Trotz seines Namens wird der Circuito do Sol in der Nähe der ruhigen Stadt Serpa im Distrikt Beja weit mehr als nur eine Rennstrecke sein.
Fünf Monate nach seiner Ankündigung verspricht diese neue Anlage, die derzeit im Alentejo entsteht, den Tourismus und die Wirtschaft der Region spürbar zu beleben.
In seiner endgültigen Ausbaustufe soll die Strecke 5,9 km lang sein. Ergänzt wird sie durch ein Entwicklungs- und Produktionszentrum für Komponenten von Elektroautos, das in Zusammenarbeit mit dem Polytechnischen Institut Setúbal entsteht, sowie durch einen angeschlossenen Hotelbetrieb. Der Circuito do Sol will sich damit sowohl als nationale Anlaufstelle für Automobilmarken positionieren, die einen Ort zur Entwicklung und Präsentation neuer Modelle suchen, als auch als Resort für Fahrbegeisterte.
Wirtschaftlich steht das Vorhaben für Investitionen von mehr als 16 Millionen Euro bis 2024. Bis dahin sollen in der Region 40 direkte Arbeitsplätze entstehen.
Die erste Phase des Circuito do Sol hat bereits begonnen
Derzeit befindet sich das Projekt in der ersten von insgesamt vier Phasen, die sich bis 2024 erstrecken. Auf dem Gelände, auf dem früher das Kartodrom von Serpa lag, entsteht nun eine neue Streckenführung, für die einige Abschnitte der alten Anlage weiterverwendet werden.
Einer der Verantwortlichen des Projekts erläuterte uns die Gründe für die Wahl dieses Standorts:
In dieser ersten Phase, die auf den Bildern zu sehen ist, misst der Circuito do Sol 1,6 km und verfügt über 11 Kurven. Die Pläne reichen jedoch deutlich weiter: Das Layout soll künftig bis zu 11 unterschiedliche Konfigurationen ermöglichen.
Im Juni beginnt die Asphaltierung eines weiteren Streckenabschnitts der Phase 2. Dafür ist dasselbe Unternehmen zuständig, das kürzlich den neuen Asphaltbelag auf dem Circuito de Jerez in Spanien verlegt hat.
Diese zweite Phase soll Ende 2022 abgeschlossen sein und den Circuito do Sol auf 3,8 km sowie 26 Kurven erweitern. In der dritten und letzten Phase wird die Strecke 5,9 km und 32 Kurven umfassen, allerdings erst 2024.
Bei der Gestaltung des Layouts ließ sich das Team hinter dem Circuito do Sol von legendären Strecken inspirieren, darunter Laguna Seca mit der Kurve „Corkscrew“, Spa-Francorchamps mit „Eau Rouge“ und Le Mans mit den „Porsche“-Kurven.
Für Marken, Fahrer und weitere Nutzer
Der Circuito do Sol soll an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein und verschiedene Nutzergruppen ansprechen. An erster Stelle stehen die Hersteller: Sie können dort nicht nur technische Lösungen und neue Modelle erproben – die Anlagen sind vor neugierigen Blicken geschützt –, sondern die Rennstrecke auch nutzen, um Journalisten ihre Neuheiten vorzustellen.
Darüber hinaus wurde der Circuito do Sol als geeigneter Ort für Veranstaltungen wie Track Days, für Tests von Rennteams und für Gentleman-Driver präsentiert, die dort trainieren können.
Mehr als 16 Millionen Euro Investitionen
Bei der Präsentation des Circuito do Sol wurde deutlich, dass sich die Investition von 16 Millionen Euro in das frühere Kartodrom von Serpa nicht auf die Rennstrecke beschränkt.
Zum Projekt gehören auch eine Entwicklungsfabrik für Komponenten von Elektroautos und ein ländliches Hotel. Damit soll im Alentejo das erste dem Motorsport gewidmete Resort Europas entstehen.
Die Entwicklungsfabrik für Elektroauto-Komponenten des Circuito do Sol wird DEAL heißen, ein Akronym für „Development Electric Auto Lab“.
Sie soll als „Inkubator“ für neue Technologien dienen und eine fest angestellte Ingenieurmannschaft beherbergen. Durch die Partnerschaft mit dem Polytechnischen Institut Setúbal werden zudem Studierende dieser Einrichtung mitwirken.
Neben der Strecke, die für Erprobungen genutzt werden kann, wird am Circuito do Sol auch ein professioneller Rennsimulator installiert. Er ähnelt den Simulatoren, die von Ingenieursabteilungen im Motorsport eingesetzt werden, und soll neuen Fahrern sowie Gentleman-Drivern helfen, ihre Fahrtechnik weiterzuentwickeln.
Die Energieversorgung der Anlage soll über Photovoltaikmodule erfolgen, deren erzeugter Strom anschließend in mehreren Batterien gespeichert wird. „Wir wollen, dass der Circuito do Sol die nachhaltigste Infrastruktur dieser Art weltweit wird“, erklärte Lars Lindberg gegenüber Razão Automóvel.
Insgesamt stehen die ersten beiden Projektphasen für Investitionen von mehr als 16 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung soll der Circuito do Sol 40 Menschen direkt beschäftigen.
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