Sportliche Milliardäre dieser Welt dürfen jubeln: Jetzt gibt es ein Bugatti-Fahrrad passend zum neuen Tourbillon. Und es kostet vermutlich weniger, als einen Streifen auf den Wagen lackieren zu lassen.
Bugatti Factor One: Rennrad ohne Renneinsatz
Dabei handelt es sich um das Bugatti Factor One, ein derart kompromissloses Rennrad, dass es bei Rennen gar nicht zugelassen ist. Man hätte es auch einfach Le Petit Bolide nennen und es dabei belassen können.
Natürlich stammt dieses Projekt nicht ausschliesslich von Bugatti. Vielmehr ist es die nächste Luxuskooperation der Marke, diesmal mit dem britischen Premium-Fahrradhersteller Factor. Üblicherweise nehmen Fahrradmarken bei solchen Partnerschaften mit Automobilfirmen ihr Spitzenmodell, lackieren es in der gewünschten Markenfarbe und stellen es als Lifestyle-Schmuckstück für den Showroom vor die Tür. Hier läuft es anders.
Zwar basiert das Rad weitgehend auf Factors Flaggschiffmodell One, doch das Vorderteil wurde von Grund auf neu gestaltet. Wollte Bugatti besonders platt argumentieren, könnte die umgedrehte U-Form am oberen Ende der Gabel mit dem berühmten Hufeisen-Kühlergrill begründet werden. Tatsächlich geht es vollständig um Aerodynamik – und genau deshalb darf dieses Fahrrad nie Rennen fahren.
Für Rennräder schreiben die Regeln vor, dass Gabeln maximal 115 mm breit sein dürfen. Hier messen sie 147 mm. Diese Konstruktion kam zuerst bei Bahnrädern im Velodrom zum Einsatz, weil sie den Luftstrom aufbricht, bevor er die Unterschenkel des Fahrers erreicht. Sofern unter den Tourbillon-Besitzern keine angehenden Chris Hoys sind, dürfte ihnen allerdings wichtiger sein, etwas zu besitzen, das sonst niemand hat, als zwei Watt weniger Luftwiderstand.
Aerodynamische Gabel und exklusive Carbonteile
Auch die kleinen Ausformungen am unteren Ende der Gabelscheiden verdienen Beachtung: Sie sind neu. Gleiches gilt für das 3K-Köpergewebe der äussersten Carbonlage des Rahmens sowie das ausgesprochen aufwendige Carbon-Kettenblatt – also das Bauteil, an dem die Pedale sitzen – mit Titan-Zähnen. Das ist absurd anspruchsvolles Spitzendesign, das sicherstellen soll, dass zwischen dem schwitzenden Fahrer im Sattel und dem tiefen Carbon-Hinterrad möglichst wenig Energie verloren geht.
Selbstverständlich gehört auch eine Bugatti-Lackierung dazu. Ja, wir sind inzwischen an dem Punkt angekommen, an dem der Rest grösstenteils übernommen wird. Insgesamt ist das Fahrrad nicht gerade schön, oder? Es wirkt vorne breit und optisch schwer über dem Vorderrad. Schnell sieht es allerdings aus. Wer damit zu einer Sonntagmorgen-Ausfahrt erscheint, braucht – ähnlich wie bei der Ankunft zu einem Trackday im Bolide – besser die passende Muskulatur.
250 Exemplare ab €25,799
Oder man geniesst einfach die neidischen Blicke aus dem Augenwinkel. Es entstehen lediglich 250 Stück, und soweit erkennbar, muss man dafür kein Veyron-, Chiron- oder Tourbillon-Kunde sein. Damit wäre es mit €25,799 – rund £22,275 – vermutlich der günstigste Einstieg in den Bugatti-Besitz, der uns einfällt. Nach Bugatti-Massstäben ein Schnäppchen, gegenüber dem normalen Factor One jedoch ein Aufpreis von etwa £10k.
Factor im Zusammenhang mit Autos schon einmal gehört? Sehr gut: Vor etwa 12 Jahren baute das Unternehmen für Aston Martin ein One-77-Fahrrad – ja, wir sind es gefahren. Und für Bugatti ist dies ebenfalls nicht die erste Fahrradkooperation. Vor rund einem Jahrzehnt entstand mit PG x Bugatti ein Urban-Bike mit nur einem Gang. Sein Grundpreis lag bei €39,000 (£33,700), gebaut wurden 667 Exemplare. Gemessen daran erscheint diese jüngste Maschine geradezu günstig.
Damit wäre es also da: ein weiterer Bugatti für das Bugatti-Apartment, vielleicht angelehnt an das Bugatti-Sofa neben dem Bugatti-Gepäck, während man die Bugatti-Uhr trägt. Etwas, wonach wir alle streben können.
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