Der neue Toyota GR GT ist noch nicht einmal auf dem Markt, doch Gazoo Racing arbeitet bereits an den ersten Weiterentwicklungen. Erlkönigbilder vom Nürburgring zeigen, dass die Pläne der Marke deutlich über die Ende 2025 präsentierte Serienausführung hinausgehen.
Toyota GR GT: Eine Modellfamilie nimmt Gestalt an
Alles deutet darauf hin, dass der GR GT nicht nur ein neuer Supersportwagen bleibt, sondern den Auftakt zu einer ganzen Modellfamilie bildet. Toyota würde damit einer Strategie folgen, die von anderen Herstellern bekannt ist – etwa von Porsche beim 911 oder Mercedes-Benz beim AMG GT.
Auf den Erlkönigfotos sind mindestens zwei unterschiedliche Varianten in der Entwicklung zu erkennen: eine mit vergleichsweise dezenten aerodynamischen Optimierungen und eine wesentlich kompromisslosere Version, die klar auf den Einsatz auf der Rennstrecke ausgerichtet ist.
Die weniger extreme der beiden Ausführungen übernimmt das Erscheinungsbild des bekannten GR GT weitgehend unverändert, weist jedoch einige auffällige Abweichungen auf.
So besitzt der Heckspoiler eine andere Form, während der vordere Stoßfänger zusätzliche Aerodynamikelemente erhält: Canards an den äußeren Bereichen sollen den Abtrieb an der Vorderachse erhöhen. Es handelt sich um zurückhaltende Eingriffe, die dennoch auf ein weiterentwickeltes Aerodynamikpaket schließen lassen.
Radikale GR-GT-Version für die Rennstrecke
Der zweite Prototyp verfolgt dieses Konzept erheblich konsequenter. Auf den ersten Blick könnte er sogar für den künftigen Rennwagen GR GT3 gehalten werden. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass es sich weiterhin um ein straßenzugelassenes Fahrzeug handelt – wenn auch um eines, das für regelmäßige Trackdays konzipiert ist.
Zu den markanten Merkmalen gehören die belüftete Motorhaube und der riesige Heckflügel. An der Front kommen ein größerer Splitter, neue Canards sowie Luftauslässe über den Kotflügeln hinzu. Diese sollen Verwirbelungen in den Radhäusern verringern und die Stabilität bei hohem Tempo verbessern.
Ein weiteres interessantes Detail betrifft den kleinen, in den Kofferraumdeckel integrierten Spoiler, der an den ersten GR-GT-Prototypen zu sehen war. Bei diesem Fahrzeug ist er vollständig abgedeckt. Das könnte auf eine andere aerodynamische Lösung oder auf eine in den neuen Heckflügel integrierte Ausführung hindeuten.
Mehr Leistung im Kampf gegen die Besten
Toyota hat bislang keine Modellbezeichnung bestätigt. Dennoch wäre es keine Überraschung, wenn diese Variante einen Namen wie GR GT RS tragen würde und damit direkt gegen Fahrzeuge wie den Porsche 911 GT3 RS oder den Mercedes-AMG GT Black Series antreten soll.
Entsprechend dürften sich die Änderungen nicht auf die Karosserie beschränken. Zu erwarten sind ein überarbeitetes Fahrwerk, zusätzliche Strukturverstärkungen, Gewichtsreduzierungen und eine speziell für den Rennstreckeneinsatz abgestimmte Fahrwerksauslegung. Auch eine Leistungssteigerung ist nicht ausgeschlossen.
Der GR GT wurde mit einem Biturbo-V8 in Kombination mit einem Elektromotor vorgestellt. Für dieses Antriebssystem nennt Toyota eine Leistung von mehr als 650 PS sowie ein maximales Drehmoment von 850 Nm.
Der japanische Hersteller äußert sich derzeit weiterhin nicht zur künftigen Modellpalette. Die Aufnahmen vom Nürburgring vermitteln dennoch einen klaren Eindruck: Der GR GT wird kein Einzelmodell sein, sondern den Ausgangspunkt für eine Familie von Varianten für unterschiedliche Ansprüche bilden.
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