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F.A.T. Ice Race in Zell am See: Autos, Ski und Schneematsch

Grüner Porsche 911 mit Skiern auf Dach fährt im Schnee bei Winterrennen, Fahrer mit Helm sitzt am Steuer.

Ein uralter, hüpfender und knatternder VW Käfer findet endlich einen Weg am Hoonitron vorbei. Seit einigen Runden hatte er aufgeschlossen – und keineswegs langsam. Jubel brandet auf. Der Hoonitron, Ken Blocks allradgetriebenes Elektro-Monster, rutscht, surrt und lässt die Räder weiter durchdrehen, doch im tiefen Schneematsch kommt er nicht voran. Er hätte sich wohl die Spike-Reifen der Corvette leihen sollen. Bösartigere Pneus habe ich lange nicht gesehen: mehr Stollen und Dornen als bei einem Punk-Treffen.

F.A.T. Ice Race: Schneematsch statt Rennsport

Das ist das F.A.T. Ice Race. Tatsächlich wird hier kaum Rennen gefahren. Bei niedrigeren Temperaturen wäre das anders gewesen, doch nach einigen warmen Tagen schaffen zunächst nur die Pistenraupen eine vollständige Runde. Danach wird es weitgehend zum freien Spiel: eher automobilisches Schlammschwingen als ein Wettbewerb in klaren Klassen. Das stört niemanden. Die Musik dröhnt, Getränke fließen, Autos rutschen umher, und alle haben eine großartige Zeit. Dazu gibt es Whirlpool, Bar und Feuerstellen. Après-Ski – nur mit zusätzlichen Autos.

Und die Veranstaltung ist keineswegs riesig. Weil wir hier darüber berichten, sie die sozialen Medien dominiert und bekannte Marken beteiligt sind, könnte man das zwar vermuten. Doch nein: Es ist ein kleines, lässiges Event. Wer wasserdichte Stiefel angezogen hat, um durch die Pfützen zu waten, kann in der Pause zwischen zwei DJ-Sets bequem von einem Ende zum anderen laufen. Sollten hier 5.000 Menschen sein, wäre ich überrascht.

Fotografie: Huckleberry Mountain

Übrigens befinden wir uns in Zell am See in Österreich. Das Event wird erst zum zweiten Mal ausgetragen. Seine Premiere war 2019, anschließend kam COVID dazwischen, und im vergangenen Jahr gab es wegen der Wärme keinen Schnee. Hätte die Veranstaltung stattgefunden, wäre sie zu einem Grasbahnrennen geworden. Dieses Jahr ist davon nicht weit entfernt.

Doch dies ist keine Geschichte über die Folgen der globalen Erwärmung und die Ironie, ein hochoktaniges Spektakel inmitten unberührter Berge abzuhalten – Audis Hoonitron war nahezu das einzige Elektroauto vor Ort. Nein, diese Geschichte hat tiefe Wurzeln. 1952 war das flache Tal unter den Gipfeln Großglockner, Hochkönig und Oberer Gernkogel Schauplatz des ersten Dr.-Porsche-Gedächtnis-Skijöring-Rennens. Ja, genau dieser Porsche.

Das Unternehmen hatte seinen Sitz im etwa 48 km Luftlinie entfernten Gmünd. Als es 1950 nach Stuttgart umzog, wollte die Familie ihre Verbindung zu den Bergen bewahren. Sie erwarb ein Anwesen in Zell und unterstützte das Skijöring-Rennen. Falls Sie sich fragen: Skijöring funktioniert wie Wasserski, nur übernehmen Autos die Rolle der Boote. Und das Wasser befindet sich in einem anderen Aggregatzustand.

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Von Dr. Porsche zum F.A.T. Ice Race

Ich bezweifle, dass das F.A.T. Ice Race seine Versicherungen und Risikobewertungen vollständig geklärt hatte, denn heute sollte eigentlich Skijöring stattfinden. Ich habe Filmaufnahmen aus jener Zeit gesehen. Lieber würde ich den Cresta Run auf einem Topfdeckel hinunterrutschen. Die Möglichkeiten, von den Spike-Reifen nachfolgender Autos auf kreative Weise zerstückelt zu werden, sind beträchtlich. Natürlich war das Ganze außerordentlich populär, und 1957 zog die Veranstaltung bereits 5.000 Besucher an. Nach einem Unfall endete ihre Zukunft 1974 abrupt. Glücklicherweise, das sollte ich betonen, nicht durch ein Skijöring-Unglück.

