Dreißig Jahre später und nach einem deutlichen Besucherboom bekommt der berühmte 42-Kilometer-Lauf in Paris einen neuen Veranstalter sowie ein anderes Konzept. Bereits im kommenden Jahr werden die Läuferinnen und Läufer die Neuerungen erleben.
Cadence übernimmt den Paris-Marathon von ASO
Die Kontrolle von ASO über den Paris-Marathon endet. Nach 30 Jahren an der Spitze der Organisation unterlag Amaury Sport Organisation, die auch die Tour de France, Paris-Roubaix, Paris-Nizza, die Rallye Dakar und die Open de France verantwortet, dem Konsortium Cadence. Dieses erhielt den Zuschlag für den Paris-Marathon im Zeitraum 2027–2030. Ursprünglich wurde der Paris-Marathon 1976 vom Stade Français ins Leben gerufen.
Die kommenden vier Ausgaben der wichtigsten Laufveranstaltung der Hauptstadt werden von einem Zusammenschluss organisiert, zu dem unter anderem Havas, ein Unternehmen von Vincent Bolloré, sowie Keneo und Avena Events gehören. ASO konkurrierte zudem mit Playgound um die Rechte an Marathon und Halbmarathon von Paris. Zusammen gingen bei beiden Veranstaltungen in diesem Jahr mehr als 110.000 Läuferinnen und Läufer auf die Straßen von Paris.
Wechselnde Strecken für den Paris-Marathon
Um den Auftrag zu gewinnen, stellte das Konsortium Cadence seinen Plan heraus, die Regeln zu verändern und die Strecke jedes Jahr neu zu gestalten. So sollen sämtliche schönsten Orte der Hauptstadt gezeigt und „alle Stadtviertel von Paris“ gewürdigt werden. Diese eher ungewöhnliche Entscheidung erinnert stärker an die Tour de France als an Straßenläufe, bei denen der Streckenverlauf den Ruf einer Veranstaltung prägt.
Mit Cadence könnte sich der Paris-Marathon damit eher zu einem Publikumstermin als zu einem sportlichen Ereignis entwickeln, das Eliteathletinnen und Eliteathleten anzieht.
Die derzeitige Strecke, die sich in den vergangenen Jahren kaum verändert hat, zählt allerdings nicht zu den flachsten Kursen. Die Teilnehmenden müssen unter anderem entlang der Seineufer und durch verschiedene Unterführungen an den Brücken laufen. Zahlreiche Anstiege und Gefälle verhindern, dass Paris zu einer Rekordstrecke wird – anders als London, Berlin, Barcelona oder Valencia.
In Frankreich versuchen weitere Metropolen, Paris Konkurrenz zu machen und Spitzensportlerinnen und Spitzensportler mit leistungsfreundlichen Kursen anzulocken. Das jüngste Beispiel ist die Metropole Lille, die die Rückkehr ihrer wichtigsten Veranstaltung 30 Jahre nach deren letzter Ausgabe ankündigte. Beim Halbmarathon im März erklärte Philippe Lamblin, Präsident von Lille Métropole Athlétisme, es werde sich um einen der schnellsten Marathons Frankreichs handeln, der mit den größten internationalen Veranstaltungen mithalten könne.
Weitere Änderungen beim Paris-Marathon
Mit dem Amtsantritt des Konsortiums Cadence beim Paris-Marathon sind weitere Anpassungen vorgesehen. Dazu gehört eine besondere, stärker auf einzelne Zielgruppen zugeschnittene Preisgestaltung, etwa mit speziellen Startnummern für Personen mit RSA sowie Solidaritätsstartnummern. Für die Stadtverwaltung von Paris wird dies ein großer Gewinn: Der neue Vertrag sieht eine garantierte jährliche Mindestabgabe von 3,5 Millionen Euro vor – nahezu doppelt so viel wie unter der Organisation durch ASO.
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