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Audi R26 und Revolut: zwei Herausforderer für die Formel 1

Silberner Audi Revolt F1 Supersportwagen in modernem Ausstellungsraum mit Smartphone-Halterung am Kotflügel.

Audi hat gerade das Design des Audi R26 enthüllt, des Formel-1-Rennwagens, der in der kommenden Saison in der Startaufstellung stehen wird. Bei der Präsentation rückte zugleich Titelsponsor Revolut in den Fokus, dessen Ziele ebenso groß sind wie jene des neuen Teams.

Das ehemalige Berliner Kraftwerk verwandelte sich in eine futuristische Kulisse für eine der unerwartetsten Verbindungen im Motorsport. Vor mehreren hundert sorgfältig ausgewählten Gästen präsentierten Audi und die britische Fintech Revolut das endgültige Design des Audi R26. Damit wurde zugleich der offizielle Einstieg des deutschen Herstellers in die Formel-1-Weltmeisterschaft markiert.

Die Wahl Berlins spiegelt den Anspruch der beiden Partner wider. Deutschlands Hauptstadt, bekannt für ihre technologische und kulturelle Dynamik, verkörpert die Positionierung, die sowohl der Hersteller aus Ingolstadt als auch das Unicorn mit 70 Millionen Kunden anstreben. „Die heutige Enthüllung des Designs ist eine klare physische Verkörperung der perfekten Übereinstimmung zwischen der Marke Revolut und dem Team“, betont Antoine Le Nel, Chief Growth and Marketing Officer bei Revolut. „Vor zehn Jahren war Revolut der neue Akteur mit einem großen Ziel: die etablierten Giganten herauszufordern.“

Zwei Herausforderer mit derselben Philosophie

Sportlich setzt Audi auf eine weitreichende Strategie der vertikalen Integration. Der Konzern entwickelt den Antrieb parallel dazu in Neuburg in Deutschland und das Chassis in Hinwil in der Schweiz, während er zugleich in Bicester im Vereinigten Königreich – mitten in der „Motorsport Valley“ – über einen strategischen Standort verfügt. „Die strategische Entscheidung, als vollwertiges Werksteam in die Formel 1 einzusteigen, ist unser wertvollster Vorteil“, erklärte Mattia Binotto, der frühere Ferrari-Chef und heutige Leiter des Audi-F1-Projekts. „Diese nahtlose Integration verschafft uns die vollständige Kontrolle über unser Schicksal, ohne Kompromisse eingehen zu müssen.“

Auch Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, zeigt sich äußerst ehrgeizig: „Das Audi Revolut F1 Team ist nicht hier, um nur mitzufahren; unser Ziel ist es, bis 2030 um den Weltmeistertitel zu kämpfen“, sagte er. Ein Vorhaben, das Geduld und erhebliche Investitionen in einer Meisterschaft erfordert, die seit Jahrzehnten von Ferrari, Mercedes und Red Bull dominiert wird.

Revolut als kommerzieller Motor des Audi Revolut F1 Team

Um diese Ziele zu verwirklichen, hat sich Audi für Revolut entschieden. Die Zusammenarbeit geht weit über klassisches Sponsoring hinaus und nimmt durch konkrete Maßnahmen Gestalt an. Die Fintech baut ein kommerzielles Ökosystem auf, das den Dimensionen des Projekts entspricht. Dafür hat sie ein ausgefeiltes Aktivierungskonzept entwickelt, das die Partnerschaft zu einer kommerziellen Maschine machen soll.

Zunächst nutzt Revolut einen Hebel, den das Unternehmen besser beherrscht als kaum jemand anderes: Marketing. Ab dem 19. Februar wird die Adidas-Bekleidungskollektion über eine E-Commerce-Plattform angeboten, die Revolut Pay integriert. Fans können das offizielle Merchandising damit mit einem Klick kaufen. Darüber hinaus plant Revolut die Einführung einer Co-Branding-Bankkarte „Audi Revolut F1 Team“.

Vor allem wird das Audi-Team auf die Geschäftslösung der Fintech zurückgreifen. Revolut Business soll sämtliche Finanzvorgänge des Teams steuern – von der täglichen Liquiditätsverwaltung bis zu den internationalen Zahlungsströmen einer Organisation, die über drei Länder verteilt ist. „Hinter den Kulissen werden wir eng in die Finanzabläufe des Teams eingebunden sein“, erläutert Antoine Le Nel. Diese technologische Referenz soll Revolut dabei helfen, weitere internationale Unternehmen von seiner Business-Plattform zu überzeugen.

Die Fintech kündigt außerdem „eine Saison mutiger Aktivierungen“ an, deren erste beim Großen Preis von Australien in Melbourne umgesetzt wird. Diese Veranstaltungen sollen die Millionen Formel-1-Fans in Nutzer ihrer Finanzdienstleistungen verwandeln. Mit dem Interesse an der Meisterschaft möchte Revolut vor allem jüngere Zielgruppen erreichen, die durch die Netflix-Serie „Drive to Survive“ zur Formel 1 gefunden haben.

Audi und Revolut müssen sich nun beweisen

Nun müssen Audi und Revolut zeigen, dass ihre Partnerschaft funktioniert. Von Euphorie ist keine Rede: „Es ist erst der erste Tag einer langen Kampagne“, erklärt Jonathan Wheatley, der neue Teamchef, der kürzlich von Red Bull Racing verpflichtet wurde. „Unsere Aufgabe besteht darin, jeder Faser dieses Teams die DNA eines Champions einzuhauchen: eine Kultur der Widerstandsfähigkeit, Präzision und unermüdlichen Neugier.“

Auch die Fahrer schlagen in dieselbe Kerbe. Nico Hülkenberg, ein Paddock-Veteran mit mehr als 200 Grands Prix, fühlt sich durch den „tiefen Ernst und die unglaubliche Energie, die dieses Team auszeichnen“, beflügelt. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto, amtierender Formel-2-Champion im Alter von 20 Jahren, sieht darin „die unglaubliche Ehre, dieses Erbe in der Formel 1 zu tragen“.

Für Revolut steht ebenfalls viel auf dem Spiel. Die mit mehr als 33 Milliarden US-Dollar bewertete Fintech wartet im Vereinigten Königreich weiterhin auf ihre vollständige Banklizenz. Mit einer enormen Summe für das Sponsoring – solche Verträge belaufen sich auf mehrere zehn Millionen US-Dollar – geht das Unternehmen daher ein hohes Risiko ein.

Beide Herausforderer müssen ihre Ambitionen nun in greifbare Ergebnisse umsetzen: der eine auf dem Asphalt, der andere in seinen Finanzbilanzen. Eine Aufgabe, die die beiden Partner in den kommenden Jahren beschäftigen wird.

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