Der 71-jährige Trainer hat mehrere Angebote ausgeschlagen, um sich seinen Traum von der Betreuung Portugals zu erfüllen. Für Pedro Proença, den Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands FPF, ist er der Wunschkandidat als Nachfolger von Roberto Martínez.
Jorge Jesus soll der nächste Nationaltrainer werden. Die Bekanntgabe seiner Ernennung und damit der Nachfolge von Roberto Martínez, der das Amt in den vergangenen drei Jahren innehatte, könnte noch vor Ende der Woche erfolgen. Damit würde sich ein seit Langem als wahrscheinlich geltendes Szenario bestätigen.
Jorge Jesus als Nationaltrainer von Portugal
Die aktuelle Lage wird mit großem Optimismus bewertet: Der Wunsch des Trainers und die Absichten der Führung um Pedro Proença treffen auf die konkrete Information, dass fünf der acht Mitglieder aus Jesus’ Trainerstab bei Al Nassr ebenfalls in der Cidade do Futebol arbeiten werden. Von den drei übrigen bleiben zwei beim saudischen Klub, während Tiago Oliveira seinen Abschied aus dem Assistenztrainerteam des 71-Jährigen bereits zuvor bekannt gegeben hatte. Nach Informationen unserer Zeitung verlaufen die Gespräche zwischen den Parteien zügig; einzig beim Gehalt besteht noch endgültiger Abstimmungsbedarf.
Zwar verdient kein Trainer aus der Spitze des saudischen Fußballs deutlich weniger als die bestbezahlten Kollegen, doch Jesus hat seinen Wunsch, portugiesischer Nationaltrainer zu werden, nie verheimlicht. „Wer sagt der Nationalmannschaft ab? Sie gehört zu den besten der Welt. Ich kann nicht zu einer anderen Nein sagen [lacht]“, erklärte er am 24. Mai am Flughafen Lissabon bei seiner Rückkehr aus Saudi-Arabien. Mit Al Nassr hatte er gemeinsam mit Cristiano Ronaldo und João Félix den Meistertitel gewonnen.
Absagen an Türkei und Ägypten
Dass er jüngste Anfragen, insbesondere aus der Türkei und Ägypten, ablehnte, stärkt die Annahme, dass er sich auf die Möglichkeit konzentriert, seinen Traum von der Führung der Nationalmannschaft zu verwirklichen. In diese Zeit würden neben der Nations League auch die Europameisterschaft 2028 und die Weltmeisterschaft 2030 fallen. Wie unsere Zeitung erfuhr, ist Jorge Jesus fest vom Potenzial des aktuellen Spielerkaders überzeugt – ebenso wie von weiteren Spielern, die noch die Nachwuchsstufen durchlaufen.
Portugals Ausscheiden im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Spanien bedeutete das Ende der Amtszeit von Roberto Martínez. Er bestätigte seinen Abschied nach dem Spiel am Montagabend. Die Entscheidung war bereits erwartet worden und hing nicht vom endgültigen Abschneiden beim FIFA-Turnier ab. Seit dem Ende seiner Verbindung mit Al Nassr ist Jorge Jesus verfügbar und bringt Eigenschaften mit, die in der Cidade do Futebol geschätzt werden: umfangreiche Erfahrung sowie fundierte Kenntnisse des portugiesischen und internationalen Fußballs. Jesus entspricht dem Profil, das Pedro Proença und sein Umfeld als Martínez-Nachfolger suchen. Die noch laufenden Gespräche zwischen dem Trainer und der FPF-Führung könnten daher bis zum Ende der Woche mit der offiziellen Vorstellung des neuen Nationaltrainers abgeschlossen werden.
Mit eigener Kraft zu 23 Titeln
Eine Karriere, die er sich über 37 Jahre mit viel Methode und aus eigener Kraft aufgebaut hat, führte Jorge Jesus an die Spitze. Nach seinem Debüt bei Amora in der Saison 1989/90 wartete er fast zwei Jahrzehnte auf den Schritt zu einem Spitzenklub. Bei Benfica gewann er drei Meisterschaften, einen Pokal, zwei Superpokale und sechs Ligapokale; außerdem erreichte er zwei Endspiele der Europa League, bevor er zum Rivalen Sporting wechselte. Er führte Flamengo in Brasilien und in der Copa Libertadores zum Triumph und wurde auch in Saudi-Arabien Meister. Seine Bilanz umfasst 23 Titel.
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