Als das Rennen zurückkehrte, lagen 45 Jahre dazwischen. Die Verbindung zu Porsche blieb jedoch bestehen. Hinter dem F.A.T. Ice Race steht Ferdi Porsche, 30, Sohn von Wolfgang, dem aktuellen Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG, Enkel von Ferry und Urenkel des Unternehmensgründers Ferdinand. Ja, derselbe Name in drei Schreibweisen – aber mit Automobiladel diskutiert man nicht. Ferdi schlug zunächst nicht direkt den familiären Weg ein und ließ sich zum Architekten statt zum Ingenieur ausbilden. Er hat ein Gespür für Markenführung und eine Vorliebe für die Neunziger.

F.A.T. International war ein Logistikunternehmen, das den siegreichen Porsche 962 bei Le Mans 1994 sponserte. Die Marke war verschwunden, Ferdi kaufte sie und haucht ihr nun neues Leben ein. Es gibt Fanartikel, einen Café-Treffpunkt auf dem Großglockner-Hochalpenpass sowie die unvermeidlichen Gespräche über Gemeinschaft und Kultur. Außerdem wächst das Ice Race: In diesem Jahr fand in Aspen, Colorado, eine zweite Veranstaltung statt.

„Die Idee ist, Motorsport und Autos zu feiern“, sagt Ferdi. „Sie stehen im Mittelpunkt, aber die Menschen machen die Party aus. Wir haben heute einige ziemlich gute Action gesehen, und ich glaube, alle hatten einen Riesenspaß.“ Er hat recht. Schnell könnte man annehmen, dies sei bloß eine weitere Gelegenheit für extrem Wohlhabende und bestens Vernetzte, sich zu präsentieren und mit ihren Autos zu posieren. Doch das ist nicht die Atmosphäre. Es ist eine Party, offen und freundlich. Einige Stars sind da, darunter Mark Webber und Valtteri Bottas, aber sie laufen einfach wie alle anderen herum und bestaunen Autos.

Von 356 bis 917 trägt alles ein Paar Ski – selbstverständlich stilecht für die jeweilige Epoche.

Autos, Ski und Porsche auf der Landebahn von Zell

Die Auswahl ist wunderbar bunt gemischt. Eine Gruppe Beach-Buggys steht dort, ein Ferrari Daytona neben einem Austin Cooper S, dazu ein Vorkriegs-Bugatti Type 30 im Steampunk-Stil mit Schlangenkopf-Hupe und tanzendem Teufel als Tankdeckel. Hinzu kommen Peugeot aus den Achtzigern, Alfa Romeo aus den Siebzigern, eine Reihe Lamborghinis sowie Rallyeautos von Škoda und Subaru. Sie stehen dicht an dicht unter Faltpavillons auf der kurzen Landebahn von Zell. Ferdi sagte zu mir: „Da steht das 5-Millionen-Dollar-Auto neben dem 20.000-Dollar-Auto, und es interessiert niemanden – es ist einfach cool.“ Er hat recht.

Und selbstverständlich gibt es Porsche. Wer einen 911 Dakar besitzt und nicht hier ist: Warum zum Teufel nicht? Und wer hier ist, aber keine Ski auf dem Dach hat: Was zum Teufel denkt derjenige sich? Von 356 bis 917 trägt alles ein Paar Ski – selbstverständlich stilecht für die jeweilige Epoche.

Das alles ist Teil der Porsche-Geschichte, und Ferdi verfügt offensichtlich über enormen Einfluss. Audi und VW sind gekommen, um beim Familienspaß mitzumachen, doch es ist kein groß angelegtes Schulterklopfen der Konzerne. Sicher, VW feiert 50 Jahre Golf, und Audi zeigt seinen RS Q e-tron Dakar-Rennwagen – insgesamt bleibt es aber angenehm zurückhaltend und ergänzend. Das ist nicht das Goodwood Festival of Speed. Große Marken arbeiten hier mit einem kleinen, coolen Event zusammen, weil sie hoffen, dass etwas von dessen Coolness auf sie abfärbt. Außerdem hilft es, unter dem Dach des VW-Konzerns alles harmonisch zu halten.

Es dauert nur einen einzigen Tag. Um 16 Uhr ist die letzte Bratwurst verkauft, das DJ-Pult verstummt, und die letzten Echos der Sechszylinder-Boxermotoren prallen von den Bergen zurück. Am folgenden Morgen ist es kälter, eisiger, perfekt. Zu spät. Vielleicht im nächsten Jahr.

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