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Freizeitfußball: Verletzungsrisiken für Amateurspieler vor der Weltmeisterschaft

Fußballspieler sitzt verletzt auf dem Feld, Freund oder Trainer verbindet seinen Knöchel.

Mit dem näher rückenden Weltmeisterschaftsturnier flammt die Begeisterung rund um den Wettbewerb erneut auf. Fußball ist dann weit mehr als Unterhaltung: Die bekannten Freizeitspiele, in Brasilien „peladas“ genannt, werden unter sportbegeisterten Freunden noch häufiger organisiert.

Der Enthusiasmus bringt viele Menschen dazu, nach langer Sportpause wieder die Fußballschuhe anzuziehen. Das kann zwar Spaß machen, ist jedoch auch mit Risiken verbunden. Laut Dr. Rodrigo Góes, Orthopäde und Wirbelsäulenchirurg am Hospital Albert Einstein, betreten viele Gelegenheitsspieler ohne körperliche Vorbereitung den Platz – mit der Folge verschiedener Verletzungen.

„Ein Freizeitspiel ist eine unterhaltsame Unternehmung mit Freunden. Was viele jedoch vergessen: Es kann zu Muskelverletzungen, Gelenkbeschwerden und sogar Herz-Kreislauf-Komplikationen führen. Fußball ist auch bei Freizeitpartien eine Sportart mit hohen körperlichen Anforderungen. Intensive Läufe, abrupte Richtungswechsel, Sprints und Körperkontakt setzen Kondition, Muskelkraft und kardiovaskuläre Ausdauer voraus“, warnt er.

Nach Einschätzung von Dr. Rodrigo Góes entstehen diese Verletzungen häufig durch einen typischen Fehler von Amateurspielern. Viele von ihnen verbringen Monate in einer sitzenden Lebensweise und entscheiden sich dann für ein intensives Spiel. Ohne regelmäßige Bewegung – insbesondere ohne Krafttraining – ist der Körper nicht darauf eingestellt, die plötzlich auftretende Belastung zu verkraften.

Häufigste Verletzungen bei Amateurspielern

Bei gelegentlichen Spielern treten bestimmte körperliche Beschwerden wegen der hohen Belastung und einer unzureichenden Fitness besonders oft auf. „Bei Freizeitspielen unter Amateuren sind Muskelzerrungen und Verstauchungen des Sprunggelenks besonders häufig. Auch das Knie wird beim Fußball stark belastet. Deshalb kommt es bei Amateuren oft zu unterschiedlichen Knieproblemen, etwa zu Bänderrissen. Zudem sind sie anfälliger für Sehnenentzündungen, Beschwerden in der Wade und Schmerzen im unteren Rücken“, erklärt Dr. Rodrigo Góes.

Wochenendathlet

Dr. Rodrigo Góes zufolge benötigen besonders Männer über 30 Jahren Aufmerksamkeit – vor allem dann, wenn sie unter der Woche eine überwiegend sitzende Routine haben und ihre gesamte körperliche Aktivität auf Fußballspiele am Wochenende beschränken.

Dieses Profil bezeichnet er als „Wochenendathlet“: Die betreffende Person bewegt sich lange Zeit kaum und setzt ihren Körper dann unvermittelt einer intensiven Belastung aus. Dadurch steigt das Risiko für Muskel- und Gelenkverletzungen sowie andere körperliche Probleme deutlich.

Risiken bei Freizeitspielen verringern

Schon einige einfache Maßnahmen vor dem Spiel können die Wahrscheinlichkeit körperlicher Beschwerden beim Freizeitfußball erheblich senken. „Die Risiken lassen sich vor allem reduzieren, wenn die Betroffenen wieder täglich körperliche Übungen machen und sich vor dem Spiel dehnen oder aufwärmen. Wichtig ist jedoch, vor der Rückkehr zum Sport eine ärztliche Untersuchung durchführen zu lassen“, empfiehlt der Wirbelsäulenchirurg des Hospital Albert Einstein.

Trotz dieser Hinweise betont der Orthopäde, dass Freizeitfußball wesentliche Vorteile für die körperliche und psychische Gesundheit bietet. Dazu zählen eine bessere Herz-Kreislauf-Fitness, soziale Kontakte und weniger Stress. Die Empfehlung ist einfach: Die Leidenschaft für den Sport verantwortungsvoll ausleben. „Fußballspielen ist ausgezeichnet für die Gesundheit, sofern man vorbereitet ist und die Grenzen des eigenen Körpers kennt“, schließt der Arzt.

Von Beatriz De Mello

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