Ermedin Demirovic, Spieler des VfB Stuttgart, hatte ganz Stuttgart eine Runde versprochen, falls sich Bosnien für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren würde. Dieses Versprechen löste er nun ein – die Rechnung lag bei mehr als 200.000 Euro.
Am 31. März gelang Bosnien-Herzegowina ein echter Coup. Im Play-off-Spiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 lag die Auswahl gegen Italien zunächst zurück, erzielte jedoch wenige Minuten vor dem Schlusspfiff noch den Ausgleich. Erst im Elfmeterschießen fiel die Entscheidung in diesem Duell.
Nach einer nervenaufreibenden Serie setzte sich Bosnien gegen die Squadra Azzurra durch und verwehrte der italienischen Traditionsmannschaft damit die dritte Weltmeisterschaft in Folge. Für Bosnien-Herzegowina wird es erst die zweite WM-Teilnahme der Geschichte sein, nach Brasilien 2014.
Auf dem Rasen kann Stürmer Ermedin Demirovic seine Euphorie kaum verbergen. So groß ist sie, dass er seinem Bundesliga-Verein VfB Stuttgart ein außergewöhnliches Versprechen gibt. Mit brüchiger Stimme und glänzenden Augen sagt er vor den Kameras von Sky Sports: „Es ist surreal. Ich habe keine Worte mehr, keine Stimme mehr. Wir begreifen noch gar nicht, was wir gerade für unser Land erreicht haben. Stuttgart, die Runde geht auf mich.“
Seine Ankündigung machte in ganz Deutschland die Runde.
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Vier Minuten, die alles verändern
Zurück in der Bundesliga: Am Sonntag, dem 26. April, empfängt Stuttgart Werder Bremen in der MHP Arena. Demirovic nimmt zunächst auf der Bank Platz. Nach dem kräftezehrenden Halbfinale im DFB-Pokal gegen Freiburg, das Stuttgart nach Verlängerung gewann, wird der Angreifer geschont. Trainer Sebastian Hoeneß will kein Risiko eingehen.
In der 57. Minute kommt der Bosnier beim Stand von 0:1 ins Spiel. Demirovic benötigt lediglich vier Minuten, um die Partie zu drehen. In der 61. Minute taucht er im Strafraum auf und köpft den Ball präzise ins Netz. Beim Unentschieden bleibt es, doch der gewonnene Punkt ist alles andere als bedeutungslos: Dank des Bosniers klettert Stuttgart drei Spieltage vor Saisonende auf Rang vier und wahrt die Chance auf die europäische Qualifikation.
Runde für ganz Stuttgart!
Am Montag, dem 28. April, hält Demirovic sein Versprechen. Beim Wasentag, einem traditionellen Stuttgarter Fest, stellt sich der Spieler hinter das Bierfass und zapft unzählige Gläser. Insgesamt werden 800 Liter ausgeschenkt, 2.500 Fans bedient und eine Rechnung von rund 275.000 Euro begleicht er selbst.
„Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Menschen kommen. Jeder weiß, was die Weltmeisterschaft für unser gesamtes Volk bedeutet. Es ist das Schönste, was ich in meinem Leben je gesehen habe. Deshalb geht es heute auf mich“, erklärt Demirovic.
Doch damit nicht genug: Bei einem öffentlichen Training bestellt er außerdem einen Eiswagen, um den jüngsten Fans eine Freude zu machen. Demirovic kündigt zudem eine Spende an die Stiftung des VfB Stuttgart an. Diese WM-Qualifikation ist offenbar Gold wert.
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