierzu: „Heute blockiert man in Spanien an einem Spieltag 10.000 Adressen von Piratendiensten. Das ist die Menge, die wir in Frankreich in einem Jahr blockieren.“

Daher fordert beIN automatisierte Sperrungen ohne menschliches Eingreifen. Die französischen Gesetzgeber scheinen dieser Idee gegenüber durchaus aufgeschlossen zu sein: In drei Wochen soll die Nationalversammlung einen entsprechenden Gesetzesvorschlag prüfen.

Risiken durch IP-Blockaden

So attraktiv diese Idee für Rechteinhaber sein mag, sie ist nicht risikofrei. Auf einem einzelnen Server können sowohl illegale Websites als auch völlig legale und für Bürger wichtige Angebote liegen. Bereits im vergangenen Jahr berichteten wir über die Probleme in Spanien, wo dieselbe Strategie angewendet wurde. Dort trifft die Maßnahme unbeabsichtigt zahlreiche legitime Websites und Plattformen, die bei diesem Anbieter gehostet sind.

Immer mehr Unternehmen und Nutzer protestieren gegen diese aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Ausfälle, die bestimmte Grundrechte beeinträchtigen. Ofelia Tejerina, Anwältin und Vorsitzende des Verbands der Internetnutzer, wird von El País deutlich zitiert: „Das beeinträchtigt die Informationsfreiheit, die Meinungsfreiheit und die Unternehmensfreiheit.“ Weitere Informationen dazu finden sich in unserem vorherigen Artikel hier.

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