Merken Sie sich den Namen Rokas Baciuška. Der Litauer trotzte zwei Reifenschäden und gewann die Auftaktetappe der Dakar Rally 2026 in der Stock-Klasse. Damit sicherte Defender bei seinem Debüt bei der härtesten Offroad-Veranstaltung der Welt in Saudi-Arabien den ersten Etappensieg seiner Geschichte.
Kenner der Rallye-Raid-Szene wissen längst um das Können des 26-Jährigen. Sein jugendliches Auftreten täuscht jedoch darüber hinweg, dass ihm die Anforderungen der Dakar keineswegs fremd sind. Nach dem Wechsel vom Kartsport in den Rallyesport nimmt er das kräftezehrende Enduro-Rennen in diesem Jahr zum vierten Mal in Angriff. Seine drei vorherigen Starts – die ihm jeweils einen Podestplatz einbrachten – absolvierte er in leistungsstarken Buggys der Klassen T4 und T3, bevor er 2026 mit Defender in die neue Stock-Kategorie aufstieg.
Defender Dakar D7X-R gewinnt die erste Stock-Etappe
Nach seinen Teamkollegen Sara Price und Stéphane Peterhansel fuhr Baciuška am Samstag beim kurzen, 23 Kilometer langen Prolog die drittschnellste Klassenzeit. Hinter den schnellen, eigens entwickelten Prototypen der T1+-Kategorie, die um den Gesamtsieg kämpfen werden, startete Baciuška als 40. in die erste Etappe. Die Teilnehmer brachen vom Bivouac in Yanbu auf, dem Startlager an der Küste des Roten Meeres im Nordwesten Saudi-Arabiens.
Auf der 305 Kilometer langen Route warteten drei Kontrollpunkte. Die Dakar wäre nicht der berüchtigtste Termin im Rallye-Raid-Kalender, würde sie mit einer sanften ersten Etappe beginnen. Entsprechend führte die Strecke zunächst durch enges, kurvenreiches Gelände mit scharfkantigen Felsen, die nur darauf warteten, Reifen aufzuschlitzen. Anschließend folgten schnellere Sandpassagen, durchsetzt mit Dünen, die die Aufhängung bis an ihre Grenzen forderten.
Baciuška saß angeschnallt in seinem Defender Dakar D7X-R. Als Stock-Fahrzeug nutzt er denselben 4,4-Liter-V8 mit Biturboaufladung wie der serienreife Defender OCTA. Auch Getriebe, Antriebsstränge, Karosserie und Fahrgestell entsprechen der Ausführung aus dem Showroom. Mit Beifahrer Oriol Vidal, der die Ansagen übernahm, kämpfte sich das Duo durch den Staub und behob zwei Reifenschäden, um die Klasse klar zu dominieren. Mit einer Zeit von knapp unter 4 Stunden 5 Minuten lagen sie an der Spitze der Stock-Wertung – mit deutlichen 6 Minuten 49 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Toyota Land Cruiser von Ronald Basso.
Mit diesem Ergebnis schrieb Baciuška gleich zwei neue Kapitel der Dakar-Geschichte. Bei seinem ersten offiziellen Einsatz ist Defender nun Etappensieger. Baciuška wiederum ist der erste Fahrer der World Rally-Raid Championship, der einen Etappensieg in allen Klassen Stock, Ultimate, Challenger und SSV errungen hat.
„Das war eine echte Dakar-Etappe und ein echter Dakar-Tag“, sagte Baciuška. „Es war nicht einfach. Die Strecke war steinig, dazu kamen einige Kilometer Dünen. Aber wir haben diese Etappe in unserer Klasse auf P1 beendet, also müssen wir so weiterarbeiten. Manchmal müssen wir im schwierigen Gelände langsamer fahren, aber wir werden sehen. Team, Beifahrer und Fahrer müssen der Dakar gemeinsam Glück bringen.“
Peterhansel und Price erleben einen schwierigen Dakar-Tag
Der 60-jährige Peterhansel, mehr als doppelt so alt wie Baciuška, war als Vierter der nächstbeste Defender-Pilot. Der 14-malige Sieger der Veranstaltung, in der Rallye-Raid-Welt schlicht als „Mr Dakar“ bekannt, setzte seine große Erfahrung gezielt ein. Nachdem unerwartet Probleme mit der Servolenkung auftraten, musste er ungeplant kräftig zupacken, brachte das Fahrzeug aber fachkundig und unbeschadet ins Ziel. Damit liegen er und Navigator Michaël Metge rund 49 Minuten hinter ihrem Teamkollegen.
Peterhansel erklärte: „Unsere Lenkprobleme begannen nach 50 Kilometern. Unsere riesigen Räder machten es in Verbindung mit dem trialähnlichen Gelände in manchen Abschnitten nahezu unmöglich, das Lenkrad zu drehen. Ich habe so stark gedrückt, wie ich konnte. Meine Schultern brennen.“
Auch Prologsiegerin Price bekam die volle Härte der Dakar zu spüren. Als sich die US-Amerikanerin und ihr Beifahrer Sean Berriman der 98-Kilometer-Marke näherten, zeigte sich die Schwierigkeit des Geländes deutlich: Sie trafen einen Felsen und brachen einen hinteren Aufhängungslenker. Sie mussten auf einen Support-Lkw warten, der ein Ersatzteil brachte. Obwohl das Paar noch eine weitere Reparatur ausführte, verlor es letztlich mehr als zwei Stunden.
Ian James, Teamchef von Defender Rally, sagte: „Die Dakar wird als der ‚Everest des Motorsports‘ bezeichnet, und heute haben wir erstmals erlebt, was das genau bedeutet. Alle drei unserer Fahrerduos sind stark gestartet, wobei Rokas und Oriol weiter Druck machten und ihren Debüt-Etappensieg holten – ein bedeutender Meilenstein für Defender Rally und eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Es war ein schwieriger Tag für Stéphane und Mika sowie für Sara und Sean, doch das Team hat die Probleme verstanden und wird Maßnahmen ergreifen, um das Risiko künftig zu verringern. Allerdings wissen wir, dass die morgige Etappe ebenso anspruchsvoll sein wird.“
Dakar Rally 2026 führt von Yanbu nach AlUla
Von der Gesamtdistanz von 8.000 Kilometern der Dakar 2026 ist bislang kaum etwas geschafft, doch bereits warten ein neuer Tag, eine neue Woche, eine neue Etappe und sogar eine neue Kulisse. Die Teilnehmer müssen am frühen Montagmorgen aufstehen, wenn der Konvoi von Yanbu ins Landesinnere ins historische AlUla fährt. Dazwischen liegt lediglich eine 400 Kilometer lange Wertungsprüfung aus schnellen, offenen Pisten und erbarmungslosen, felsdurchsetzten Bergpässen. Bleiben Sie für weitere Updates dran.
Defender OCTA | Meister extremer Performance, überall
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